Bei Kreisklassenspiel in Nürnberg

Schiri verschwindet für 15 Minuten und zieht "Telefon-Joker"

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Nürnberg - In der Bundesliga gibt's den Video-Beweis, in den höheren Amateurligen immerhin Assistenten zur Unterstützung des Schiedsrichters. In der Kreisklasse gibt's keine solchen "Hilfsmittel". Deswegen griff ein Amateur-Schiri nun zu einem besonderen "Joker".

Es lief die 35. Minute im Spiel zwischen dem Post SV Nürnberg II und dem SC Germania Nürnberg in der Kreisklasse Gruppe 4 (Kreis Nürnberg/Frankenhöhe), als ein Spieler des Heimteams beim Stand von 0:2 gerade zum Anschlusstreffer einschieben wollte. In diesem Moment wurde er vom Torwart des SC Germania von hinten gefoult. Der Ball trudelte trotzdem ins Tor - und damit begann der Ärger beziehungsweise die Ratlosigkeit bei Schiedsrichter Manfred Bauer.

Seinem Instinkt folgend, gab Bauer den Treffer und zeigte dem Torwart von Germania zugleich wegen des Fouls die Rote Karte. Es gab daraufhin massive Proteste von Seiten der Gastmannschaft wegen der vermeintlichen Doppelbestrafung. Mit ihren Protesten verunsicherten die Germania-Spieler und -betreuer den Unparteiischen anscheinend so stark, dass dieser sich spontan dazu entschied, den "Telefon-Joker" zu ziehen.

57 Zuschauer sowie 22 Spieler und einige Funktionäre und Betreuer blieben fassungslos zurück, als Bauer vom Feld lief, in die Kabine trabte und erst nach 15 Minuten wieder zurückkehrte. Wie verschiedene Medien berichten, soll sich der Referee in seinem Umkleideraum eingeschlossen, das Regelbuch genau studiert und dann auch noch telefonisch einen "Experten" um Rat gefragt haben. Als Bauer aufs Feld zurückkehrte, gab er das Tor, nahm aber die Rote Karte für den Germania-Keeper zurück.

Das Spiel endete übrigens mit einem 4:2-Sieg für die Gäste. Die "Postler" waren damit natürlich nicht einverstanden und haben Protest gegen die Spielwertung eingelegt. Nun muss wohl ein Sportgericht entscheiden.

mw

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © dpa (Montage)

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