Nach Champions-League-Frust

Schalke will sich im Derby rehabilitieren

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Kapitän Höwedes (r.) will mit seinen Kollegen die 0:3-Schlappe gegen den BVB vergessen machen

Gelsenkirchen - Nach der Lektion gegen den FC Chelsea richteten sich die Blicke bei Schalke 04 sofort auf das Revierderby. Dort soll der hohe Aufwand belohnt werden.

Die Fans stimmten schon vor Spielende Gesänge gegen den Erzrivalen an, die Spieler und Verantwortlichen machten sich unmittelbar nach dem Abpfiff gegenseitig Mut. Nach seiner höchsten Heimniederlage in der Champions League beim 0:3 (0: 1) gegen den FC Chelsea richtete Fußball-Bundesligist Schalke 04 seinen Fokus sofort auf das Revierderby gegen Borussia Dortmund am Samstag (15.30 Uhr/Sky).

„Das Derby geht bei null los, es wird ein heißes Spiel. Dortmund wird nicht so verteidigen wie Chelsea. Das Spiel war sehr lehrreich“, sagte Torhüter Timo Hildebrand nach der ernüchternden Lektion gegen den Europa-League-Sieger.

Engagierte Schalker betrieben gegen die Stars aus London einen hohen Aufwand, erspielten sich in 90 Minuten aber keine hundertprozentige Chance. Am Ende bestrafte Chelsea die Fehler der Königsblauen eiskalt und schoss mit Kontern aus dem Lehrbuch den deutlichen Sieg durch Treffer von Fernando Torres (5. und 69.) und Eden Hazard (87.) heraus. „Chelsea hatte Effizienz, Cleverness und Erfahrung. Uns hat vielleicht die Überzeugung gefehlt“, sagte Sportvorstand Horst Heldt.

Symptomatisch für das Schalker Spiel war Max Meyer. Der 18-Jährige bot einen beherzten Auftritt mit einigen guten Aktionen, vor dem zweiten Gegentreffer leistete sich das Top-Talent aber einen haarsträubenden Fehlpass. Heldt nahm ihn aber in Schutz: „Er hat aber Verbot, darüber nachzudenken. Sonst ändert er sein Spiel, das sollte er nicht tun.“

Den Schalker Youngstern fehlte aber auch die notwendige Unterstützung. Führungsspieler Kevin-Prince Boateng war nach zweiwöchiger Verletzungspause sichtlich nicht in Top-Verfassung, er hing auf ungewohnter Position in der Sturmspitze auch ziemlich in der Luft. „Vorne musste er nicht so viele Wege machen“, begründete Keller seine Entscheidung.

Da die Ausgangslage als Tabellenzweiter mit sechs Punkten „immer noch sehr gut ist“ (Keller), richteten die Königsblauen ihre Konzentration auf das emotional wichtigste Spiel der Hinrunde. Das Derby sei ein besonderes Spiel und habe seine eigenen Gesetze. Dies habe man im vergangenen Jahr gesehen. Dortmund sei dominant gewesen, aber Schalke habe gewonnen. Man wolle am Samstag etwas mitnehmen, sagte Keller.

Dennis Aogo freut sich derweil auf sein erstes Spiel gegen den BVB im Schalker Trikot. „Das Derby ist wie ein Pokalspiel, egal was davor und danach war. Die Fans haben uns gezeigt, dass das Spiel am Wochenende eigentlich viel wichtiger ist“, sagte der Ex-Hamburger, der die Besonderheit von Herne-West gegen Lüdenscheid-Nord auch aus der Entfernung mitbekommen hat: „Sonst hätte ich die letzten zehn Jahre in Quarantäne gelebt.“

Andre Schürrle interessierte derweil nur der Sprung mit Chelsea an die Tabellenspitze der Gruppe E. „Das Ergebnis spricht für sich. Wir haben aus wenig Ballbesitz viel gemacht“, sagte der Nationalspieler. Startrainer Jose Mourinho wollte den über weite Strecken souveränen Auftritt seiner Mannschaft nicht überbewertet sehen: „Nach der Niederlage gegen Basel waren wir nicht in der Hölle, jetzt sind wir nicht im Himmel. Wir sind aber in einer guten Situation“, sagte Mourinho, der im siebten Anlauf erstmals ein Champions-League-Spiel gegen eine deutsche Mannschaft auswärts gewann.

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SID

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