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Selbstbewusstsein steigt: "Titel geht nur über uns"

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Marco Reus gibt sich, einen Tag nach seinem ersten Tor für Deutschland, auf der DFB-Pressekonferenz forsch.

Danzig - Mit dem Einzug ins EM-Halbfinale steigt auch das Selbstbewusstsein der deutschen Nationalspieler. Turnier-Neuling Marco Reus gibt sich auch neben dem Platz forsch.

Joachim Löw wird zum EM-Magier. Auch die gewagte Überfall-Taktik gegen Griechenland mit gleich drei Offensiv-Wechseln ging grandios auf. Bei der 4:2 (1:0)-Torgala gegen Griechenlands überforderte Fußball-Zerstörer zählten die neu ins Team gekommenen Miroslav Klose und Marco Reus sogar zu den gefeierten Schützen.

„Wir vertrauen dem Trainer fast schon blind. Alles, was er macht, hat Hand und Fuß“, schwärmte der im Mittelfeld königlich aufspielende Real-Madrid-Star Sami Khedira, der bei der Europameisterschaft mehr und mehr zum verlängerten Arm von Löw auf dem Spielfeld avanciert.

Was der Stratege Löw in Polen und der Ukraine anfasst, wird zu Gold. „Das ist aufgegangen“, freute sich der Chefcoach beinahe diebisch. Bundeskanzlerin Angela Merkel gratulierte ihrem Team in der Kabine des Danziger Stadions. „Glückwunsch, weiter so!“, sagte die Regierungschefin in ihrer kurzen Rede.

Torfestival! Halbfinale! Deutschland schickt die Griechen heim - Die Noten

Torfestival! Halbfinale! Deutschland schickt die Griechen heim - Die Noten

Torfestival! Halbfinale! Deutschland fertigt Griechenland 4:2 ab © dpa
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Torfestival! Halbfinale! Deutschland fertigt Griechenland 4:12ab © dpa
Torfestival! Halbfinale! Deutschland fertigt Griechenland 4:2 ab © dpa
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Torfestival! Halbfinale! Deutschland fertigt Griechenland 4:2 ab © getty
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Torfestival! Halbfinale! Deutschland fertigt Griechenland 4:2 ab © ap
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Torfestival! Halbfinale! Deutschland fertigt Griechelnand 4:2 ab. © ap
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Torfestival! Halbfinale! Deutschland fertigt Griechenland 4:2 ab. © ap
Torfestival! Halbfinale! Deutschland fertigt Griechenland 4:2 ab. © ap
Manuel Neuer: Wenig gefordert, aber immer aufmerksam, wie etwa nach einer halben Stunde, als er weit vor dem eigenen Strafraum klärte. Rettete auch bei einem Schuss von Ninis. Bei beiden Gegentoren chancenlos. - Note: 3 © Oliver Hurst GES DFB
Jerome Boateng: Rutschte nach seiner Gelbsperre wieder in die Startelf. Hatte erst einmal keine Probleme, Samaras in Schach zu halten - bis zu dessen 1:1. Machte seinen Fehler aber wieder gut mit der Flanke zum 2:1. Ansonsten fehlte ihm im Offensivspiel aber einige Male die Entschlossenheit. Verschuldete in der 88. Minute den Handelfmeter. - Note: 3 © Oliver Hurst GES DFB
Mats Hummels: Erneut eine souveräne und dominante Vorstellung in der Innenverteidigung. Auch im Spiel nach vorne sicher und ohne Schnörkel. - Note: 2 © Oliver Hurst GES DFB
Holger Badstuber: Ließ in der Defensive wenig anbrennen. Lief einige Bälle gut ab. Jedoch erneut mit einigen Schwächen im Aufbauspiel. - Note: 3 © Oliver Hurst GES DFB
Philipp Lahm: War defensiv wenig gefordert. Schaltete sich immer wieder nach vorne ein. Erzielte mit einem Distanzschuss auch die wichtige 1:0-Führung. Vor dem 1:1 war seine Seite aber weit offen. - Note: 3 © Oliver Hurst GES DFB
Sami Khedira: Suchte immer wieder den Weg nach vorne und auch den Abschluss. War wesentlich präsenter als Schweinsteiger in der Zentrale und belohnte seinen immensen Aufwand mit dem Tor zum 2:1. Es war erst sein zweiter Treffer im DFB-Team. - Note: 2 © Oliver Hurst GES DFB
Bastian Schweinsteiger: Hatte sich ein perfektes Spiel erhofft, war selbst davon einigermaßen entfernt. Spulte zwar ein großes Pensum ab, leistete sich aber vor einige unnötige Ballverluste. Konnte deshalb nicht wie gewohnt Akzente setzen. Unglücklicher Auftritt. - Note: 4 © Oliver Hurst GES DFB
Marco Reus: Benötigte nur eine kurze Anlaufzeit als Müller-Ersatz. Hatte in der Folge bei seiner EM-Premiere einige starke Szenen. Sorgte mit seinen Antritten vor der Pause immer wieder für Unruhe, beim Abschluss fehlte ihm zunächst aber die Ruhe und Abgeklärtheit. Baute dann etwas ab, ehe er mit einem sehenswerten Treffer zum 4:1 wieder ein Ausrufezeichen setzte. - Note: 2 © Oliver Hurst GES DFB
Mesut Özil: Ging wieder weite Wege, bot sich stets an, hatte viele Ballkontakte, vergab in der 23. Minute aber die Riesenchance zur Führung. Erneut fehlten dem Real-Star bei allem Bemühen aber die ganz großen Momente. Dennoch mit einer ordentlichen Leistung. Bereitete auch das 3:1 per Ecke vor. - Note: 3 © Oliver Hurst GES DFB
Andre Schürrle: Hing zunächst ziemlich in der Luft und konnte bei seinem ersten EM-Einsatz von Beginn erst einmal kaum Werbung in eigener Sache betreiben. Steigerte sich aber nach einer halben Stunden, wurde aktiver und sorgte dann auch mit einigen Schüssen für Gefahr. - Note: 3 © Oliver Hurst GES DFB
Miroslav Klose: Erster EM-Einsatz von Beginn an. Startete schwungvoll, lauerte aber in der Folge erst einmal vergeblich auf die passenden Anspiele. Holte sich nach dem Wechsel die Bälle oft schon im Mittelfeld und spielte einige gute Pässe. Sein unermüdliches Engagement wurde mit seinem 64. Länderspieltor belohnt. Auch beim 4:1 beteiligt. - Note: 2 © Oliver Hurst GES DFB
Thomas Müller: Ersetzte in der 67. Minute Schürrle. Führte sich mit einem Schuss ans Außennetz gut ein. Auch sonst gut im Spiel. - Note: - © Oliver Hurst GES DFB
Mario Götze: Erster EM-Auftritt als Belohnung für seine Trainingsleistungen. Kam kurz vor Schluss für Reus. - Note: - © Oliver Hurst GES DFB
Mario Gomez: Nach drei EM-Toren in der Vorrunde musste er sich bis zur 80. Minute gedulden, ehe er für Klose ran durfte. - Note: - © Oliver Hurst GES DFB

Beim Finale am 1. Juli in Kiew möchte sie ein Wiedersehen mit Philipp Lahm & Co. feiern - dann mit dem EM-Pokal. Das Selbstvertrauen ist nach dem vierten Sieg kaum noch zu überbieten: „Der Europameistertitel geht nur über uns“, tönte der Turnierdebütant Reus am Samstag unbekümmert und forsch.

Löw stimmte eine Lobeshymne auf seine schwarz-rot-goldene Siegertruppe an, die ihre Rekordserie auf 15 Pflichtspiel-Erfolge in Serie ausbauen konnte: Weltrekord! „Wir sind zum vierten Mal hintereinander bei einem großen Turnier im Halbfinale - 2006, 2008, 2010, 2012. Das ist eine hervorragende Leistung. Wir haben die jüngste Mannschaft beim Turnier mit großen Perspektiven“, schwärmte Löw, der dieses Team mindestens bis zur WM 2014 in Brasilien weiter begleiten und entwickeln wird - ohne Grenzen nach oben. „Wir haben einen sensationellen Kader, haben sensationelle Qualität“, erklärte Kapitän Lahm. Die Titelträume reifen!

Am Sonntagabend können Löw und seine Spieler nun entspannt und gebannt zugleich vor dem Fernseher den Halbfinalgegner beobachten - England oder Italien. „Beide Mannschaften sind sehr unangenehm. England ist viel besser als 2010, bei Italien ist es ähnlich. Alle Mannschaften, die ins Halbfinale kommen, sind Titelanwärter“, sagte Löw. „Mir wäre England lieber, aber es ist einfach schön, dass es im Halbfinale zu einem Klassiker kommt“, kommentierte Lahm.

Der Kapitän hatte den Griechen-Beton mit seinem 1:0 in der 39. Minute als erster ein wenig zerbröselt. Khedira (61.), Klose (68.) und Reus (74.) brachten ihn zum Einsturz. „Wir haben die Griechen mit vielem schlichtweg überfordert“, stellte Löw zufrieden fest.

Letztendlich waren die Gegentore von Georgios Samaras (55.) und Dimitrios Salpingidis (90./Handelfmeter) nur Schönheitsfehler. „Ich habe von Anfang an gesagt, die Favoriten auf den Titelgewinn sind Spanien und Deutschland“, erklärte Griechenlands Trainer Fernando Santos nach dem K.o. seiner fußballerisch limitierten Hellas-Auswahl.

Dem Europameister von 2004 hatte es auch nichts genützt, dass Löws tagelang geheim gehaltener Wechsel-Coup mit Klose, Reus und Schürrle wenige Stunden vor dem Anpfiff publik geworden war. „Das ist nicht in meinem Sinne, wenn das passiert“, sagte der Chefcoach zum Leck im innersten Zirkel der Nationalmannschaft: „Von den Spielern kommt es auf jeden Fall nicht, diese Rückversicherung habe ich.“

Der Plan, Gomez, Podolski und Müller durch frische Kräfte zu ersetzen, „war mir schon länger im Kopf herumgegeistert“, berichtete Löw. „Irgendwie war die Zeit reif, etwas zu verändern. Ich wollte unberechenbar bleiben für die Griechen“, erläuterte der Taktikfuchs.

Es habe ihm „auch wehgetan“, den dreifachen EM-Torschützen Mario Gomez und Lukas Podolski zu opfern. Aber er habe „andere Spielertypen“ gebraucht, die Laufwege aus dem Mittelfeld in die Tiefe gemacht hätten. „Marco Reus hat sehr gut gespielt, André Schürrle ebenso. Miroslav Klose macht ein Tor wie Reus. Das war irgendwie auch der Schlüssel zum Sieg“, lobte Löw die Spieler und sich selbst.

„Frech spielen“, das habe ihm der Trainer aufgetragen, erzählte der überglückliche Reus nach seinem EM-Debüt. Im vierten Spiel setzte Löw sein gewaltiges Bank-Kapital erstmals ein, die Gewinnausschüttung könnte bis zum Endspiel anhalten. Der nächste „wichtige Schritt“ sei vollzogen, sagte Abwehr-Ass Mats Hummels: „Aber wir wissen, dass die weiteren Gegner ein anderes Kaliber sein werden als Griechenland.“

Vor dem Halbfinale ist Hochspannung im Kader, der Kampf um die elf Startplätze beim nächsten Showdown am Donnerstag in Warschau dürfte hitzig werden. Nur Torwart Manuel Neuer, die vier Abwehrspieler und das zentrale Mittelfeldtrio mit dem stark verbesserten Spielmacher Mesut Özil, einem sich quälenden Bastian Schweinsteiger und dem zum Giganten gereiften Khedira sind fix vergeben.

„Er ist eine wirkliche Führungspersönlichkeit geworden“, adelte Löw den 25-jährigen Khedira: „Sehr gut, sehr dynamisch, sehr präsent. Es ist gut für die anderen, dass er da ist.“ Aufhalten soll Magier Löw und seine Ballzauberer keiner mehr, wie der als „Spieler des Spiels“ ausgezeichnete Özil verkündete: „Für uns ist es egal, ob nun England oder Italien kommt. Wir wollen den nächsten Schritt machen - wir wollen ins Finale!“

dpa

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