Bundesliga-Spitzenreiter

Chancenwucher beschäftigt Bayern-Sieger

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Robert Lewandowski (r) und Serge Gnabry trafen für die Bayern in Paderborn. Foto: Friso Gentsch

Trotz des Sprungs an die Tabellenspitze sehen sie bei den Bayern noch viel Luft nach oben. Weil die Offensive schluderig agiert, müssen die Münchner in Paderborn am Ende noch zittern. In der Champions League soll es gegen den Finalisten der Vorsaison effektiver ablaufen.

Paderborn (dpa) - Gegen Tottenham werden sich die Bayern diesen Chancenwucher nicht leisten können. Wollen die Münchner beim Finalisten der Königsklasse bestehen, müssen sie am Dienstag in London effektiver auftreten, als beim mühsamen 3:2 (1:0) in der Bundesliga beim Aufsteiger SC Paderborn.

"Wir müssen, wollen und wir werden uns steigern", versprach Sportdirektor Hasan Salihamidzic. "Wenn wir in London ein, zwei Großchancen haben, dann müssen wir natürlich effektiv sein", forderte Nationaltorwart Manuel Neuer und scherzte: "Wir haben uns das hoffentlich für Dienstag aufgehoben."

Schon in der Anfangsviertelstunde hatten die Bayern drei hochkarätige Gelegenheiten, die sie allesamt vergaben. Höhepunkt der nachlässigen Offensivaktionen: Die Slapstick-Einlage von Torjäger Robert Lewandowski, der das Kunststück fertig brachte, den Ball aus zehn Metern am leeren Tor vorbei zu schießen. "Das war keine hundertprozentige Chance, das war ein 1000er", sagte Bayern-Coach Niko Kovac. "Den muss man machen." Neuer frotzelte nach der Partie. "Jeder hat schon irgendwelche Youtube-Videos gesehen und weiß, wie es läuft."

Weil die Bayern die Partie beim tapfer kämpfenden Aufsteiger gewannen und wegen der Niederlage von RB Leipzig gegen den FC Schalke 04 sogar die Tabellenführung übernahmen, fielen die vielen vergebenen Chancen am Ende nicht ins Gewicht. Doch Kovac wollte vor dem schweren Spiel in der Champions League bei den Spurs dennoch nicht einfach über die Schlampereien hinwegsehen. Es sei nicht das erste Mal in dieser Saison gewesen, dass man trotz vieler Chancen nur mit einem Tor Vorsprung in die Halbzeit gehe, bemängelte der Kroate. "Und so bleibt ein Spiel dann eben offen. Deshalb mussten wir hier am Ende noch etwas bibbern."

In Paderborn versuchte das Starensemble von der Isar mit angezogener Handbremse die Pflichtaufgabe zu lösen. Was am Ende fast noch nach hinten losgegangen wäre, als der Aufsteiger durch zwei Treffer von Kai Pröger und Jamilu Collins die Partie noch einmal eng machte und den großen Favoriten tatsächlich in Bedrängnis brachte. "Ich glaube, am Ende hatten die nicht mehr ganz so viel Bock gegen uns zu spielen", sagte Paderborns 20 Jahre alter Debütant Luca Kilian.

Dass es schließlich aber doch für den vierten Saisonsieg reichte, lag aller Nachlässigkeiten zum Trotz dann aber doch wieder an der großen Offensivpower der Bayern. Vor allem Neuzugang Coutinho verzückte die Zuschauer mit Kabinettstückchen. "Vieles sieht wie tanzen bei ihm aus", sagte Kovac. "Ich weiß nicht, ob es besser geht, wie er den Ball behandelt, wie er sich bewegt, wie er agiert", lobte Salihamidzic.

Die Führung durch Serge Gnabry bereitete der Brasilianer vor, das 2:0 erzielte er selbst. Und für den dritten Treffer zeichnete dann doch eben wieder Lewandowski verantwortlich. Wie aus dem Nichts war der bis dahin vollkommen wirkungslose Pole auf einmal zur Stelle und lupfte den Ball in Weltklasse-Manier über Paderborns Torwart Jannik Huth. Es war bereits der zehnte Treffer des Stürmers in dieser Saison, womit er einen Rekord aufstellte. In der Bundesliga-Historie war noch kein Profi nach sechs Spieltagen erfolgreicher. Und so nahm der Tag auch für Lewandowski trotz der Slapstick-Einlage zu Beginn noch ein gutes Ende.

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