Drittliga-Aus für Traditionsverein

Offenbach endgültig abgestiegen

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Kickers Offenbach favorisiert eine Planinsolvenz.

Offenbach - Für die Offenbacher Kickers führt der Weg in die Regionalliga wohl nur über die Insolvenz - die dritte Liga ist endgültig passé für den Traditionsclub.

Die Offenbacher Kickers geben im Kampf um die Drittliga-Lizenz auf. Der Traditionsclub bestätigte am Freitag, dass er nicht mehr vor das Ständige Schiedsgericht ziehen wird, um die Entscheidung des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) anzufechten. Dies sagte ein Clubsprecher der Nachrichtenagentur dpa und kündigte für den Nachmittag eine Pressemitteilung an. Der Präsidiumsentscheidung des mit 9,1 Millionen Euro verschuldeten Traditionsclubs wurde vom Aufsichtsrat am Donnerstagabend zugestimmt.

Die Vereinsführung sieht keine Chance für ein anderes Urteil und wird den Zwangsabstieg in die Regionalliga Südwest akzeptieren. Dem DFB-Pokalsieger von 1970 droht zudem die Insolvenz. Der DFB hatte den Kickers die Spielberechtigung verweigert, weil der Verein eine Bedingung im Lizenzierungsverfahren nicht erfüllt hatte. Dabei ging es um eine Finanzierungslücke von zwei Millionen Euro.

Kickers-Geschäftsführer David Fischer hatte am Montag noch abgekündigt, vor das Schiedsgericht zu ziehen. Die Erfolgsaussichten waren allerdings von vornherein als gering eingeschätzt worden - so sah es offenbar auch Offenbachs Anwalt Christoph Schickhardt, der 2002 Eintracht Frankfurt in einer ähnlichen Situation vor dem Schiedsgericht herausgepaukt hatte. Der Gang vor das Schiedsgericht hätte die Offenbacher zudem weitere 50 000 Euro gekostet.

Ex-Bundesligisten in den Amateurligen

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Nach einem Bericht der „Offenbach Post“ favorisiert Präsident Frank Ruhl eine Planinsolvenz der Profi GmbH und sagte: „Wir haben Pläne in der Schublade. Wir müssen jetzt das Schlimmste verhindern und hoffen, dass wir wieder auf die Beine kommen.“ Im schlimmsten Fall kann der OFC aber nicht einmal in der Regionalliga antreten.

Ursprünglich stand bei den Kickers am kommenden Mittwoch bereits das erste Training für die neue Saison an. Dieses wurde aber verschoben, da weder Trainer Rico Schmitt noch die Spieler Verträge für die vierthöchste Spielklasse besitzen.

Als Nachrücker für den OFC in der 3. Liga steht damit der hessische Rivale SV Darmstadt 98 fest, der nach dem 1:1 am letzten Spieltag gegen die Stuttgarter Kickers eigentlich abgestiegen war.

dpa

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