Sammer kontert Vorwürfe von FCB-Doc

Fall Müller-Wohlfahrt: Bayern-Spieler "schockiert"

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Die Bayern-Spieler beim Torjubel. Mehrere zeigten sich überrascht vom Aus von Dr. Hans-Wilhelm-Müller-Wohlfahrt.

Sinsheim - Am Rande des Bayern-Spiels in Hoffenheim haben sich neben Matthias Sammer auch mehrere Spieler zum Aus von Dr. Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt geäußert.

Matthias Sammer.

Bayern-Sportvorstand Matthias Sammer hat Vorwürfe zurückgewiesen, nach denen der Verein den zurückgetretenen Teamarzt Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt für die Champions-League-Pleite beim FC Porto verantwortlich gemacht habe. „Keiner hat ihm die Schuld an der Niederlage in Porto gegeben“, sagte Sammer am Samstag im TV-Sender Sky vor dem Bundesliga-Spiel des deutschen Fußball-Meisters bei 1899 Hoffenheim.

Den Bayern-Profis war deutlich anzumerken, wie unangenehm ihnen dieses Thema ist. Schließlich schwören nach wie vor viele Spieler auf Müller-Wohlfahrt. „Jeder hat da seine eigene Meinung. Aber wir haben keine Zeit, um darüber nachzudenken“, sagte Torwart Manuel Neuer: „Das ist auch nicht meine Baustelle. Da ich Nationalspieler bin, werde ich mich auch weiter von ihm behandeln lassen.“

Ähnlich sieht es Jerome Boateng, der Müller-Wohlfahrt als „tollen Arzt“ bezeichnete. Torschütze Rode, der mit seiner starken Vorstellung in erster Linie für die vierte Pflichtspielpleite in Folge der Europa-League-Aspiranten aus Hoffenheim verantwortlich war, sprach sogar von einer „Ikone“ seines Fachs: „Wir waren alle schockiert, als wir es aus den Medien erfahren haben“.

Doch auch ohne Müller-Wohlfahrt liegt das Hauptaugenmerk der Münchner darauf, die lange Verletztenliste in den kommenden Tagen zu verkürzen. Arjen Robben, David Alaba, Medhi Benatia und Javi Martinez werden gegen Porto sicher fehlen.

Weltmeister-Kapitän Philipp Lahm dürfte dagegen zurückkehren, bei Bastian Schweinsteiger könnte es laut Guardiola „vielleicht“ reichen, für Franck Ribery eher nicht. Die Auswechslung von Juan Bernat in Hoffenheim war eine Vorsichtsmaßnahme, der Außenverteidiger kann gegen Porto auflaufen.

Der 72-jährige Müller-Wohlfahrt und sein Stab hatten am Donnerstagabend einen Tag nach dem 1:3 im Viertelfinal-Hinspiel in Porto überraschend mit sofortiger Wirkung ihre Aufgaben bei dem Club niedergelegt. „Nach dem Champions League-Spiel des FC Bayern München gegen den FC Porto wurde aus uns unerklärlichen Gründen die medizinische Abteilung für die Niederlage hauptverantwortlich gemacht“, hieß es in der Erklärung. Müller-Wohlfahrt war seit fast 40 Jahren mit einer kurzen Unterbrechung Mannschaftsarzt der Münchner.

Sammer wollte sich nicht weiter zu dem Schritt des Mediziners äußern. „Ich habe Verständnis für die Fragen, doch es ist am Freitag alles gesagt worden“, sagte er. „Es ist die Entscheidung von Müller-Wohlfahrt. Wir haben es zur Kenntnis genommen und es bedauert.“ Im Spiel bei 1899 Hoffenheim (2:0) betreute Volker Braun erstmals seit dem Rücktritt seines Kollegen die Mannschaft.

dpa/sid

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