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DFB schaltet sich im Fall Ancelotti ein

Verschwörungstheorie nach FC-Bayern-Ausgleich

Hertha BSC Berlin - Bayern München
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Pal Dardai (l.) und Carlo Ancelotti.

Berlin - Sie haben es schon wieder getan: Mit einem ganz späten Tor rettet sich Spitzenreiter Bayern München vor einer Pleite gegen Hertha BSC. Danach überschlugen sich die Ereignisse.

Rangeleien, Verschwörungstheorien, eine Spuck-Attacke und der Mittelfinger von Carlo Ancelotti: Nach dem erneuten Last-Second-Tor des FC Bayern München in der turbulenten XXL-Nachspielzeit von Berlin kochten die Emotionen so richtig über. Selbst der sonst so coole Mister Ancelotti verlor für eine Sekunde die Fassung und zeigte beim Gang in die Kabine wütenden Hertha-Fans den Stinkefinger (Foto hier bei tz.de). Stefan Effenberg lässt grüßen.

"Ja, ich habe diese Geste gemacht, weil ich angespuckt wurde", gab Ancelotti nach dem nüchtern betrachtet leistungsgerechten 1:1 (0:1) in der ARD-Sportschau zu. Das könnte ein Nachspiel für ihn haben. Am Sonntag wurde bekannt, dass der Kontrollausschuss des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) den Bayern-Trainer genau wie Hertha-Torhüter Rune Jarstein zu einer Stellungnahme auffordern wird. Das berichtete der kicker.

Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke von Borussia Dortmund plädierte im ZDF-Sportstudio dagegen: "Ich würde jetzt nicht den Stab über ihn brechen wollen. Wenn dir einer von oben auf den Kopf rotzt, dann findest du das nicht so spannend."

„Sorry, aber ich glaube, das ist der Bayern-Bonus“

Vielleicht beschäftigt sich der DFB auch mit dem delikaten Vorwurf von Hertha-Coach Pal Dardai. Der Ungar witterte in seiner ersten Enttäuschung wegen der extrem langen Nachspielzeit eine Verschwörung. "Sorry, aber ich glaube, das ist der Bayern-Bonus", wetterte Dardai bei Sky in Richtung des Schiedsrichters Patrick Ittrich (Hamburg).

Fakt ist: Robert Lewandowskis Ausgleichstreffer nach 95:59 Minuten war das späteste Bundesliga-Tor seit detaillierter Datenerfassung. Dabei hatte der vierte Offizielle nach dem Ende der regulären Spielzeit mit seiner Tafel "nur" fünf Minuten Nachspielzeit angezeigt. Und schon da hatte es gellende Pfiffe von den 74.667 Zuschauern im erstmals in dieser Saison ausverkauften Olympiastadion gegeben.

Auch Vedad Ibisevic, der mit dem 1:0 (21.) seine Torflaute nach 656 Minuten beendete, sprach hinterher von einem Bayern-Bonus: "Warum muss man fünf Minuten nachspielen und dann noch zwei oben drauf? Wo gibt es das sonst? Nur bei den Bayern!"

Der Ärger der Herthaner über den nur knapp verpassten ersten Sieg gegen den Rekordmeister seit acht Jahren hatte sich auch schon auf dem Rasen entladen. Torhüter Rune Jarstein schoss nach dem Ausgleich den Ball an den Rücken von Xabi Alonso, woraufhin es zu heftiger Rudelbildung kam. "Das gehört sich nicht, das ist kein Fair Play", kritisierte Bayern-Torhüter Manuel Neuer.

Der erneut schwache Weltmeister Thomas Müller konnte derweil über den angeblichen "Bayern-Bonus" nur lachen. "Hertha hat von Anfang an nur Zeitspiel gemacht", sagte der Nationalspieler und spottete: "Sie sollen sich mal anschauen, wie viele Krämpfe es ab der 50. Minute gab bei einer Mannschaft, die keine englischen Wochen hat."

Während Müller seine Chance von Beginn an nicht nutzen konnte, glänzte Lewandowski diesmal als Joker. "Wenn du in der 96. Minute ein Tor machst, ist das immer etwas Besonderes", sagte der eingewechselte Pole, der mit seinem 16. Saisontreffer die insgesamt schwachen Bayern vor der zweiten Ligapleite rettete.

Von der Gala-Form drei Tage zuvor in der Champions League gegen den FC Arsenal (5:1) war das Münchner Starensemble weit entfernt. Wieder einmal. Schon die Rückrundensiege gegen den SC Freiburg (2:1) und den FC Ingolstadt (2:0) hatten sich die Bayern mit ganz späten Toren mehr erarbeitet als erspielt.

Ob das nun der Bayern-Bonus, Dusel, Mentalität oder einfach nur Klasse ist, darüber wird heftig diskutiert.

sid

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