Bundesliga

Sieg in Mainz: Ungeschlagene Wolfsburger bleiben oben dran

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Der Mainzer Adam Szalai (l) und der Wolfsburger Jeffrey Bruma im Zweikampf. Foto: Frank Rumpenhorst

Sandro Schwarz sieht als erster Fußball-Lehrer in der Bundesliga-Historie die Gelb-Rote Karte. Noch schwerer wiegt für den Trainer des FSV Mainz 05 die Niederlage gegen Wolfsburg.

Mainz (dpa) - Auf diese Premiere hätte Sandro Schwarz gern verzichtet. Doch noch mehr als die erste Gelb-Rote Karte für einen Trainer in der Bundesliga-Geschichte nervte den Coach des FSV Mainz 05 das 0:1 (0:1) gegen den VfL Wolfsburg durch das frühe Gegentor von Marcel Tisserand (9. Minute).

"Ich ärgere mich in erster Linie über das verlorene Spiel", sagte Schwarz. Der Verweis auf die Tribüne durch Schiedsrichter Felix Brych in der hitzigen Nachspielzeit gab Schwarz, der damit im Auswärtsspiel beim Aufsteiger SC Paderborn gesperrt ist, den emotionalen Rest. "Man muss sich jetzt mit der Situation beschäftigen, wie das nächste Woche funktionieren soll", sagte der 40-Jährige.

Auch FSV-Sportvorstand Rouven Schröder hätte auf die Premiere gerne verzichtet. "Wir müssen das jetzt erst einmal sacken lassen", sagte er. "Es ist für uns alle neu, dass ein Trainer jetzt gesperrt ist. Wir alle kennen natürlich die neue Regel, aber nun haben wir den Vollzug."

Ausgangspunkt für die unrühmliche Szene war eine Fehlinterpretion von Schwarz bei einem Freistoßpfiff von Brych in der letzten Minute. "Ich dachte, es ist Schluss", berichtete er, "und bin daher auf das Spielfeld gelaufen". Die berechtigte Verwarnung wegen Verlassens der Coaching-Zone beklatschte Schwarz und sah dafür die Ampel-Karte. "Beleidigt habe ich ihn auf keinen Fall", sagte der 05-Trainer.

Mit nur drei Zählern aus sechs Spielen bleiben die Mainzer Tabellenvorletzter. Die Wolfsburger hingegen setzten sich mit zwölf Zählern in der Spitzengruppe fest und feierten vor 24.303 Zuschauern eine gelungene Generalprobe für das zweite Europa-League-Gruppenspiel am kommenden Donnerstag bei AS Saint-Etienne. "Wir sind sehr froh über den Sieg gegen starke Mainzer. Es war ein Sieg des Willens", lobte VfL-Trainer Oliver Glasner. "Wir fahren glücklich nach Hause." Neben Rekordmeister Bayern München ist der VfL das einzige noch ungeschlagene Team in der Fußball-Bundesliga.

Der FSV, der auf Kapitän Danny Latza und Abwehrspieler Aaron Martin (beide Adduktoren) verzichten musste, wurde kalt erwischt. Gleich der erste gefährliche Angriff der Wolfsburger führte zum Erfolg, als Tisserand eine Flanke von Maximilian Arnold per Kopf verwandelte.

Die schnelle Führung verlieh den Niedersachsen erst einmal Sicherheit. Aus einer kompakten Abwehr heraus starteten sie immer wieder Konter, von denen einer fast zum 2:0 führte. Wout Weghorst (18.) scheiterte jedoch am glänzend reagierenden FSV-Torwart Robin Zentner, der nach zuletzt starken Leistungen den Vorzug vor der eigentlichen Nummer 1, Florian Müller, erhalten hatte.

Mainz brauchte etwa 25 Minuten, um gegen die ballsicheren Gäste ins Spiel zu finden. Danach boten sich Jean-Paul Boëtius (29.) mit einem Flugkopfball und Robin Quaison (45.) mit einem Kopfball aus Nahdistanz zwei dicke Chancen zum Ausgleich. Beide Male parierte Wolfsburgs Torwart Pavao Pervan.

Auch nach dem Wechsel gab es Gelegenheiten, dem Spiel eine Wende zu geben. Der eingewechselte Alexandru Maxim traf mit einem abgefälschten Schuss nur die Latte (67.), Adam Szalai kurz darauf aus kurzer Distanz den Ball nicht. Als der Ungar in der Schlussphase besser zielte, rettete Tisserand auf der Linie und wurde damit endgültig zum Wolfsburger Matchwinner.

Kader FSV Mainz 05

Kader VfL Wolfsburg

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