Konflikt zwischen DFB und DFL

An der DFB-Spitze muss sich was ändern

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DFL-Geschäftsführer Andreas Rettig.

Frankfurt - Die Deutsche Fußball Liga (DFL) geht offenbar auf Konfrontationskurs zum Deutschen Fußball-Bund (DFB). DFL-Geschäftsführer Andreas Rettig fordert sogar die Umstrukturierung der DFB-Spitze. 

Es habe sich in den vergangenen Wochen und Monaten so viel Konfliktstoff angehäuft, weshalb sich die DFL nicht mehr mit Kritik zurückhalten wolle - das berichtete die Frankfurter Allgemeine Zeitung am Montag.

DFB-Präsident Wolfgang Niersbach reagierte umgehend und will die seiner Meinung nach unangebrachte Kritik auf der nächsten Präsidiumssitzung am Freitag zur Sprache bringen. Stein des Anstoßes ist eine massiver Angriff von DFL-Geschäftsführer Andreas Rettig (50) auf den DFB.

Niersbach kann die Kritik von Rettig nicht nachvollziehen: „Ich kann mich nur wundern. Denn bei meinen ständigen Kontakten mit Liga-Präsident Reinhard Rauball haben wir uns immer einvernehmlich abgestimmt, etwa bei so wichtigen Themen wie der EM-Bewerbung 2020 oder den Sicherheitsfragen - in diesem Geist haben wir auch den Grundlagenvertrag bis 2017 verlängert. Wenn nun ein Mann, der noch kein halbes Jahr bei der DFL angestellt ist, so ziemlich alles und jedes in unserem Verband dazu noch sachlich falsch infrage stellt, ist dies anmaßend und völlig unangebracht. Mit dem Liga-Präsidenten habe ich bereits über diesen Vorgang geredet und werde ihn sicher auch bei der Präsidiumssitzung am Freitag zur Sprache bringen.“

Rettig hatte in der FAZ unverblümt eine Neustrukturierung der DFB-Spitze gefordert. Er kritisiert im Detail das Verfahren um den vakanten Posten des DFB-Sportdirektors nach dem vorzeitigen Abschied von Robin Dutt und das Verhalten des Verbandes im Zuge der EM-Vergabe 2020. Des Weiteren moniert der ehemalige Bundesliga-Manager, dass sich grundsätzliche Entscheidungen des DFB schädlich auf die Nachwuchsarbeit der Klubs auswirken.

Zudem fordert die DFL bei der Auswahl des künftigen Sportdirektors ein Mitspracherecht, nachdem in Matthias Sammer und Robin Dutt innerhalb kürzester Zeit zwei Sportdirektoren vorzeitig das Weite gesucht haben. „Die Entscheidung über den Sportdirektor kann keine exklusive Entscheidung des DFB sein. Da geht es auch um Interessen des Ligaverbandes“, sagte Rettig in aller Deutlichkeit.

Rettig macht zudem eine Schwäche in der Gesamtstruktur des DFB aus, die er vor allem am Posten des Generalsekretärs Helmut Sandrock (57) festmacht. „Dass die Führung eines so großen Verbandes von einer hauptamtlichen Person geleistet werden kann, da habe ich meine Zweifel. An dieser Stelle des DFB kommen sehr viele Aufgaben zusammen. Es wäre eine Überlegung wert, wie man die sportliche Kompetenz noch einmal stärken konnte“, sagte Rettig.

SID

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