Guardiola kündigt "schwere Zeit" an

Kein Kommentar: Bayern-Bosse angefressen

Karl-Heinz Rummenigge
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Karl-Heinz Rummenigge.

Hamburg - Noch läuft Titelverteidiger Bayern München auf Sparflamme. Trainer Guardiola schwant eine längere Zurückhaltung. Die Bosse zeigen sich angefressen.

Die Offensive von Bayern München hat den Stress-Test in dieser Saison noch nicht bestanden. Das 0:0 beim leidenschaftlich kämpfenden Hamburger SV legte das Problem des Rekordmeisters offen. Vor dem gegnerischen Tor läuft die Bayern-Maschinerie trotz bekannter Dominanz nicht rund. Der Titelverteidiger hat mit acht Punkten und fünf erzielten Toren den schlechtesten Saisonstart in der Fußball-Bundesliga seit vier Jahren hingelegt. „Da gibt es keine Ausreden, es muss einfach mehr von uns kommen“, schimpfte Abwehrspieler Jerome Boateng.


In beiden bisherigen Auswärtspartien kam das Team von Pep Guardiola nicht über Unentschieden hinaus. „Wir müssen mehr, mehr arbeiten“, lautete die Schlussfolgerung des wortkargen Coaches. Auf die Rotation - diesmal hatten Xabi Alonso, Robert Lewandowski, Mario Götze und Mehdi Benatia zunächst auf der Bank Platz genommen - wird der Trainer wegen der Dauerbelastung nicht verzichten wollen.

Bayern-Bosse angefressen

Angefressen waren Sportvorstand Matthias Sammer und der Vorstandsvorsitzende Karl-Heinz Rummenigge, die durch die Stadionvorhalle eilten und jeglichen Kommentar verweigerten. Von Gelassenheit keine Spur.


Selbst 73,7 Prozent Ballbesitz müssen nicht zwangsläufig zu Toren führen. „Wir hatten Probleme im Aufbauspiel und sind zu selten in die torgefährliche Zone gekommen“, analysierte Torhüter Manuel Neuer, der in der Schlussphase vor einem Platzverweis stand, nachdem er weit außerhalb des Strafraumes den Ball mit der Hand abgewehrt hatte. Für Philipp Lahm sind die Vollstrecker im Team gefordert. „Es ist nicht so, dass wir zu wenig Torchancen haben. Wir haben genug. Nur machen wir die nicht rein“, meinte der Ex-Nationalspieler. Dem neuen Torjäger Lewandowski, der bislang erst einmal getroffen hat, sei das Manko aber nicht anzulasten. „Das liegt nicht an den Stürmern“, beteuerte Lahm.

Das schwere Champions-League-Spiel gegen Manchester City drei Tage zuvor, das erst durch einen Boateng-Sonntagsschuss in letzter Minute entschieden wurde, steckte dem Team noch in den Gliedern. Laut Guardiola wird es den FC Bayern aufgrund der englischen Wochen und der Verletztenmisere (Schweinsteiger, Badstuber, Martinez, Thiago, Ribery) wohl noch eine Weile auf Sparflamme geben. „Bis Dezember wird es schwer“, meinte der Coach.

Bis dahin wollen die Hamburger das Mittelfeld der Tabelle erreicht haben. Dank Bundesliga-Trainernovize Josef „Joe“ Zinnbauer wähnen sie sich auf dem richtigen Weg. Der 44 Jahre alte Coach, der auch im Geschäftsleben als Inhaber eines Finanzdienstleisters auf der Erfolgswelle schwimmt, hat den richtigen Zugang zu seinen Profis gefunden. Fast möchte man meinen, der Trainer beherrsche Beschwörungsformeln. „Die Ansprache vor dem Spiel war emotional. Das war eine richtige Gänsehautstimmung. Die Motivation, die er uns mitgab, war der ausschlaggebende Punkt“, berichtete Mittelfeldspieler Tolgay Arslan. „Jeder hat so seine Rituale“, betonte der Coach, wollte aber nichts verraten.

Vorstandschef Dietmar Beiersdorfer sieht sich nach dem zweiten Punktgewinn im vierten Match bestätigt im Trainertausch. „Josef Zinnbauer versprüht eine unglaubliche Energie und Motivation“, erklärte er. Der Gelobte vergaß nicht, seinem Vorgänger zu danken. „Mirko Slomka hat die Mannschaft in einem Top-Zustand hinterlassen“, sagte der Oberpfälzer. „Die Mannschaft ist brutal intakt, da sind keine faulen Eier drin.“

Dem starken Abwehrchef Heiko Westermann (89 Prozent gewonnene Zweikämpfe) war ganz feierlich zumute: „Als Mannschaft war das eines der besten Spiele, die wir je abgeliefert haben.“ Die Defensive stand, aber vorn lief nicht viel zusammen. Insbesondere Torjäger Pierre-Michel Lasogga gelingt derzeit kaum etwas. Auch deshalb konnte sich der HSV von einer Peinlichkeit noch immer nicht befreien: Nie zuvor in der 52-jährigen Liga-Geschichte war er nach vier Spieltagen ohne Tor.

dpa

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