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Streich-Gebrüll: Drei Zeilen Schiri-Notiz

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Christian Streich während des Spiels - der Freiburg-Coach wurde danach laut

Freiburg /Frankfurt - Trainer Christian Streich vom SC Freiburg muss nach seiner Verbalattacke gegen Schiedsrichter Thorsten Kinhöfer (Herne) offenbar keine Strafe des DFB befürchten.

Christian Streich konnte sich nach der ersten Heimniederlage unter seiner Regie gar nicht mehr beruhigen: Kaum hatte Thorsten Kinhöfer das 1:2 (1:0) von Fußball-Bundesligist SC Freiburg gegen Werder Bremen abgepfiffen, ging der SC-Trainer wie von der Tarantel gestochen auf den Schiedsrichter los. Streich schrie so lange den Referee aus Herne an, bis der Unparteiische nicht mehr weghören konnte. Kinhöfer notierte die Verbalattacke Streichs. Der DFB-Kontrollausschuss hat allerdings noch keine Ermittlungen - anders als im Fall Jürgen Klopp (Borussia Dortmund) - aufgenommen.

Nach SID-Informationen hat Streich, der sich so fürchterlich über die seiner Meinung nach zu kurze Nachspielzeit von drei Minuten aufregte, den Referee allerdings nicht beleidigt. Kinhöfer ließ es mit einer dreizeiligen Notiz im Spielbericht unter der Rubrik „Besondere Vorkommnisse“ bewenden. Nun muss der DFB entscheiden, ob er gegen Streich vorgehen wird. Dem Coach selbst wurde eine halbe Stunde nach Abpfiff der Partie offenbar klar, dass ihm eine Strafe drohen könnte. Bei der Pressekonferenz ruderte Streich jedenfalls kräftig zurück und zeigte sich betont demütig.

„Der Herr Schiedsrichter hat dem Bremer Torwart die Gelbe Karte gezeigt, weil er den Eindruck hatte, dass dieser auf Zeit spielt. Dann hat er trotzdem gleich nach dem Abstoß abgepfiffen“, sagte Streich: „Aber der Schiedsrichter hat die Entscheidungshoheit, das ist von uns Trainern zu akzeptieren. Damit ist das Thema erledigt.“

Mit dieser Einschätzung lag der Coach, dessen Klub seit über elf Jahren auf einen Sieg gegen den Angstgegner aus Bremen wartet, allerdings falsch. Streich hatte die Rechnung ohne seinen angefressenen Vorgesetzten gemacht. Klubchef Fritz Keller legte nämlich erst nach dem verbalen Canossa-Gang des Trainers so richtig los.

„Der Trainer hat zu Recht protestiert. Der Abpfiff des Schiedsrichters war zu früh und unfair“, sagte Keller dem Sport-Informations-Dienst (SID). Von einer möglichen Strafe für Streich wollte der SC-Vorsitzende aber nichts wissen: „Ich war ja dabei. Er hat nichts Negatives gesagt, er hat den Schiedsrichter weder beleidigt noch sonst irgendwas - und äußern darf man sich ja noch.“

Der eigentliche Hauptgrund für den Frust der Freiburger war allerdings nicht Kinhöfer, der nur als Blitzableiter herhalten musste. Die Breisgauer wurmte vor allem der Verlauf des Spiels, in dem sie mindestens einen Punkt verdient gehabt hätten. Streich: „Ich bin maßlos enttäuscht, das ist wirklich eine sehr bittere Niederlage. Wir dürfen dieses Spiel nicht verlieren.“

In der Tat waren die Freiburger nach der Führung durch den Freistoß von Jonathan Schmid (36.) dem zweiten Treffer nahe. Stattdessen drehten die äußerst effektiven Bremer vor 23.000 Zuschauern die Partie. Dazu reichten den Gästen zwei Chancen. Zunächst erzielte Joseph Akpala (48.) mit seinem ersten Bundesliga-Tor den Ausgleich, dann traf Aaron Hunt (59.) zum dritten Mal in dieser Saison.

Die Bremer, die den ersten Auswärtssieg seit rund sieben Monaten feierten, kletterten durch den Erfolg auf den siebten Tabellenplatz (7 Punkte). Für Hunt war alleine das ein Grund, mit breiter Brust in die Partie am Samstag gegen Spitzenreiter Bayern München (15.30 Uhr/Sky und Liga total!) zu gehen. „Angst haben wir ganz sicher nicht“, sagte der Torschütze: „Es ist keine Frage, dass wir gewinnen wollen. Die Bayern sind natürlich gut. Aber nicht so gut, dass man sie nicht schlagen kann.“

Ganz andere Töne waren aus dem Freiburger Lager vor dem Spiel am Sonntag (15.30 Uhr/Sky und Liga total!) beim Tabellenzweiten Eintracht Frankfurt zu hören. „Wir müssen bis dahin hart arbeiten, wie immer“, sagte Streich, dessen Team (5 Punkte) auf dem zwölften Rang liegt: „Wir spielen gegen den Abstieg - das ist kein Geheimnis. `

sid

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