Mehrere Überraschungen

WM-Kader: Ohne Gomez - Volland und Meyer dabei

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Joachim Löw hat die Fußballfans einmal mehr überrascht.

Frankfurt/Main - Ohne Mario Gomez und Rene Adler, dafür mit den Neulingen Leon Goretzka, Max Meyer, Erik Durm und Kevin Volland: Bundestrainer Joachim Löw hat bei der Berufung seines vorläufigen Aufgebots für die WM für Überraschungen gesorgt.

Vor allem beim lange verletzten Italien-Legionär Gomez, der in 59 Länderspielen immerhin 25 Treffer erzielte, dürfte die Ausbootung für reichlich Frust sorgen.

Den Verzicht auf Gomez begründete Löw mit dessen vielen Verletzungen in dieser Saison. „Er hat seit September nur 280 Minuten gespielt. Von daher war ich der Meinung, dass er nicht der Lage ist, unter diesen Bedingungen in der Lage ist, körperlich zu bestehen“, sagte Löw. Die Karriere von Gomez in der Nationalmannschaft sei aber keinesfalls beendet.

Insgesamt berief Löw (54) in der DFB-Zentrale in Frankfurt/Main erst einmal 30 Spieler für das Turnier (12. Juni bis 13. Juli). Neben Goretzka (Schalke/19), Durm (Dortmund/21), Volland (Hoffenheim/21) und Meyer (Schalke/18) haben auch Shkodran Mustafi (Genua/22) und Andre Hahn (Augsburg/23) noch kein Länderspiel absolviert. Beide hatten aber im März schon zum DFB-Kader für die Partie gegen Chile in Stuttgart gehört. Dort hatte auch Matthias Ginter (Freiburg/20) seine DFB-Premiere gefeiert, der sich nun ebenfalls Hoffnungen auf eine WM-Teilnahme machen darf. „Wir haben die Entscheidungen aus absoluter Überzeugung getroffen“, sagte Löw.

Ausnahme für Khedira

Der Bundestrainer nominierte wie erwartet auch Sami Khedira in den erweiterten WM-Kader. Der 27 Jahre alte Mittelfeldstar von Real Madrid steht nach einem Kreuzbandriss erst seit kurzem wieder im Mannschaftstraining. Löw hofft aber darauf, dass Khedira bis zum ersten Spiel am 16. Juni in Salvador gegen Portugal zu alter Stärke findet. „Form und Fitness sind sehr zentrale Kriterien. Aber es gibt keine Regel ohne Ausnahme, diese Ausnahme haben wir bei gemacht bei Sami Khedira“, sagte Löw. Der defensive Mittelfeldspieler von Real Madrid sei wegen seiner Persönlichkeit und Erfahrung unverzichtbar. Gleiches gilt für Routinier Miroslav Klose, der ebenfalls lange Zeit ausgefallen war.

WM 2014: Gruppen, Termine und Spielorte

Neben Gomez verzichtete Löw auch auf Torwart-Routinier Adler, der sich im Abstiegskampf mit dem Hamburger SV einige Patzer geleistet hatte. Schon bei der WM 2010 in Südafrika war Adler, damals eigentlich als Nummer eins eingeplant, nur Zuschauer, weil er sich kurz vor Turnierbeginn verletzt hatte.

„Wir haben eine klare Nummer eins mit Manuel Neuer. Wir haben Roman Weidenfeller, der seit Jahren in der Champions League auf international hohem Niveau gespielt hat. Und in Ron-Robert Zieler einen Torhüter mit Perspektive“, erklärte Löw.

Auch Sven Bender (Dortmund) und Max Kruse (Gladbach) wurden nicht berücksichtigt.

Das ist Jogi Löws vorläufiger WM-Kader

Das ist Jogi Löws 23-Mann-Kader für die WM

Angeführt wird das deutsche Aufgebot von den beiden Kapitänen Philipp Lahm und Bastian Schweinsteiger von Bayern München. Der deutsche Rekordmeister stellt mit sieben Akteuren das Gros der Kaders. Vizemeister Borussia Dortmund stellt sechs Akteure ab.

Die deutsche Nationalmannschaft bestreitet mit einem Rumpfkader am kommenden Dienstag das Länderspiel in Hamburg gegen Polen. Am 21. Mai beginnt das Trainingslager in Südtirol. Löw wird „25 oder 26 Spieler“ nach Südtirol mitnehmen. Nach dem Polen-Spiel wird Löw entscheiden, wer mitfährt und wer nur auf Abruf bereit steht. Bis zum 13. Mai muss er bei der FIFA sein endgültiges 30-köpfiges Aufgebot benennen. Auf 23 Spieler muss er sich bis zum 2. Juni festlegen.

Das 30-köpfige vorläufige Aufgebot der deutschen Nationalmannschaft für die WM in Brasilien:

Tor: Manuel Neuer (Bayern München), Roman Weidenfeller (Borussia Dortmund), Ron-Robert Zieler (Hannover 96)

Abwehr: Jerome Boateng (Bayern München), Erik Durm (Borussia Dortmund), Kevin Großkreutz (Borussia Dortmund), Benedikt Höwedes (Schalke 04), Mats Hummels (Borussia Dortmund), Marcell Jansen (Hamburger SV), Philipp Lahm (Bayern München), Per Mertesacker (FC Arsenal), Shkodran Mustafi (Sampdoria Genua), Marcel Schmelzer (Borussia Dortmund)

Mittelfeld: Lars Bender (Bayer Leverkusen), Julian Draxler (Schalke 04), Matthias Ginter (SC Freiburg), Leon Goretzka (Schalke 04), Mario Götze (Bayern München), Andre Hahn (FC Augsburg), Sami Khedira (Real Madrid), Toni Kroos (Bayern München), Max Meyer (Schalke 04), Thomas Müller (Bayern München), Mesut Özil (FC Arsenal), Lukas Podolski (FC Arsenal), Marco Reus (Borussia Dortmund), Andre Schürrle (FC Chelsea), Bastian Schweinsteiger (Bayern München)

Angriff: Miroslav Klose (Lazio Rom), Kevin Volland (1899 Hoffenheim)

30, 23 und 24: Die Regeln für die Nominierung der WM-Kader

Mit der Nominierung seines vorläufigen WM-Kaders hat Löw am Donnerstag die erste von mehreren vorgeschriebenen Fristen eingehalten. Ursprünglich müsste er die maximal 30 Spieler spätestens bis zum 13. Mai 2014, 24.00 Uhr MESZ benennen. Das bedeutet auch: Sollte sich im Länderspiel am 13. Mai in Hamburg gegen Polen (20.45 Uhr/ZDF) einer jener zehn Spieler, die Löw auch für den vorläufigen WM-Kader nominiert hat, noch verletzten, hätte der Bundestrainer bis Mitternacht Zeit für eine Nachnominierung.

Die vorläufigen Kader werden erstmals vom Internationalen Fußball-Verband FIFA auch veröffentlicht: am 16. Mai um 12.00 Uhr MESZ. Diese vorläufigen Kader müssen bis zum 2. Juni, 24.00 Uhr MESZ, auf 23 Spieler reduziert werden. Sie werden am 5. Juni (12.00 Uhr MESZ) veröffentlicht. Spieler, die in den 23-köpfigen WM-Kader berufen werden, müssen zuvor schon für den vorläufigen 30-köpfigen WM-Kader nominiert gewesen sein.

Jede Mannschaft hat bis 24 Stunden vor ihrem ersten WM-Gruppenspiel Zeit, nachweislich verletzte Spieler aus dem 23-köpfigen WM-Kader zu nehmen und zu ersetzen. Die Nachrücker müssen dem vorläufigen 30-köpfigen Kader nicht angehört haben. Die deutsche Mannschaft bestreitet ihr erstes Gruppenspiel am 16. Juni (18.00 Uhr MESZ) gegen Portugal (WM-Stadien 2014: Fakten und Hintergründe).

sid/dpa

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