Gladbach erster Verfolger des Trios

Bayern erstmals Spitze - BVB verliert "aus Doofheit"

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Dortmund strauchelte in Mönchengladbach.

Düsseldorf - Der FC Bayern ist in der Bundesliga wieder da, wo er immer hinstrebt: An der Tabellenspitze. Trotz einer Glanzvorstellung reichte es nur zum Remis. Dortmund machte es aber noch schlechter.

Zwei Punkte verloren, aber die Tabellenführung in der Fußball-Bundesliga gewonnen. Titelverteidiger Bayern München eroberte am 8. Spieltag mit einem 1:1 im Schlagerspiel beim Dritten Bayer Leverkusen erstmals Platz eins und profitierte dabei von der 0:2-Pleite von Borussia Dortmund bei Borussia Mönchengladbach. Das Topduo ließ die Punkte liegen, weil es am Fließband produzierte Torchancen aus Unvermögen und Dummheit nicht nutzen konnte.

„Spielerisch war das weltklasse. Fußballerisch sind wir auf einem unheimlichen Niveau“, kommentierte Bayerns Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge die Glanzvorstellung mit einem großen Makel: Der Sturmlauf brachte wenig Ertrag. „Das Resultat steht in keinem Verhältnis zum Spiel“, kritisierte Bayern-Kapitän Philipp Lahm. Schon nach der ersten Halbzeit „muss es 3:1 oder 4:1 stehen“, meinte der überragende Franck Ribéry zurecht. Stattdessen traf nur Toni Kroos (29. Minute) zur 1:0-Führung, die Sidney Sam (31.) für die tapfer kämpfende, aber überforderte Werkself zum glücklichen Remis ausglich.

„Der Punkt ist natürlich herrlich“, freute sich Bayer-Sportchef Rudi Völler, der nach der Begegnung dennoch den Klassenunterschied anerkannte: „Die Augenhöhe-Diskussion habe ich nie geführt. Dass wir Dritter sind mit unseren Möglichkeiten, ist schon sensationell.“ Ob der Triple-Gewinner von der Spitze nun noch zu verdrängen ist oder wie in der letzten Saison einen Durchmarsch zum 24. Titel macht?

Dies dürfte wesentlich von den Dortmundern abhängen, wenn sie sich nicht wie in Mönchengladbach noch öfter selbst ein Bein stellen. „Die Niederlage war eigene Doofheit von uns“, gab Dortmunds Rechtsverteidiger Kevin Großkreutz unumwunden zu. 80 Minuten stürmten die Gäste, schossen 27 Mal auf das Tor, brachten den Ball aber nicht über die Linie und leiteten die Schlappe selbst ein: Mit einem von Mats Hummels verursachten und mit einer Roten Karte geahndeten Foulelfmeter, den Max Kruse (81.) verwandelte. Das 2:0 erzielte Raffael (87.). „Das fühlt sich gerade sehr bescheiden an“, sagte BVB-Coach Jürgen Klopp nach der kuriosen Wende.

Ohne Glanz setzte sich der FC Schalke 04 mit 4:1 gegen den FC Augsburg durch, der nach dem Platzverweis für Ragnar Klavan (16.) früh mit nur zehn Mann spielen musste, und machte einen großen Sprung in der Tabelle vom 14. auf den achten Platz. Nach dem 3:3 in Hoffenheim und dem 1:0 beim FC Basel in der Champions League gab es für die Königsblauen noch ein glückliches Ende der Arbeitswoche. „Es war sicher kein Zauberfußball“, meinte Schalkes Manager Horst Heldt. „Aber unter dem Strich blieben diese Woche zwei Siege. Das zählt.“

Richtig Zählbares gab es erstmals auch für Eintracht Braunschweig. Nach 10 353 Tagen gelang dem Aufsteiger im Niedersachsen-Derby beim VfL Wolfsburg mit 2:0 wieder ein Bundesliga-Sieg. „Das ist absolut atemberaubend“, stammelte Braunschweigs Offensivakteur Mirko Boland. Erleichtert war auch der gefeierte Trainer Torsten Lieberknecht, der nach dem 0:4 gegen den VfB Stuttgart Rücktritts-Spekulationen („Ich komme ins Grübeln“) ausgelöst hatte. „Diese Woche hat sich das Grübeln gelohnt“, sagte er freudestrahlend. „Ich habe anscheinend etwas erreicht, das heute erfolgreich war.“

Keinen Gewinner gab es dagegen in Stuttgart und Mainz. Nach fünf Pflichtspielniederlagen in Folge gelang dem FSV Mainz 05 gegen 1899 Hoffenheim ein 2:2 - nach 0:2-Rückstand und dem Ausgleichstor in der 92. Minute durch Nikolce Noveski. „Wir dürfen nicht den Fehler machen, im Glücksrausch alles schönzureden“, warnte Mainz' Trainer Thomas Tuchel. Schließlich könnte die Herrlichkeit schon am 19. Oktober bei Bayern München wieder ein Ende haben.

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Wie einen Erfolg feierten die Stuttgarter das 1:1 gegen Werder Bremen. „Die Art und Weise wie wir performed haben, war richtig gut“, sagte der neue Schwabentrainer Thomas Schneider. „Wir haben in kurzer Zeit einen Riesenschritt gemacht“, lobte Kapitän Christian Gentner die Arbeit des Nachfolgers von Bruno Labbadia. Gut mit dem Punktgewinn leben konnte auch Bremens Coach Robin Dutt: „Wir stehen am Anfang unseres Weges, da tut ein Punkt in Stuttgart gut.“

dpa

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