Champions-League-Debakel

Englands "Big Four" droht das Aus in Europa

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Manchester United hat sich am meisten blamiert. Mit 0:2 ging man gegen Olympiakos Piräus baden. Insgesamt hinken die englischen Top-Klubs in der Champions-League nur hinterher.

Hamburg - Der Stolz des Empires liegt am Boden, die Fans sind in Aufruhr, die Hoffnung schwindet. Den „Fantastischen Vier“ aus der englischen Premier League droht in der Königsklasse das nächste Debakel.

Die Stars von Manchester United, Manchester City, des FC Arsenal und des FC Chelsea sind zusammen rund 1,6 Milliarden Euro wert - trotzdem rennen die Top-Klubs von der Insel in der Champions League nur hinterher.

Die Zeiten der englischen Dominanz im europäischen Fußball sind vorbei. „Ich glaube, dass wir einer Gehirnwäsche unterzogen wurden. Die Premier League ist nicht die beste Liga der Welt, das ist Unsinn“, sagte United-Ikone Roy Keane dem Sender ITV nach den teilweise desaströsen Auftritten im Achtelfinale: „Sie ist die beste Marke. Aber unsere Teams sind in Europa zurückgefallen, insbesondere United.“

Schon in der Vorsaison schaffte es kein Team von der Insel ins Viertelfinale - das hatte es zuvor 17 Jahre nicht gegeben. „So schlecht waren wir in Europa noch nie, ganz klar“, sagte der stark in der Kritik stehende United-Trainer David Moyes nach dem 0:2 im Hinspiel bei Olympiakos Piräus. Die Red Devils stehen genauso vor dem Aus wie der Stadtrivale City (0:2 gegen den FC Barcelona) und der FC Arsenal (0:2 gegen Bayern München). Einzig Chelsea hat nach dem 1:1 bei Galatasaray Istanbul am Mittwochabend eine ordentliche Ausgangsposition für das Rückspiel.

Doch Trainer Jose Mourinho ist mit seiner Mannschaft schon seit Wochen alles andere als zufrieden, er spricht ihr den Killerinstinkt ab. „Wir sind kein Team, das den Gegner erlegt“, sagte der Portugiese: „Dafür müssen wir bezahlen.“ Die englische Presse erträgt das kollektive Versagen nur noch mit Galgenhumor. „Immerhin trifft ein englisches Team in Europa“, schrieb die Daily Mail. Den Fans ist das Lachen angesichts der zahlreichen Unzulänglichkeiten aber längst vergangen. In Blogs und sozialen Netzwerken lassen sie ihrem Unmut freien Lauf.

Sie haben Super-Stars wie Wayne Rooney, Mesut Özil, Fernando Torres oder Diego Maradonas Schwiegersohn Kun Agüero in der Mannschaft. Doch in England regiert längst mehr Schein als Sein. Die Teams sind trotz der Milliarden aus der TV-Vermarktung und all der Oligarchen-Millionen einfach schlecht zusammengestellt. Die teuren Stars harmonieren nicht, die Erfolge haben die Klubs blind gemacht für neue Trends im Fußball. Nachwuchsarbeit findet bei den „Fab Four“ so gut wie nicht statt.

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2008 standen drei englische Teams im Champions-League-Halbfinale, United holte den Titel im Finale gegen Chelsea. Die Londoner gewannen 2012 den bisher letzten Titel für England: Seitdem geht es im Sturzflug nach unten.

Besonders auf den Branchenführer Manchester United wird in diesen Tagen eingeprügelt. „Ich kann mich nicht an eine so erbärmliche, hoffnungslose und verzweifelte Leistung erinnern“, schrieb Sturm-Legende Gary Lineker bei Twitter. Und der Telegraph urteilte: „Moyes hat das “Theater der Träume' in einen Ramschladen verwandelt.„ Der Stolz des Empires liegt am Boden.

SID

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