Löw heizt Konkurrenzkampf an

Kein WM-Freifahrtschein für Klose und Gomez

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Seit 2008 waren Miro Klose (li.) und Mario Gomez immer als Sturm-Duo bei Endrunden-Turnieren

Mailand - Die beiden derzeit verletzten DFB-Stürmer Miroslav Klose und Mario Gomez erhalten vom Bundestrainer keinen Freifahrtschein für die WM. Das sagte Löw vor der Italien-Partie.

Anfang der Woche wirkte alles ganz normal. Miroslav Klose (35) und Mario Gomez (28) spazierten durch die Lobby des Teamhotels der deutschen Fußball-Nationalmannschaft in ihrer alten Wahlheimat München, nahmen Werbetermine wahr, posierten im neuen WM-Trikot und gaben Autogramme. Den neuen Dress werden sie dieses Jahr aber nicht mehr tragen können. Ausgerechnet am Freitag (20.45 Uhr/ZDF) sind die beiden Italien-Legionäre im Länderspielklassiker gegen die Azzurri in Mailand zwangsweise nur Zuschauer wie auch vier Tage später gegen England (21.00 Uhr/ARD).

Das könnte sowohl Klose als auch Gomez sogar bei der WM in Brasilien drohen, wenn sie bis dahin nicht wieder in ihren Klubs Lazio Rom bzw. AC Florenz den Nachweis ihrer Klasse und vor allem auch ihrer Fitness erbracht haben. „Bei einer WM ist man nicht automatisch dabei, die muss man sich erkämpfen“, sagte Bundestrainer Joachim Löw vor den beiden Härtetests gegen Italien und England klar und deutlich und verwehrte seinen über Jahre hinweg gesetzten Torjägern einen Freifahrtsschein für das Turnier an der Copacabana.

Klose, der sich am Wochenende beim 1:1 gegen den FC Parma in der Serie A eine Schulterverletzung zugezogen hat, ließ sich im Kreise der Nationalmannschaft behandeln, wird nach Angaben von Löw aber erneut zwei bis drei Wochen ausfallen. „Natürlich macht man sich da seine Gedanken“, gestand der Bundestrainer und setzte seinen beiden Topstürmern indirekt ein Ulitmatum: „Der Januar ist für mich die Grenze: Wenn ein Spieler normal in die Vorbereitung in der Winterpause startet und ein halbes Jahr alle Spiele macht, dann kann ich davon ausgehen, dass er in guter Form zu uns kommt“, sagte der Bundestrainer, der mit seinen beiden Torjägern in München lange Gespräche geführt hat. Deshalb müsse sich die Situation sowohl für Gomez als auch für Klose im neuen Jahr ändern, „sonst bekomme ich doch noch Magenschmerzen“.

Bei Gomez gibt es immerhin positive Zeichen. „Mario hat mit uns eine Trainingseinheit absolviert. Man hat das Gefühl, dass es bei ihm aufwärts geht. Er will nächste Woche wieder voll einsteigen“, berichtete Löw über die aktuelle Situation bei Gomez, der wegen einer Knieblessur wochenlang inaktiv war. Im Anschluss an die EURO 2012 fiel er aus unterschiedlichen Gründen für alle zehn Spiele in der WM-Qualifikation aus, kam dieses Jahr nur im Februar in Frankreich 57 Minuten und zum Saisonbeginn im August gegen Paraguay 36 Minuten zum Einsatz.

Klose hatte wegen einer Fuß-OP bereits beim Qualifikations-Doppelpack im Oktober gegen Irland und Schweden gefehlt, zu Beginn des Jahres hatte ihn eine Knieverletzung wochenlang außer Gefecht gesetzt. Von bislang zehn Länderspielen in diesem Jahr absolvierte Klose nur vier.

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Löw plant sieben Monate vor dem WM-Start aber schon mit Alternativen. „Es gehört ja auch zu unseren Aufgaben, dass wir Spieler aufbauen, die in die Lücke stoßen können. Natürlich finden wir es schade, dass der Miro und der Mario ausfallen“, erklärte der 53-Jährige, der gegen Italien und England entweder mit Max Kruse oder Mario Götze als vorderster Spitze plant.

Gomez und Klose müssen hoffen, dass sie im ersten Länderspiel des WM-Jahres am 5. März in Stuttgart gegen Chile wieder dabei sind, sonst könnte ihr Traum von der WM-Teilnahme platzen. Vor allem für den 130-maligen Nationalspieler Klose wäre das bitter. Denn am Zuckerhut will der dann 36 Jahre alte DFB-Rekordtorjäger (68) noch einmal Geschichte schreiben. In Brasilien könnte der WM-Torschützenkönig von 2006 auch WM-Rekordtorschütze werden und den nicht mehr aktiven Brasilianer Ronaldo ablösen, der mit seinen 15 Treffern einen mehr als Klose aufweist.

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SID

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