Madrid wollte ihn im Winter

Lewa: "Unmoralisches Angebot" von Real

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Auch Real Madrid war heiß auf Robert Lewandowski.

München - Der FC Bayern hat Robert Lewandowski bekommen, doch offenbar wollte ihn Real Madrid schon im Winter. Die Spanien hatten ein "unmoralisches Angebot" vorgelegt.

Nach Nationalspieler Mario Götze (21), für den die Bayern eine festgeschriebene Ablöse von 37 Millionen Euro auf den Tisch blättern mussten, ist Robert Lewandowski schon der zweite Offensiv-Kracher, den der BVB widerwillig zum deutschen Branchenführer ziehen lassen muss. Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke reagierte zumindest öffentlich gelassen. „Das kommt nicht überraschend, es ist ein ganz normaler Vorgang“, sagte er der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“.


Lewandowski wäre am liebsten schon vor dieser Saison nach München weitergezogen. Doch dagegen hatte der BVB sein Veto eingelegt und sogar eine Ablöse von über 20 Millionen Euro ausgeschlagen. Die Suche nach einem Nachfolger für den Weltklassemann, der in bislang 115 Bundesligaspielen 65 Tore erzielt hat, ist in Dortmund aber längst angelaufen. „Unser Sportdirektor Michael Zorc arbeitet mit Hochdruck daran, eine Alternative zu finden“, sagte Watzke. Die Neubesetzung der wichtigen Planstelle dürfte schwierig und teuer werden.

Lewandowski: Chronik des langwierigen Wechsels

Nach einem schier endlosen Hin und Her steht der Wechsel von Robert Lewandowski von Borussia Dortmund zum FC Bayern München endlich fest. Wir dokumentieren Stationen des langwierigen Transfers. Die Bilder sind verschiedene Archivfotos des Stürmers, stammen also nicht vom angegebenen Tag. © dpa
8. Januar 2012: Bayern-Präsident Uli Hoeneß sieht Bedarf für eine „Bombe“ im Sturm. An Robert Lewandowski denkt da wohl noch keiner. © dpa
12. Mai 2012: Robert Lewandowski setzt sich mit seinem Auftritt im DFB-Pokalfinale im Bayern-Gedächtnis fest. Der Pole erzielt drei Tore für Borussia Dortmund bei der 5:2-Demütigung in Berlin. © dpa
5. Februar 2013: Medien spekulieren über intensive Verhandlungen Lewandowskis mit dem FC Bayern. Beide Vereine äußern sich nicht. Der Stürmer kündigt später eine Entscheidung für den Sommer an. © dpa
6. Februar 2013: Der FC Bayern hält sich bei den Spekulationen um einen möglichen Wechsel Lewandowskis nach München bedeckt und verweist auf die Entstehungsgeschichte. „Die Geschichte ist über einen spanischen Blog entstanden. Das ist schon eine Art Gerüchteküche, die der Küchenschabe relativ nahe kommt“, sagt Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge. © dpa
13. Februar 2013: Bayern-Stürmer Mario Mandzukic macht sich trotz der anhaltenden Spekulationen um einen Transfer keine großen Sorgen. „Warum sollte ich das tun? Wenn Qualitätsspieler kommen, ist das immer gut.“ © dpa
16. Februar 2013: BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke glaubt nicht an einen Wechsel Lewandowskis im Sommer. „Das ist nicht sehr wahrscheinlich. Wenn er 2013 wechseln möchte, muss er uns irgendwann sagen, wohin er möchte. Dann werden wir prüfen, was für Borussia Dortmund das Beste ist.“ © dpa
17. Februar 2013: Die Zeichen im Fall Lewandowski stehen auf Trennung. „Ich glaube nicht, dass es zu einer Vertragsverlängerung kommen wird“, sagt BVB-Sportdirektor Michael Zorc. Er behält recht. © dpa
19. Februar 2013: Der FC Bayern sieht sich bei einer möglichen Verpflichtung des Dortmunder Torjägers nicht in Zugzwang. „Tatsache ist, dass wir drei gute Stürmer haben. Und dass wir in keinerlei Not sind“, sagt Präsident Hoeneß. © dpa
25. Februar 2013: Die Zukunft von Lewandowski liegt nach Aussage seines Beraters nicht bei Borussia Dortmund. „Wer Roberts Karriere verfolgt hat, wird wissen, dass er in keinem Verein länger als zwei Jahre gespielt hat. In Dortmund spielt er bereits in seiner dritten Saison. Wer zwischen den Zeilen lesen kann, wird wissen, was das bedeutet“, sagt Cezary Kucharski im polnischen Fernsehen. © dpa
3. März 2013: Watzke gibt sich im Transfer-Poker gelassen. „Wir sind ganz frei in unserer Entscheidung.“ Nur wenn ein Verein komme und einen „sehr, sehr hohen Preis“ biete, sei man bereit, über einen Wechsel des noch bis 2014 unter Vertrag stehenden Profis schon in diesem Sommer nachzudenken. © dpa
23. April 2013: Nach dem feststehenden Wechsel von Mario Götze zum FC Bayern will Borussia Dortmund nicht auch noch Torjäger Robert Lewandowski gehen lassen. „Es ist mein absoluter Wunsch, dass er nächste Saison beim BVB spielt“, sagt Watzke. © AFP
26. April 2013: Bayern München dementiert Medienberichte über einen angeblichen Vertragsabschluss. „Der FC Bayern hat entgegen dieser Meldungen keinen Vertrag mit Robert Lewandowski.“ © AFP
4. Mai 2013: Das Dauerthema Robert Lewandowski und ein möglicher Weggang von Borussia Dortmund bekommt immer skurrilere Züge. Real Madrids Präsident Florentino Perez soll nach dem Champions-League-Aus gegen den BVB in den Katakomben des Stadions Santiago Bernabeu um einen Wechsel beim Stürmer geworben haben. © AFP
26. Mai 2013: Nach dem Champions-League-Triumph deutet Bayern-Coach Jupp Heynckes einen baldigen Wechsel von Lewandowski. „Mario Götze wird kommen. Lewandowski wird auch nicht mehr lange auf sich warten lassen. Dann hat man noch zwei top Offensivspieler dazu.“ © AFP
27. Mai 2013: Ein Vereinswechsel des Dortmunder Torjägers Robert Lewandowski zu Bayern München ist nach Angaben seines Beraters Cezary Kucharski nur noch eine Frage von wenigen Wochen. © AFP
5. Juni 2013: Lewandowski strebt eine schnelle und einvernehmliche Trennung von Borussia Dortmund an. „Ich gehe davon aus, dass nun alles geklärt wird und ich diesen Sommer zu meinem Wunschverein wechseln darf. Das wäre für alle Seiten das Beste.“ © AFP
9. Juni 2013: Machtwort von Borussia Dortmund. „Robert Lewandowski wird 2013 definitiv nicht zum FC Bayern wechseln. Das ist endgültig! Das haben wir Robert und seinen Beratern jetzt mitgeteilt“, erklärt Watzke. Der BVB schlägt damit eine hohe Ablösesumme aus. © AFP
9. Juli 2013: Der FC Bayern plant nach dem Verkauf von Torjäger Mario Gomez fest mit Lewandowski als künftigem Stürmerstar. „Ich bin durchaus optimistisch, dass der Spieler im nächsten Sommer zu Bayern München wechseln wird“, erklärt Rummenigge. © AFP
17. Juli 2013: Lewandowski findet sich mit dem Verbleib beim BVB ab. „Ich muss das akzeptieren, dass ich in Dortmund bleiben muss“, sagt der polnische Nationalspieler im Trainingslager in der Schweiz. Wenige Tage später sagt er: „Ich verberge nicht, dass ich mich betrogen fühle.“ Kein Problem für Jürgen Klopp. „Es ist alles in Ordnung. Alles, was es da noch zu besprechen gibt, wird intern besprochen.“ © AFP
18. August 2013: Borussia Dortmund bestätigt eine kräftige Gehaltserhöhung für den Polen. „Es ist nun so, dass ich noch ein weiteres Jahr in Dortmund bleiben werde. Wir haben alle Unstimmigkeiten beseitigt und uns ausgesprochen. Es gibt keine Probleme mehr“, sagt der polnische Nationalspieler kurz danach. © dpa
25. September 2013: Lewandowski deutet an, dass sein erwarteter Wechsel Anfang 2014 fix gemacht werden dürfte. Dann dürfe er offiziell auch den neuen Vertrag unterschreiben, sagt er nach dem DFB-Pokalspiel beim Zweitligisten TSV 1860 München. © dpa
4. Januar 2014: Lewandowski unterzieht sich dem medizinischem Check, um danach einen Vertrag bei seinem künftigen Verein zu unterschreiben. © dpa

Der Bayern-Vorstandsvorsitzende Karl-Heinz Rummenigge habe Hans-Joachim Watzke wegen einer vermeintlichen Offerte von Real Madrid für Lewandowski angesprochen, berichtete der „Spiegel“. „Rummenigge hat mich gefragt, ob wir Robert im Winter an Real verkaufen wollen. Wir hatten aber niemals die Absicht“, sagte Watzke. Laut Lewandowskis Agent Maik Barthel habe es ein „unmoralisches Angebot“ der Königlichen gegeben. „Aus Respekt vor einem so großen Club muss man sich das anhören. Aber es stand nie zur Debatte, dass wir unser Wort brechen.“

Lewandowski war 2010 für 4,5 Millionen Euro von Lech Posen nach Dortmund gewechselt. Er wurde zweimal deutscher Meister mit dem BVB. Auch die Bayern ärgerte er mit seinen Toren, allein drei erzielte der Pole beim 5:2-Triumph der Dortmunder gegen die Bayern im Pokalfinale 2012. Damals schien die Borussia, die zuvor auch den Transferpoker um Marco Reus gewonnen hatte, auf Augenhöhe mit den Münchnern - spätestens nun ist die Hierarchie nach dem Verlust von Götze und Lewandowski wieder klar zugunsten der Bayern zementiert.

Noch ohne Lewandowski wollen die Bayern in der Rückrunde ihre 2013 errungene Vormachtstellung in Deutschland und Europa mit neuen Titeln untermauern. Sportvorstand Matthias Sammer mahnte am Sonntag vor dem Abflug des Bundesliga-Spitzenreiters nach Katar dazu, nach dem Lewandowski-Coup rasch zur Tagesordnung zurückzukehren: „Das ist eine Personalie, die man jetzt entschieden hat, aber für den Sommer.“ Noch sei Lewandowski ein Angestellter des BVB: „Und für diesen Club soll er in den nächsten Wochen und Monaten alles geben.“

Im Trainingslager in Doha wolle er „nichts groß hören“ zur ersten großen Personalentscheidung im Jahr 2014. Die Vorbereitung auf die zweite Saisonhälfte müsse im Vordergrund stehen. „Wir bereiten uns akribisch, konzentriert, fokussiert darauf vor“, sagte der ewige Antreiber Sammer: „Wir haben schwere Aufgaben vor der Brust!“

dpa

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