Ex-FCB-Sportvorstand im Wortlaut

Sammer über Rücktritt: „Wusste schnell, was ich nicht mehr will“

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Matthias Sammer.

München - Matthias Sammer wird ab Sommer als Bundesliga-Experte für Eurosport arbeiten. Vorab sprach er über seine Gesundheit, sein neues Leben und seine Zeit bei Bayern.

Matthias Sammer über…

…seine Gesundheit: „Das war relativ schnell abgehakt, mir geht es bestens. Es war ein kleiner Schreck, es bleibt nichts. Meine Entscheidung war jedoch klar und deutlich. Ich wusste schnell, was ich will. Und ich wusste schnell, was ich nicht mehr will.“

…sein neues Leben: „Mir fehlt nichts, wirklich überhaupt nichts. Ich weiß nicht, was mittelfristig kommt. Aber kurzfristig kann ich mir überhaupt nicht vorstellen, ins operative Geschäft zurückzukehren.“

…seinen Abschied vom FC Bayern: „Das war für mich relativ schnell klar. Ich habe das einfach so gefühlt. Mein Ball ist rund. Ich durfte Spieler sein, Trainer sein, Sportdirektor beim DFB für die Jugend und Sportvorstand bei Bayern - rein sportlich gibt es für mich keine Themen mehr. Jetzt sagt mir meine eigene Stimme, dass es noch ein anderes Leben gibt und auch andere Themen, die mich reizen.“

….Philipp Lahm als Sportvorstand bei Bayern: „Philipp hat eine starke Identität, er kennt den Verein aus dem Effeff und trägt das weiter. Aber das sind weiche Faktoren. Harte Faktoren sind für meine Begriffe die Fachlichkeit, das Erlernte und damit umgehen zu können. Es geht darum, auch bewerten zu können. Was sind Faktoren eines Trainers? Was ist Leistungssteuerung, was ist Vorbereitung, was ist Periodisierung? Das klingt hoch kompliziert, aber das solltest du schon gelernt haben und wissen. Die Frage ist, ob es die Position erlaubt, damit zu wachsen, oder ob sie ein größeres Verantwortungsprofil hat. Grundsätzlich traue ich es Philipp zu. Ich vermag aber nicht zu sagen, wann der richtige Zeitpunkt dafür ist.“

…Lahms bevorstehendes Karriereende:Ich würde ihm noch zehn Jahre als Spieler raten! Die Zeit als Spieler ist die Schönste – außer sie treiben dich irgendwann aus dem Stadion. Ich sage ihm: 'Spiel', solange es geht.'“

…die Rückkehr von Uli Hoeneß: „Es ist nicht mehr meine Aufgabe zu bewerten, ob es (Hoeneß' Aussagen zuletzt, Anm. d. Red.) ein bisschen zu viel oder zu wenig ist. Ich glaube aber, dass Vereinsverantwortliche als Elite auch eine Wirkung auf die Gesellschaft haben und damit eine gewisse Verantwortung einhergeht. Sie müssen darauf achten, dass nicht alles in Scharmützel ausartet. Ganz am Ende muss man drauf achten, welche Bedeutung das vom Wertekostüm her auch für Jugendliche hat. Man muss aufpassen, wie man miteinander umgeht.“

…Carlo Ancelotti: „Ancelotti und Pep Guardiola zu vergleichen, macht überhaupt keinen Sinn. Carlo Ancelotti denkt den Fußball im Zusammenhang mehr durch und auch in anderen Feldern. Er misst dem Spiel gegen den Ball, dem Aufbauspiel und der Flexibilität im Spiel eine ganz andere Bedeutung bei als Guardiola. Das Schöne ist: Am Ende führen viele Wege zum Titel. Man sollte Carlo die Zeit geben, das in München beweisen zu können, und frühestens im Sommer analysieren, wie es funktioniert hat.“

snacktv

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