Neue Aufgabe

Rangnicks letzter Arbeitstag bei RB: Jetzt graue Eminenz?

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Kümmert sich künftig nicht nur um RB Leipzig: Ralf Rangnick. Foto: Hendrik Schmidt

RB Leipzig ohne Chefstratege Rangnick ist schwer vorstellbar. Doch nach sieben Jahren ist am Sonntag offiziell Schluss beim Fußball-Bundesligisten. Einfluss will er dennoch nehmen - wenn es gewollt ist.

Leipzig (dpa) - Er möchte weiterhin jeden Stein umdrehen und an jeder Schraube drehen, sagte Ralf Rangnick zu seiner künftigen Aufgabe als "Head of Sport und Development Soccer" im Fußball-Netzwerk beim Getränkekonzern Red Bull.

Dort soll er die Standorte in Brasilien, New York und auch Leipzig betreuen. Beim Bundesligisten RasenBallsport ist er vertraglich offiziell raus.

Nach sieben Jahren Aufbauarbeit hat Rangnick an diesem Sonntag seinen offiziell letzten Arbeitstag. Wird er danach als graue Eminenz im Hintergrund weiter die Fäden ziehen und mit Rat und Tat weiter Einfluss nehmen? "Ich ziehe mich nicht auf eine repräsentative Außenminister-Rolle zurück", betonte Rangnick zuletzt.

Ein Jetset-Leben zwischen den Standorten in Amerika, der RB-Konzernzentrale Fuschl am See inklusive des entflochtenen Schwesternclubs RB Salzburg mit seinem einstigen Assistenten Jesse Marsch als neuem Cheftrainer und seinen Wohnsitz in Leipzig plant der an diesem Samstag 61 Jahre alt werdende Chefstratege des Projekts nicht. Er will die meiste Zeit in der sächsischen Metropole verbringen. Auch ein neues Engagement als Cheftrainer oder Teammanager in England sei möglich.

Er fühle sich noch zu jung und zu fit. "Komplett ausschließen, dass ich in meinem Leben noch mal als Trainer arbeiten werde, kann ich nicht", sagte er bei seiner Abschieds-Pressekonferenz Anfang Juni in Leipzig. Einen wichtigen Mann dazu an seiner Seite hat er sich schon gesichert. Denn Co-Trainer und Videoanalyst Lars Kornetka ist ebenfalls mit ihm von RasenBallsport zum Konzern gewechselt. Auch Chefscout Paul Mitchell soll Rangnicks Team in Kürze verstärken.

Eine seiner letzten Amtshandlungen an der Akademie am Leipziger Cottaweg war die Einarbeitung von Sportdirektor Markus Krösche, der auch schon den Verkauf von Bruma zum PSV Eindhoven einfädelte. Zudem ist da noch die sensible Personalie Timo Werner. Selbst an Bord einer Promi-Jacht im Hafen von Mallorca war das Thema um die Zukunft des Nationalstürmers vorige Woche am Rande eines Privatkonzertes von Helene Fischer präsent. Rangnick hatte bis zum Ende des Monats "eine für alle Beteiligten sinnvolle Lösung" angekündigt. Bislang blieb sie aus.

Der 23 Jahre alte Angreifer Werner wird schon längere Zeit mit Meister Bayern München in Zusammenhang gebracht. Noch gibt es keinen neuen Stand. Werner will seinen bis 2020 laufenden Vertrag nicht verlängern. Gerüchte von einem Interesse des FC Liverpool um Trainer Jürgen Klopp oder Paris Saint-Germain mit Thomas Tuchel machen derweil immer wieder die Runde.

Trotz der räumlichen Trennung - Rangnick übergibt sein Büro mit Blick auf dem Trainingsplatz an Nachfolger Krösche - will er weiter seine "Expertise in Leipzig einbringen", kündigte der Schwabe an. Auch Trainer-Nachfolger Julian Nagelsmann, der bereist mit der Familie nach Leipzig gezogen ist, will er mit Rat und Tat zur Seite stehen. RB-Vorstandschef Oliver Mintzlaff betonte zum Duo Krösche/Nagelsmann: "Zwei, die nicht so viel Erfahrung haben wie Ralf Rangnick. Daher wird der Austausch weiterhin sehr intensiv bleiben."

Die Messlatte hat Rangnick nach sieben Jahren RB Leipzig mit zweimaliger Doppelrolle als Cheftrainer und Sportdirektor sowie zuletzt mit der erneuten Qualifikation für die Champions League und dem Erreichen des DFB-Pokalfinals enorm hoch gelegt. Mehr ging fast nicht. Daher sah er "in dem großen Mikrokosmos RB Leipzig" nur noch minimale Entwicklungsschritte. Mit den neuen Strukturen in Brasilien und New York wolle er jedoch größere Sprünge machen, um auch den Verein in Leipzig auf die nächste Stufe zu bringen.

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