Bis 2018

Winfried Schäfer verlängert auf Jamaika

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Winfried Schäfer bleibt Chef der „Reggae Boyz“.

Kingston - Winfried Schäfer hat seinen auslaufenden Vertrag als Jamaikas Fußball-Nationaltrainer bis zur WM 2018 in Russland verlängert.

Winfried Schäfer möchte im Land der Supersprinter um Weltrekordler Usain Bolt durchstarten und Jamaika zur Fußball-Weltmeisterschaft 2018 in Russland führen. „Ich habe heute meinen viereinhalb Jahresvertrag unterschrieben, um Jamaika nach Russland 2018 zu bringen!“, schrieb der 64-Jährige, der mit seinen Reggae Boyz Großes vor hat, am Dienstag auf seiner Facebook-Seite.

Der gebürtige Eifeler aus Mayen ist seit vergangenem Sommer bei den Karibik-Kickern tätig. Allerdings kam Schäfers Engagement in der CONCACAF-WM-Ausscheidung zu spät, sodass die Jamaikaner, die 1998 in Frankreich zum bislang einzigen Mal bei einer WM-Endrunde dabei waren, das Ticket für Brasilien 2014 verpassten.

Aber die Schäfer-Schützlinge zeigten offenbar in den letzten Spielen unter dem deutschen Fußballlehrer und Hennes-Weisweiler-Schüler doch einen deutlichen Aufwärtstrend - auch wenn in sechs Spielen seit Juli 2013 bislang kein Sieg heraussprang. „Ich freue mich auf diese neue Aufgabe“, schrieb „Winnie“ Schäfer, „und ich hoffe, ihr seid an meiner Seite.“

Wie einst die jamaikanische Bobcrew in „Cool Runnings“, die im Film an den Olympischen Spielen 1988 in Calgary teilnahm, hegt auch Schäfer eine große Vision: WM-Teilnahme mit den Reggae Boyz! Kurz vor Beginn der Olympischen Spiele in Sotschi brachte Schäfer sein persönliches „Cool-Runnings-Projekt“ unter Dach und Fach.

Und dabei will er die Popularität des Volkshelden und sechsmaligen Olympiasiegers Bolt nutzen. Jamaikas Sprint-Ikone hat er schon getroffen und will diesen vielleicht sogar für sein Team gewinnen. Der 100-m- und 200-m-Weltrekordler hatte erklärt, dass er sich nach Rio de Janeiro 2016 auch eine Fußballer-Karriere vorstellen könne. „Ich werde ihn drauf festnageln“, äußerte Schäfer halb flachsend im Express-Gespräch: „Einen besseren Verkäufer könnten wir nicht haben.“ Beim Treffen mit Bolt hatte er im Übrigen mit dem Ausnahmesprinter „über Bastian Schweinsteiger gefachsimpelt“.

Schäfer ist mit seiner lockeren Art im Inselstaat gut angekommen und hat sich bislang vor Ort sehr gut verkauft. Dabei ist es dem Mann mit dem wehenden Haarschopf ganz wichtig, auf die Mentalität der jamaikanischen Nationalspieler, die häufig in Europa in Zweitligaklubs spielen, einzugehen.

Natürlich hilft den Kickern Jamaikas nur die Politik der kleinen Schritte. Schäfer, nicht gerade für seine Geduld bekannt, muss sich diese Tugend in Jamaika aber aneignen. Sein Projekt ist langfristig angelegt. „Wir können nicht so spielen wie die Deutschen oder die Brasilianer“, konstatierte Schäfer, „wir brauchen den jamaikanischen Stil. Wir müssen noch mehr an unserer taktischen Ausrichtung, an unserer Fitness, der Motivation und unserer Courage arbeiten.“ Bei der WM 1998 unterlagen die Jamaikaner gegen Kroatien (1:3) und Argentinien (0:5), siegten aber gegen Japan (2:1).

Und Schäfer, einst zwölf Jahre Erfolgscoach beim Karlsruher SC und später WM-Trainer Kameruns bei der Endrunde 2002 in Südkorea und Japan, sieht sich in der Karibik auch als Fußball-Entwicklungshelfer. „Wir müssen herausfinden, wie wir den Fußball in Jamaika besser machen können. Wir müssen die Vergangenheit analysieren, aber auch unseren Blick in die Zukunft richten“, skizzierte er sein Langzeitprojekt. Rund vier Jahre hat er Zeit, bis die WM-Qualifikation für Russland 2018 abgeschlossen ist. Spätestens dann wird Bilanz seiner Arbeit gezogen.

sid

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