Harte Folgen für die Bundesliga

Corona-Wirrwarr: Spielt Alexander Nübel in dieser Saison für Schalke und den FC Bayern?

Aktuell beim FC Schalke, bald beim FC Bayern: Alexander Nübel.
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Aktuell beim FC Schalke, bald beim FC Bayern: Alexander Nübel.

Corona und die Bundesliga: Wird die Saison im Sommer fortgesetzt, könnten Spieler wie Alexander Nübel für zwei Klubs auflaufen - in dem Fall für den FC Schalke und den FC Bayern.

  • Corona und die Bundesliga: Die DFL * unterbricht die Saison bis mindestens Anfang April.
  • Das Coronavirus sorgt im Profi-Fußball für ein Riesen-Wirrwarr - am 30. Juni enden viele Verträge.
  • Alexander Nübel wechselt am 1. Juli vom FC Schalke zumFC Bayern - und trägt in ein und derselben Saison das Trikots von zwei Klubs?

München/Gelsenkirchen - Der 30. Juni. Im Profi-Fußball ist dieses Datum so etwas wie eine rote Linie. Um Mitternacht öffnet der Transfermarkt, dann, wenn Verträge von reihenweise Spielern bei reihenweise Klubs auslaufen. Bis dahin ist in der Regel alles gespielt, die Saison abgeschlossen, die Profis sind gerade bei einer Fußball-EM oder -WM - oder schon im Urlaub. Impressionen auf Facebook und Instagram inklusive. Das Coronavirus bringt dieses System nun aber gehörig in Schieflage*.

Corona in der Bundesliga: DFL setzt Spielbetrieb aus

Doch 2020, in Zeiten von Corona, ist alles anders. Die europäischen Top-Ligen, inklusive der Bundesliga*, haben ihren Spielbetrieb wegen der rasanten Ausbreitung des Coronavirus bis Anfang April ausgesetzt.


„Es ist möglicherweise notwendig, dass die Euro verschoben wird. Es ist aber auch möglich, dass der Juni für die Ligen zur Verfügung zu stehen hat“, erklärte Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge zuletzt zur kniffligen Lage wegen Coron a*: „Wenn jetzt Spiele ausfallen, müssen wir die irgendwann nachholen. Aber: Wir wissen nicht, wie lange uns das Thema beschäftigt.“

Coronavirus: Wann geht es in der Bundesliga weiter?

Die Folgen für die Bundesliga durch das Coronavirus sind noch nicht abzusehen. Nimmt man die Aussagen der Klubs und Akteure zusammen, fällt aber eines auf: Sie wollen unbedingt die Saison 2019/20 zu Ende spielen - irgendwie.

„Das Präsidium der DFL* hat eine Entscheidung getroffen, die es zu respektieren gilt – unabhängig davon, dass es sicher auch andere Ansätze gegeben hätte“, erklärte BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke vielsagend: „Wir müssen das jetzt alle gemeinsam solidarisch tragen und am Montag die entsprechenden Ableitungen diskutieren.“

Trotz Corona: Union Berlin wollte unbedingt gegen den FC Bayern spielen

Wie wichtig es ist, den vertraglichen Verpflichtungen in der Bundesliga-Vermarktung nachzukommen, bewies nicht zuletzt Union Berlin, jener Verein, der gerne ein Kontrast zur Kommerzialisierung im Fußball sein will.

Präsident von Union Berlin: Dirk Zingler.

„Wir sind in einer Phase, die ein einheitlicheres Vorgehen braucht. Ich bin verwundert, was in Berlin bei diesem Fußballspiel passiert", hatte Gesundheitsminister Jens Spahn im Deutschlandfunk über das Bestreben der Eisernen gesagt, am mittlerweile abgesagten 26. Spieltag unbedingt vor Zuschauern gegen den FC Bayern München* antreten zu wollen. 

Coronavirus: Kann die Bundesliga Anfang April weitermachen?

Union-Präsident Dirk Zingler argumentierte, Spahn habe ja auch nicht die Einstellung der BMW-Produktion in Berlin empfohlen, „also kann er uns auch nicht empfehlen, dass wir unseren Betrieb einstellen“. Auf einer Pressekonferenz verwies Zingler darauf, dass der Klub 200 Mitarbeiter habe, „die montags einkaufen gehen wollen“. Ferner würden an Spieltagen insgesamt 1.000 Personen an einem reibungslosen Ablauf rund um das Stadion an der Alten Försterei mitarbeiten, erklärte er.

Die Bundesliga will also spielen. Nach aktuellen Bestrebungen soll es am Wochenende zwischen dem 3. und 5. April weitergehen. Doch, was wenn dieser Plan nicht eingehalten werden kann? Wenn erst im Sommer weitergespielt wird, um den Verpflichtungen aus der Vermarktung nachzukommen? 

Was wird dann aus den Spielern deren Verträge am 30. Juni enden - und die dann zu einem anderen Verein wechseln? Laut Sport1 geht es um insgesamt 72 Spieler, deren Verträge auslaufen.

Bundesliga: Alexander Nübel wechselt vom FC Schalke zum FC Bayern

Das prominenteste Beispiel in dieser Gemengelage ist wohl Torhüter Alexander Nübel, der zum 1. Juli vom FC Schalke zum FC Bayern wechselt. Aktuell sind viele Szenarien denkbar, eben auch, dass die rote Linie 30. Juni überschritten wird, und ein Spieler wie Nübel folglich in einer Saison im Kader von zwei Klubs stehen könnte.

Alexander Nübel: vom FC Schalke zum FC Bayern.

Unbeantwortet ist in diesem Zusammenhang aktuell auch noch die Frage, was aus Spielern wird, die regulär wechseln wollen - bei denen aber bis dahin das Coronavirus nachgewiesen wird.

Corona in der Bundesliga: Bald werden Antworten erwartet

Bei diesem und anderen Fall-Beispielen muss man es in Zeiten von Corona wohl mit einem alten Sprichwort halten: Nichts Genaues weiß man nicht. Vorerst. 

Am Montag, 16. März, tagen die 36 Klubs der ersten und zweiten Liga in Frankfurt. Danach werden erste Antworten erwartet.

pm

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