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Wirbel beim HSV: Tah-Vertrag publik geworden

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HSV-Juwel Jonathan Tah (l.).

Hamburg - Der Hamburger SV kämpft laut Trainer Bert van Marwijk nur noch um sein „Überleben“. In der Krise sorgen zudem an die Öffentlichkeit geratene Details des Vertrages mit Teenager Jonathan Tah für Wirbel.

Das Internet ist voller Hohn und Spott, im Abstiegskampf geht es nur noch ums „Überleben“, und jetzt gibt es auch noch Wirbel um brisante Vertragsdetails mit dem Teenager Jonathan Tah: In der wohl größten sportlichen Krise der Vereinsgeschichte verkommt der Fußball-Bundesligist Hamburger SV zum Chaos-Klub. Für Trainer Bert van Marwijk ist der „Hollywood SV“ seine „schwierigste Aufgabe“ als Trainer.

„Wir müssen überleben. Nur darum geht es jetzt. Dafür müssen wir noch 20 Punkte holen. Daran muss man denken, an nichts anderes“, sagte der ehemalige niederländische Bondscoach in einem Interview mit der Bild-Zeitung.

Nach dem Debakel zuletzt bei 1899 Hoffenheim (0:3) und der fünften Niederlage in Serie sind die Hamburger auf den vorletzten Tabellenplatz abgestürzt. Den Hanseaten droht damit der erste Abstieg der Vereinsgeschichte. „Es wird ganz schwer, aber es ist zu schaffen. Der ganze Verein muss jetzt zusammenstehen“, sagte van Marwijk, der zuletzt von Vorstands-Chef Carl Jarchow eine Jobgarantie bekommen hatte: „Das ist auch ein Test. In dieser Situation kann der Verein zeigen, dass er ein richtiger Verein ist, der zusammenhält.“

Doch um den Zusammenhalt scheint es nicht gut bestellt zu sein. Jedenfalls ist nun unter ungeklärten Umständen der Kontrakt von Innenverteidiger Tah an die Öffentlichkeit gelangt, mehrere lokale Medien zitieren Details. Demnach könne der 17-Jährige den stark abstiegsgefährdeten Klub durch eine festgeschriebene Ausstiegsklausel in Höhe von 25 Millionen Euro verlassen. Von der Summe würden sowohl Tahs Berater als auch der Teenager selbst bei einem Verkauf zehn Prozent erhalten.

Brisant ist zudem die Laufzeit des Ende vergangenen Jahres unterschriebenen Vertrages. Tah ist noch bis Sommer 2018 an den HSV gebunden, laut Statuten des Weltverbandes FIFA dürfen Spieler im Alter von unter 18 Jahren aber nur Verträge mit einer Laufzeit von bis zu drei Jahren unterschreiben.

„Die Eltern haben unterschrieben, der Junge hat unterschrieben. Damit ist der Vertrag gültig“, sagte Tahs Berater Akeem Adewunmi der Hamburger Morgenpost: „Das hat alles seine Richtigkeit.“ Tah gilt beim HSV als einer der ganz wenigen Gewinner und wird bereits mit Manchester City in Verbindung gebracht. Jarchow war für den SID zunächst nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

Und in dieser angespannten Situation soll van Marwijk den HSV vor dem historischen Absturz in die Zweitklassigkeit bewahren. Angst verspüre er vor dieser Herkules-Aufgabe aber nicht. „Wenn ich das nur zu einem Prozent zeigen würde, würden das die Spieler sehen“, betonte er und schloss einen Rücktritt erst einmal aus: „Wenn ich nicht mehr an die Spieler rankommen würde, wäre ich der Erste, der aufhört. Aber so ist es hier nicht.“

Im Internet ist der traurige „Bundesliga-Dino“ mittlerweile zur Lachnummer verkommen. Es gibt Lieder, fiktive Filmplakate und jede Menge Witze zur brisanten Situation des HSV. Lachen kann im Klub darüber aber keiner.

„Ein Abstieg hätte fatale Folgen. Unsere ohnehin nicht einfache finanzielle Situation würde sich zusätzlich verschlechtern“, sagte der neue Aufsichtsrats-Vorsitzende Jens Meier dem Hamburger Abendblatt: „Und weil das so ist, müssen wir die gesamte Kraft für den Erhalt der Klasse aufwenden.“ Es geht ums „Überleben“.

sid

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