Christian Falk veröffentlicht Buch "Inside FC Bayern"

Chiemgauer gibt vorab schon Einblicke hinter die Kulissen des FC Bayern

Christian Falk (rechts) mit Bastian Schweinsteiger.
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Christian Falk (rechts) mit Bastian Schweinsteiger.

München - Bei jedem eingefleischten FC-Bayern-Fan wird es wohl einen Platz im Bücherregal finden. Am 28. Juli erscheint das Buch "Inside FC Bayern" - geschrieben von einem Chiemgauer: Christian Falk. Wir haben mit ihm gesprochen:

Christian Falk liebt den Boulevard-Journalismus und den Fußball. Beides verbindet er in seiner Funktion als Fußball-Chef der Bild-Gruppe. Seit über 20 Jahren berichtet der in Prien ansässige Chiemgauer über den FC Bayern. Die deutsche Nationalmannschaft begleitet er seit der EM 2004 zu allen Turnieren. 


FC Bayern München:

Falk ist, was den FC Bayern betrifft, ein absoluter Insider. In seinem Buch nimmt er die Leser erstmals mit hinter die Kulissen der Fußball- und seiner Reporter-Welt. Die Generation um Schweinsteiger, Lahm und Podolski begleitete er so nah wie kein anderer. Von den ersten Schritten als Profis bis hin zum Weltmeistertitel – und darüber hinaus. Falk gewährt beim FC Bayern einen Einblick durchs Schlüsselloch.

Falk: "Ich weiß, wie es sich anfühlt, wenn dich Uli Hoeneß anschreit"

1. Servus Christian, als Chiemgauer hast Du eine journalistische Karriere hingelegt, die seinesgleichen sucht. Mittlerweile bist Du Fußball-Chef der BILD-Gruppe und begleitest den FC Bayern als Reporter schon seit über 20 Jahren. Wie begann eigentlich alles? Und wie verlief dann deine journalistische Karriere?


Falk: Ich wollte schon immer in den Fußball. Und ich sag’s lieber gleich: Ja, ich war als Kind und Jugendlicher glühender Bayern-Fan. Da sich mein Talent beim TuS Prien, TSV Rimsting sowie Breitbrunn in Grenzen hielt, konzentrierte ich mich auf meine zweite Leidenschaft: Das Leben von Reportern fand ich schon immer sehr spannend. Ich hatte das Glück, vor meinem geplanten Journalistik-Studium ein Praktikum bei der Münchner „tz“ zu machen. Über die Reise- und Lokal-Redaktion schrieb ich mich ins Sport-Ressort. Es kam so wie ich es mir von Anfang an gewünscht hatte: Statt Journalistik an der Uni studierte ich dann doch lieber direkt den FC Bayern an der Säbener Straße. Die Leidenschaft für diesen Klub ist mir geblieben, auch wenn ich ihn inzwischen dann doch aus einer journalistischen Distanz betrachte.

2. Aktuell bist Du auch in der Amazon-Produktion "Schweinsteiger Memories: Von Anfang bis Legende" zu sehen. Schweinsteiger stammt wie Du aus der Region. Ihr habt im Eiskeller in Aschau sogar gemeinsam seinen Geburtstag gefeiert. Wie wichtig war er für deine journalistische Karriere?

Falk: Basti und ich haben tatsächlich eine sehr bewegte gemeinsame Geschichte. Wir zwei Chiemgauer starteten unsere berufliche Laufbahn ja fast parallel an der Säbener Straße, mit all dem jugendlichen Unsinn im Kopf, der dazu gehört. Damals waren wir schon sehr eng, gingen zeitweise sogar zum gleichen Friseur. Ich erinnere mich noch gut, als mich Uli Hoeneß anrief und sich lautstark beschwerte, ich solle aufhören, dauernd in meinen Artikeln Schweinsteiger für die Nationalelf zu fordern. Bastis Berater stünde dann immer mit meiner Zeitung in seinem Büro und wolle mehr Geld. Anfangs hat Basti vielleicht tatsächlich ein klein wenig von meinen Artikeln profitiert, später ich dann mehr von unserer Nähe. Aber es gab auch andere Zeiten, in denen wir gehörig Krach hatten. Auch das gehört dazu. Umso mehr freut es mich, dass Basti mich auch in der Rolle des Kritikers in seinem Film haben wollte. Und danke auch an Til Schweiger: Bei der prominenten Besetzung von Schweinsteiger-Weggefährten hätte ich nie gedacht, so viele Filmminuten in der Doku zu sehen zu sein.

Christian Falk in der Amazon-Produktion "Schweinsteiger Memories: Von Anfang bis Legende"

3. Dein Buch beschreibt unter anderem die Spieler-Reporter-Beziehungen. Aber wie muss sich ein Laie eigentlich eine Spieler-Reporter-Beziehung vorstellen? Der Reporter muss mit den Spielern eine vertrauensvolle Beziehung aufbauen, um an wichtige Informationen zu kommen. Auf der anderen Seite muss der Reporter aber auch die Leistungen der Spieler und Trainer kritisch hinterfragen und dementsprechend auch berichten. Kommt es dadurch nicht auch zum Bruch der Beziehungen?

Falk: Ich hatte es ja schon kurz angedeutet. Ausgerechnet mit Basti hatte ich auch den größten Zoff, vielleicht eben genau deshalb, weil wir uns anfangs so nah waren. Ich versuchte trotz aller Nähe immer auch kritisch zu bleiben. Rundum die Entlassung von Trainer Louis van Gaal hatte ich einen Artikel über Basti geschrieben, in dem ich ihm wegen mäßiger sportlichen Leistungen als Vize-Kapitän den Namen „Chefchen Schweini“ verpasste. In der anschließenden Pressekonferenz kam es dann zu einem Eklat, da mich Basti vor allen Kollegen wegen des Artikels lautstark beschimpfte. Die PK musste zwischenzeitlich sogar abgebrochen werden. Hätte es damals im Raum Kameras gegeben, die Wutrede wäre heute wohl ähnlich legendär wie Trappatonis „Flasche leer“-Ansprache. Der Vorfall landete dafür in allen Zeitungen. Danach haben Basti und ich jahrelang nicht mehr miteinander gesprochen. Umso schöner war es, dass wir uns zum Ende seiner Karriere hin bei meinem Besuch in Chicago versöhnten. Auch darum geht es in meinem Buch.

Christian Falk mit Schweinsteiger und Co.

Christian Falk mit Schweinsteiger und Co.
Christian Falk mit Bastian Schweinsteiger. © NIELS STARNICK / BILD AM SONNTAG
Christian Falk mit Schweinsteiger und Co.
Christian Falk in der Amazon-Produktion "Schweinsteiger Memories: Von Anfang bis Legende" © Screenshot Amazon
Christian Falk mit Schweinsteiger und Co.
Lukas Podolski wirft Christian Falk vor der WM 2014 in den Nationalmannschafts-Pool. © privat
Christian Falk mit Schweinsteiger und Co.
Christian Falk mit Bastian Schweinsteiger. © NIELS STARNICK / BILD AM SONNTAG
Christian Falk mit Schweinsteiger und Podolski
Ein Gruß von Lukas Podolski an Christian Falk. © privat
Christian Falk mit Schweinsteiger und Co.
Christian Falk mit Bastian Schweinsteiger. © NIELS STARNICK / BILD AM SONNTAG
Christian Falk mit Schweinsteiger und Co.
Christian Falk mit Bastian Schweinsteiger. © NIELS STARNICK / BILD AM SONNTAG
Christian Falk mit Schweinsteiger und Co.
Christian Falk mit Bastian Schweinsteiger. © NIELS STARNICK / BILD AM SONNTAG

4. Zu welchen Bayern-Profis und Trainern hast/hattest Du neben Schweinsteiger noch eine engere, freundschaftliche Beziehung?

Falk: Über die Jahre hinweg erlebst du viele Spieler und Trainer und viele kommen ja in anderer Funktion auch wieder in den Klub zurück, wie wir aktuell bei Vorstand Oliver Kahn oder Sportvorstand Hasan Salihamidzic sehen, die ich ja schon zu Spielerzeiten kennen und schätzen gelernt habe. Aber wenn Du mich nach einem fragst, dann kann das nur Lukas Podolski sein. Das ist ein einmaliger Typ im Fußball, nur Thomas Müller kommt ihm nahe. Ob auf seinen Stationen in England, Japan oder jetzt in der Türkei - es vergeht kaum eine Woche, in der wir uns nicht mal kurz hören. Poldi habe ich es zu verdanken, dass ich schon einmal kurz in einem Fußball-Film auftauche - beziehungsweise abtauche. Seine Aktion, bei der er mich vor der WM 2014 in den Pool der Nationalmannschaft warf, wurde auch im Kino-Film und sogar im Trailer zum WM-Titel 2014 gezeigt.

Lukas Podolski wirft Christian Falk vor der WM 2014 in den Nationalmannschafts-Pool.

5. Welche unbekannten Internas erfahren wir in deinem Buch eigentlich noch? Vielleicht hast Du ja ein paar Beispiele?

Falk: Es gibt da sicherlich einiges, das nicht nur Bayern-Fans interessiert. Ein paar Anekdoten werde ich bereits in einer BILD-Serie verraten, die rundum den Erscheinungstermin des Buches am 28. Juli zu lesen sein wird. Am besten bleiben wir bei einer Geschichte, die mit Basti zu tun hatte. Sie geht so: Jürgen Klinsmann hatte als Trainer unter den Bayern-Profis ja nicht gerade den Ruf als Taktikfuchs. Ein Vorfall machte das nicht gerade besser. Um seine Profis auf die kommende Partie einzustellen, ließ Klinsmann Anfang der Woche im Trainingstrakt überall die von ihm prognostizierte Aufstellung des Gegners aushängen. Peinlich wurde es, als Schweinsteiger das Trainer-Team auf einen Fehler aufmerksam machte. Klinsmann und sein Stab hatten in der Gegner-Taktik zwölf Spieler aufgestellt.

6. Und vielleicht magst Du uns abschließend noch einen Schwank aus der FC Bayern-Welt verraten, den so noch keiner kennt?

Falk: Ich hoffe, dass die Geschichten im Buch ja ohnehin keiner kennt, schließlich ist das ja der Anspruch des Titels „Inside FC Bayern“. Aber unabhängig davon soll der Leser ein Gefühl dafür bekommen, dass die Stars auch Menschen wie Du und ich sind. Dass ein Franck Ribéry Spaß daran hat, wenn er mir einen Eimer Wasser vom Kabinen-Dach über den Kopf schüttet. Dass Louis van Gaal ein wirklich sympathischer Kerl ist, wenn Du mit ihm einen Abend mit Rotwein verbringst. Und wie es sich anfühlt, wenn Uli Hoeneß Dich wegen einer Story anschreit, danach aber wieder der herzlichste Mensch der Welt ist. Da packt er Dir nach einem Hausbesuch zur Versöhnung schon mal eine Aldi-Kühltüte mit seinen Würsteln voll. Vielleicht dazu noch ein Inside-Blick: Wo andere Menschen einen Kühlschrank haben, hat Uli Hoeneß in seinem Haus am Tegernsee eine ganze Kühlkammer. Gleich hinter dem Pizza-Backofen in seiner Küche.

Das Buch von Christian Falk "Inside FC Bayern" erscheint am 28. Juli 2020 im riva-Verlag. Preis: 22 Euro.

Interview: Martin Vodermair

Quelle: rosenheim24.de

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