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Geldstrafe droht

Nach Mittelfinger: DFB fordert Ancelotti zur Stellungnahme auf

Carlo Ancelotti hatte einem Hertha-Fan nach einer mutmaßlichen Spuck-Attacke den Mittelfinger gezeigt.
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Carlo Ancelotti hatte einem Hertha-Fan nach einer mutmaßlichen Spuck-Attacke den Mittelfinger gezeigt.

München - Der DFB-Kontrollausschuss ermittelt wie angekündigt wegen der Mittelfinger-Geste von Carlo Ancelotti beim Spiel gegen Hertha BSC Berlin. Der FCB-Trainer wurde nun zur Stellungnahme aufgefordert.

Carlo Ancelotti droht wegen seiner Unbeherrschtheit nach dem denkwürdigen XXL-Spiel von Berlin eine Geldstrafe. Der Kontrollausschuss des Deutschen Fußball-Bundes forderte den Trainer des FC Bayern nach seiner Mittelfinger-Geste zwei Tage zuvor im Anschluss an das turbulente 1:1 der Münchner bei Hertha BSC zu einer Stellungnahme auf. Danach wird das DFB-Gremium über die weiteren Schritte entscheiden.

Ancelotti kommt der Aufforderung des DFB-Kontrollauschusses „selbstverständlich“ nach, wie sein Club am Montag mitteilte. Den Fingerzeig mit Folgen hatte der Italiener nach dem Remis noch im Olympiastadion schon so erklärt: „Ich habe diese Geste gemacht, ich bin vorher angespuckt worden.“ Die „Bild“ (Montag) berichtet zudem, dass auch Schiedsrichter Patrick Ittrich auf dem Weg in die Kabine bespuckt worden sei. Dies habe dieser ebenso wie Beschimpfungen in einem Sonderbericht vermerkt. Ancelotti hatte die obszöne Geste, eingefangen von einer Fernsehkamera, auf dem Weg in die Katakomben gezeigt.

Geldstrafe könnte drohen

Darf sich ein hochdekorierter Welttrainer nach einem nervenaufreibenden Match dazu hinreißen lassen? Oder muss er sich als Fußball-Vorbild auch Bespucken klaglos gefallen lassen? Der DFB wird nun zumindest beantworten, ob und wie er dieses Verhalten sanktioniert. Ein Sportgerichtsverfahren erscheint eher unwahrscheinlich. Gut möglich wäre die Einstellung gegen eine Geldstrafe.

In der 2. Bundesliga musste der frühere Coach von Union Berlin, Norbert Düwel, im Dezember 2014 3500 Euro Strafe wegen einer ähnlichen Geste zahlen. Der Union-Trainer hatte nach dem 1:4 gegen 1860 München den ausgestreckten rechten Mittelfinger in Richtung des Zuschauerbereichs gezeigt. Düwel führte seine Reaktion auf Beleidigungen eines Tribünengastes zurück.

Zuspruch von Watzke und Hecking

Auch der sonst so ruhige, so coole Ancelotti war am Samstag gereizt - was Bundesliga-Kollegen verstehen. „Ich würde nicht den Stab über ihn brechen wollen“, sagte Hans-Joachim Watzke, Clubchef von Liga-Rivale Dortmund. „Man sollte es idealerweise nicht machen. Aber es gibt Situationen, da hast du die einfach die Schnauze mal voll. Aber wenn dir einer auf den Kopf rotzt, findest du es auch nicht so spannend“, sagte der BVB-Macher im ZDF nach dem Fingerzeig mit Folgen.

„Ich kann Ancelotti gut verstehen, das ist absolut respektloses Verhalten. Da ist die Hemmschwelle deutlich überschritten worden“, sagte Gladbachs Trainer Dieter Hecking. „Das ist auch ein gesellschaftliches Problem.“ Kölns Trainer Peter Stöger fand den Mittelfinger des Kollegen „menschlich verständlich“. Wenn man sich gar nicht mehr wehren dürfe, werde es „auf Dauer ein wenig unlustig“. Aushängeschild hin oder her. „Das sollte auf beiden Seiten nicht vorkommen“, wertete es Schalkes Coach Markus Weinzierl.

Dardai: „Man muss viel Verbales über sich ergehen lassen“

Man müsse als Trainer allerdings leider vieles runterschlucken, wies Berlins Coach Pál Dárdai auf extreme Umstände in seinem Business hin. „Man muss viel Verbales über sich ergehen lassen. In der Emotion eine Reaktion zu zeigen, ist menschlich“, sagte Augsburgs Trainer Manuel Baum in Sport1. „Die Frage ist, wie sie aussehen muss.“

Härter als Düwel traf es einst Trainer-Gentleman Ottmar Hitzfeld, der im Jahr 2012 im WM-Qualifikationsspiel der Schweiz gegen Norwegen (1:1) die Contenance verlor. Als Coach der Schweizer zeigte er den Mittelfinger in Richtung des spanischen Schiedsrichters David Fernandez Borbalan. Hitzfeld wurde für zwei Spiele gesperrt und bekam eine Geldstrafe von 7000 Schweizer Franken aufgebrummt. Damals war allerdings auch ein Referee als Ziel der Geste ausgemacht worden.

dpa

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