Real-Ass pikiert

Blatter bittet Ronaldo um Verzeihung

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Verstimmt: Cristiano Ronaldo

Zürich/Madrid - Canossagang von FIFA-Präsident Sepp Blatter: Nach seinen despektierlichen Äußerungen über Cristiano Ronaldo bat der 77 Jahre alte Schweizer Chef des Fußball-Weltverbandes via Twitter den Torjäger um Verzeihung.

Die Verballhornung von Fußball-Superstar Cristiano Ronaldo durch FIFA-Präsident Joseph S. Blatter ist in Portugal zu einem Politikum geworden. „Ich empfinde ein Gefühl des Entsetzens, das ich mit allen Portugiesen teile“, sagte der Sprecher des Ministerrates und Minister für parlamentarische Angelegenheiten, Luis Marques Guedes, am Mittwoch.

Schon die Zeitung A Bola hatte den Schweizer Blatter am Morgen ganz unverblümt verbal abgewatscht: „Warum hält er nicht die Klappe? `, fragte am Mittwoch das portugiesische Blatt rein rhetorisch auf seiner Titelseite und meinte die Kommentare des 77-Jährigen und dessen Slapstickeinlage vor Studenten der Oxford University am vergangenen Freitag. Blatter hatte Portugals Fußball-Heros Ronaldo mit staksigen Schritten imitiert und diesen damit verunglimpft. Das junge Publikum in Oxford hatte sich dennoch köstlich amüsiert und lautstark dem Chef des Weltverbandes applaudiert.

Die Pantomime von Blatter sei ein `erbärmlicher Anblick“ gewesen, so der portugiesische Politiker Marques Guedes, der sich „empört“ zeigte und von einer „erniedrigenden Karikatur“ sprach.

In der Tat war Blatter einmal mehr kräftig ins Fettnäpfchen getreten. Auch in Spanien war der Zwist zwischen Real-Madrid-Torjäger „CR7“ und dem FIFA-Boss das große Thema. „Goldener Ausrutscher“, titelte Marca auf Seite eins. AS schrieb: „Cristiano explodiert förmlich wegen Blatter.“ Was Blatter bewogen hat, sich so herablassend über einen der weltbesten Fußballer auszulassen, weiß er wohl nur selber.

Am Dienstagabend trat Blatter zum Canossagang an und bat den 49 Jahre jüngeren Portugiesen via Twitter um Verzeihung. „Lieber Cristiano“, schrieb Blatter, „ich entschuldige mich, sollte dich meine unbedachte Antwort bei einer privaten Veranstaltung am Freitag verärgert haben. Ich wollte dich niemals beleidigen.“

Ronaldo nutzte ebenfalls den Kurznachrichtendienst und erklärte in Richtung Blatter: „Dieses Video zeigt den Respekt und die Haltung, die die FIFA mir, meinem Klub und meinem Land entgegenbringt. Das erklärt einiges! Ich wünsche Herrn Blatter Gesundheit und ein langes Leben mit der Gewissheit, dass er Augenzeuge der Erfolge seiner favorisierten Teams und Spieler wird. `

Mehr Fans hat auf jeden Fall der einstige England-Legionär von Manchester United mit seiner Botschaft erreicht. Während das Real-Ass Ronaldo 22 Millionen Follower bei Twitter hat, sind es beim FIFA-Chef nur 465.000.

Der Zoff verheißt jedenfalls nichts Gutes in Hinblick auf die World Player Gala in Zürich am 13. Januar 2014. Ronaldo gehört neben seinem argentinischen Dauerrivalen und viermaligen Weltfußballer Lionel Messi (FC Barcelona) sowie Europas Fußballer des Jahres Franck Ribery (Bayern München) zu den großen Favoriten bei der Wahl unter anderem unter den Nationaltrainern der 209 FIFA-Mitgliedsverbände. Möglicherweise glänzt die portugiesische Ausnahmekönner wie schon bei der von Ribery für sich entschieden jüngsten UEFA-Wahl durch Abwesenheit.

Blatter hatte sich in Oxford zu einer Verballhornung von Ronaldo hinreißen lassen. Während Messi `ein guter Junge“ sei und auf dem Platz tanze, komme Ronaldo wie ein Feldherr daher, sagte Blatter, stand auf und imitierte in seiner Einlage Ronaldos aus seiner Sicht roboterartigen Bewegungsstil. Außerdem gebe Ronaldo mehr Geld für Friseurbesuche aus als Messi, ätzte der Walliser. „Ich kann nicht sagen, wer der Beste ist. Ich mag beide, aber ich bevorzuge Messi“, ergänzte Blatter.

Real habe in Blatters Worten „mangelnden Respekt“ gegenüber Ronaldo gesehen, sagte Trainer Carlo Ancelotti. Der Coach betonte, dass Ronaldo jedermann Respekt entgegenbringe - anders als Blatter.

Der Schweizer schoss jedenfalls deutlich über das Ziel hinaus. In Oxford wirkte Blatter wie aufgedreht, denn der FIFA-Chef sorgte außerdem mit einer launigen Formulierung für Schlagzeilen. „Viele von euch glauben vielleicht“, sagte er in Richtung der Studenten, „die FIFA ist der böse Sheriff von Nottingham im Fußball. Die Wahrheit ist jedoch, dass wir mehr von Robin Hood haben.“ Er sei kein „blutsaugender Parasit“, der sich am Fußball labe, betonte Blatter.

Was wohl Cristiano Ronaldo dazu sagt?

sid

Der Teuerste, der Schönste und der Beste? Bilder von Cristiano Ronaldo

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