Auch Wölfe und Frankfurt legen los

Viel Applaus bei Guardiola-Trainingsauftakt

  • schließen
  • Weitere
    schließen
+
Pep Guardiola (vorne) betritt die Allianz Arena, gefolgt von der Bayern-Mannschaft.

München - Zwei Tage nach der großen Präsentation von Pep Guardiola als neuem Bayern-Trainer hat der Star-Coach die erste Einheit mit der Mannschaft gestartet.

Als Pep Guardiola um 17.02 Uhr ohne große Gesten den Rasen zu seinem ersten Training mit dem FC Bayern betrat, gab es freundlichen Applaus. Auch zwischendurch klatschten die rund 10. 000 Besucher auf den doch eher spärlich besetzten Rängen. Ansonsten aber war der erste Auftritt von Guardiola vor Münchner Publikum: eben nur ein Training. Die erste Einheit des Triple-Gewinners unter dem neuen Übungsleiter verlief doch eher unspektakulär. Was die Zuschauer aber nicht davon abhielt, bei jedem Übungsende zu applaudieren.

Und Guardiola? Anfänglich beobachtete er nur, die Hände tief in die Taschen seiner kurzen Sporthose vergraben, das Aufwärmprogramm. Später dann, bei ersten komplexen Lauf- und Passübungen mit Ball, spielte er eine Art "Quarterback", er korrigierte und erklärte bei Unterbrechungen gestenreich und voller Leidenschaft. Zwischendurch blickte er auf einen Zettel, führte kurze Einzelgespräche, und immer wieder ordnete er Übungen an, die Ballkontrolle bei hohem Tempo auf engstem Raum erfordern.

Um 18.29 Uhr war Schluss, und wieder gab es: Applaus, Applaus - auch von den Spielern für das Publikum. Guardiola lachte, schrieb noch ein paar Autogramme. "Wir haben viel mit dem Ball gearbeitet, es hat Spaß gemacht", sagte Thomas Müller. Guardiola habe zu "80 Prozent Deutsch geredet", berichtete er, ab und an sei er dann ins Englische gewechselt. Auch Franck Ribery war angetan von den neuen Übungen mit Ball. "Du fühlst sofort, was er machen will", sagte der Franzose.

Bilder: Erstes Bayern-Training unter Guardiola

Bilder: Erstes Bayern-Training unter Guardiola

Es wird noch ein wenig dauern, ehe Guardiola seinen kompletten Kader zur Verfügung hat. An der ersten Einheit in der Allianz-Arena nahmen zunächst 16 Profis teil, dazu kamen sieben Spieler aus der zweiten Mannschaft. Mit dabei waren Neuzugang Jan Kirchhoff, der seit April verletzte Toni Kroos sowie der abwanderungswillige Mario Gomez. Am Mittwochmorgen hatte die Mannschaft bereits einen Medizincheck absolviert, danach gab es ein "Vorstellungsgespräch" von Guardiola vor den Spielern um Kapitän Philipp Lahm.

Neuzugang Mario Götze (Muskelbündelriss) fehlte am Mittwoch beim Training ebenso verletzt wie Holger Badstuber (Kreuzbandriss) und Bastian Schweinsteiger, der nach seiner Fuß-Operation vor gut drei Wochen zunächst nur dosiert trainieren wird. Götze soll spätestens zum Bundesliga-Auftakt am 9. August gegen Borussia Mönchengladbach fit sein. Die drei Confed-Cup-Teilnehmer Dante, Luiz Gustavo und Javi Martinez werden erst Mitte Juli erwartet. Ribery war dagegen schon dabei - er erhielt zwischendurch Szenenapplaus.

Arjen Robben, Schütze des Siegtores im Champions-League-Finale, steigt zum Trainingslager am Gardasee (ab 4. Juli) ein, ebenso die Nationalspieler David Alaba, Daniel van Buyten und Xherdan Shaqiri. Bereits mit von der Partie waren die Talente Emre Can, Pierre-Emile Hojbjerg, Patrick Weihrauch, der zuletzt an den 1. FC Kaiserslautern ausgeliehene Mitchell Weiser und der dritte Torwart Lukas Raeder. Dazu kamen weitere sieben Spieler aus der Regionalliga-Mannschaft, auf die Guardiola ja ein besonderes Augenmerk legen will.

Bereits eineinhalb Stunden vor dem Beginn war weitgehend alles vorbereitet. Auf dem Rasen war mit bunten Hütchen eine Reihe von kleinen Vierecken markiert, im frisch gemähten Grün, das wie von Guardiola gewünscht genau eine Stunde vor dem Beginn der Einheit gewässert worden war, steckten außerdem ein paar Stangen, kleine Hindernisse waren aufgebaut. Los ging es mit Aufwärmübungen, gefolgt von "Sechs gegen Zwei". Danach: Pass- und Laufübungen, Spielchen auf engstem Raum. Alles in hohem Tempo, bitteschön.

Am Donnerstag findet auch die zweite Einheit in der Arena statt, am Samstag folgt im sogenannten "Traumspiel" gegen einen Fanclub ein erstes Aufwärmen in Spielform. Die offizielle Mannschaftsvorstellung in der Arena ist für den 23. Juli geplant.

Im Schatten des Triple-Siegers starteten auch der VfL Wolfsburg und Eintracht Frankfurt am Mittwoch ihre Vorbereitung auf die am 9. August beginnende neue Saison. In Frankfurt begrüßte Coach Armin Veh zum Auftakt auch Rückkehrer Marco Russ. Der Abwehrspieler löste seinen Vertrag beim Ligarivalen VfL Wolfsburg auf und unterschrieb bei den Hessen einen Kontrakt bis zum 30. Juni 2016.

In Frankfurt gab der 27-jährige Russ, der schon von 2004 bis 2011 das Eintracht-Trikot getragen hatte, verbal gleich Vollgas. "Ich will Stammspieler sein. Dafür arbeite ich. Wenn ich die Vorbereitung durchziehe, wird es schwer, an mir vorbeizukommen", formulierte Russ seinen Anspruch. Trainer Veh durfte zur ersten Trainingseinheit vor rund 1000 Fans auch die drei anderen Neuzugänge Jan Rosenthal, Johannes Flum (beide SC Freiburg) und Felix Wiedwald (MSV Duisburg) begrüßen. Mit dabei waren zudem Torwart-Oldie Oka Nikolov, der künftig für Philadelphia Union in der amerikanischen Profiliga spielt, und Olivier Occean, der sich einen neuen Verein suchen soll.

Beim VfL Wolfsburg ist nach den großen Einkaufstouren der Vergangenheit in dieser Spielzeit dagegen Bescheidenheit angesagt. "Die Ausrichtung ist, mittelfristig wieder ins internationale Geschäft zu kommen", ließ sich Manager Allofs beim Trainingsauftakt entlocken. Trainer Dieter Hecking wünscht sich noch gezielte Verstärkungen, kennt aber die finanziellen Grenzen. Einen Großeinkauf werde es nicht mehr geben. Die Niedersachsen gehen davon aus, dass Diego trotz des angeblichen Interesses von Atlético Madrid bleiben wird. "Er ist nach wie vor für mich ein Fixpunkt in der Mannschaft", sagte Hecking.

Bislang sind Torhüter Max Grün (Greuther Fürth), Daniel Caligiuri (Freiburg) und Stefan Kutschke (Leipzig) die einzigen neuen Gesichter, an die sich Hecking beim Trainingsstart vor knapp 400 Zuschauern gewöhnen musste. Die Liste der Abgänge ist bislang länger und dürfte weiter wachsen. Von den zuletzt ausgeliehenen Spielern stehen Emanuel Pogatetz und Ibrahim Sissoko zum Verkauf.

sid/dpa

Zurück zur Übersicht: Fußball

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser