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Jeder blamiert sich, so gut er kann

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Wolfsburgs Grafite versteckt sich nach Abpfiff sicherheitshalber.

Düsseldorf - Großes Favoritensterben im DFB -Pokal: Zwei Bundesligisten hatte es schon in Pokalrunde eins erwischt, gleich weitere acht Erstligisten mussten am Dienstag und Mittwoch die Waffen strecken.

Jubel bei den Kleinen, Entsetzen bei den Favoriten: Wenn Fußball-Europameisterin Celia Okoyino da Mbabi an diesem Samstag im ZDF-Sportstudio (23.00 Uhr) als “Glücksfee“ die Lose für das Achtelfinale des DFB -Pokals (27./28. Oktober) zieht, liegen gerade noch acht Bundesliga-Teams im Topf - so wenig wie zuletzt in der Saison 2000/2001.

Nach Bayern München, 1899 Hoffenheim, Schalke 04 und Borussia Dortmund am Dienstag schafften am Mittwoch aus der Eliteliga nur noch Cupverteidiger Werder Bremen, der 1. FC Köln, Eintracht Frankfurt und der VfB Stuttgart den Sprung unter die letzten 16 Mannschaften. Das Achtelfinal-Feld wird komplettiert von den sechs Zweitligisten MSV Duisburg, SpVgg Greuther Fürth, TuS Koblenz, TSV München 1860, 1. FC Kaiserslautern und FC Augsburg, die sich allesamt gegen gleichwertige oder höherklassige Konkurrenz durchsetzten.

Die größten Sensationen in der zweiten Runde des prestigeträchtigen Wettbewerbs gelangen dem einzig verbliebenen Amateurclub Eintracht Trier (4:2 gegen Bielefeld) und dem Drittligisten VfL Osnabrück, der den Hamburger SV im Elfmeterschießen (4:2) eliminierte. Zuvor hatte sich der Bundesliga-Primus nur mit großer Mühe durch einen Strafstoß von Piotr Trochowski (90.+2) zum 2:2 in die Verlängerung gerettet. Im Elfmeterschießen versagten dann Robert Tesche und Mladen Petric die Nerven. “Das haben wir uns selbst zuzuschreiben“, jammerte Trochowski nach dem Scheitern.

Jeder blamiert sich, so gut er kann - das trifft auch auf den Cup- Finalisten Bayer Leverkusen (1:2 in Kaiserslautern), Hertha BSC (1:4 im Elfmeterschießen bei 1860 München) und den SC Freiburg (0:1 in Augsburg) zu. Das Trio scheiterte kollektiv bei Zweitligisten. Und Meister VfL Wolfsburg kassierte eine nicht eingeplante 2:3-Schlappe beim Liga-Rivalen 1. FC Köln. Wolfsburgs Trainer Armin Veh, der seinen Platzverweis wegen Meckerns nicht verstehen konnte, haderte vor allem mit seiner Defensive: “Das müssen wir abstellen. Ich bin ratlos“, sagte er nach dem Pokalknüller, den Doppel-Torschütze Manesseh Ishiaku und Sebastian Freis entschieden und damit eine rauschende Ball-Nacht in der Karnevalshochburg einleiteten.

Die größten Pokalsensationen seit 1990

Strecke

“Die Jungs haben alles gegeben. Ich kann keinem einen Vorwurf machen“, sagte Bayer-Coach Jupp Heynckes, der das Aus auf dem Betzenberg drei Tage vor dem rheinischen Derby am Samstag in Köln erstaunlich gelassen nahm. Statt mit seiner Elf ins Gericht zu gehen, lobte Heynckes die Pfälzer, die den Coup wie zu besten Bundesliga- Zeiten überschwänglich feierten. “Die Mannschaft hat sich das verdient und ein fantastisches Spiel gemacht“, lobte Trainer Marco Kurz, der sich bei der “dritten Halbzeit“ aber als Spaßbremse erwies: “Gefeiert wird nicht.“

Hertha-Geschäftsführer Michael Preetz will trotz der sechsten Pflichtspiel-Pleite nacheinander am Schweizer Coach Lucien Favre festhalten. “Das ist eine erste richtige Tiefe in der gemeinsamen Zeit mit Favre, aber er ist der richtige Trainer für uns“, betonte er nach dem “weiteren Nackenschlag“. Immerhin hatten die Berliner gekämpft und noch in der regulären Spielzeit einen 0:2-Rückstand in der Allianz-Arena aufgeholt, ehe sie im Elfmeterschießen unterlagen. “Das Team hat gezeigt, dass es lebt“, sagte Preetz.

Ein ähnliches Cup-Schicksal blieb Pokalverteidiger Bremen beim 2:1 gegen St. Pauli dank des Siegtreffers von Naldo (81.), Eintracht Frankfurt beim 6:4-Schützenfest gegen Alemannia Aachen und dem VfB Stuttgart, der sich aber erst nach Verlängerung mit 3:1 bei den Amateuren des VfB Lübeck durchsetzte, nur knapp erspart. “Wir machen zu viele einfache Fehler, die ich nicht erklären kann“, stöhnte Trainer Markus Babbel nach der Extraschicht beim Viertligisten: “Das ist ein Spiegelbild der gesamten Saison.“

dpa

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