Vorstand über Widerwillen zur Wiederwahl

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Rosenheim - Der komplette Starbulls-Vorstand will nicht mehr: Grund dafür sei die ungewisse Zukunft des Rosenheimer Eishockeys. Wir haben jetzt mit dem 1. Vorstand Wilhelm Graue gesprochen:

Pressemitteilung Starbulls Rosenheim e.V.:

Am Mittwoch, den 26. Juni trafen sich die Starbulls- Mitglieder zur Jahreshauptversammlung in den Räumlichkeiten des OVB- Medienhauses in Rosenheim/Aisingerwies, in deren Verlauf alle drei Starbulls- Vorstände bekannt gaben, dass sie nicht mehr für eine Neuwahl zur Verfügung stehen würden.

Seit der Neugründung der Starbulls Rosenheim e.V. im Jahre 2000 wurde der Verein von den Vorständen Willi Graue und Richard Diebald geführt. Der Dritte im Bunde, Karl Aicher, kam anno 2005 hinzu. Seither wurde der Rosenheimer Traditionsclub von dem Dreigespann geleitet und während ihrer Amtszeit von der bayerischen Bezirksliga bis in die zweithöchste Deutsche Spielklasse gehievt, aktuell dem höchsten Ziel, welches man auf sportlichem Wege im Deutschen Eishockey erreichen kann.

Jetzt stehen alle drei nicht mehr für eine Wiederwahl zur Verfügung.

Als Grund nannten alle drei geschlossen die enorme Belastung, die diese ehrenamtliche Tätigkeit mit sich bringen würde, aber vor allem auch die ausstehende Stadionfrage in Rosenheim. Man wünsche sich von der Stadt Rosenheim eine klare Aussage, ob nun ein neues Eisstadion gebaut werden wird oder nicht. Dies sei für den Eishockeystandort Rosenheim elementar wichtig und für die weitere Planungssicherheit unumgänglich. Professionelles Eishockey, mit seiner herausragenden Nachwuchsarbeit, sei mittelfristig nur mit einer geeigneten Spielstätte möglich.

Schon heute bietet das arg in die Jahre gekommene, altehrwürdige Kathreinstadion kaum mehr Bedingungen, die ein konkurrenzfähiges Wirtschaften ermöglichen würden. Dies macht sich auch an der Kapazitätsabsenkung auf 4.750 Zuschauer bemerkbar und es ist durchaus damit zu rechnen, dass diese Kapazität im Laufe der nächsten Jahre weiter abgesenkt werden wird.

Freilich wolle man den eigenen Nichtantritt nicht als Druckmittel in Richtung der Stadtväter verstanden wissen, sondern viel mehr auf die immer dringender werdenden Nöte des Traditionseishockeystandortes Rosenheim aufmerksam machen. Von einer polemischen Diskussion, die noch zu "Marox- Zeiten" in der Stadionfrage zwischen Stadt und damaliger Clubführung geführt wurde, sei man weit entfernt.

"Wir rufen alle unsere Anhänger dazu auf, in den jetzt sicherlich beginnenden Diskussionen fair und sachlich zu bleiben. Man dürfe bei allen unseren berechtigten Sorgen bitte auch nicht vergessen, dass die Stadt Rosenheim auch schon viel für die Starbulls getan hätte", so Richard Diebald während der gestrigen Versammlung. "Die Stadt Rosenheim müsse aber auch eine Entscheidung treffen, ob sie weiterhin das Aushängeschild Eishockey in Rosenheim haben möchte oder nicht", so Diebald weiter. "Jede Entscheidung der Stadt werden wir akzeptieren und unsere Maßnahmen entsprechend daran ausrichten."

Sind die Starbulls mit der Nicht- Widerwahl der Troika jetzt ohne Führung?

Nein, auf gar keinen Fall! Die Satzung der Starbulls sieht in diesem Falle vor, dass die bisherige Vorstandschaft so lange im Amt bleibt, bis ein neuer Vorstand gewählt und die Geschäfte ordnungsgemäß übergeben sind. "Natürlich hätten wir unsere Ämter auch einfach niederlegen können", so 1. Vorstand Willi Graue, "dann hätte es zur Wahl eines Notvorstandes kommen müssen. Aber dies wäre ein- sich aus der Verantwortung stehlen- gewesen und entspräche nicht unserem Naturell. Wer uns kennt, der weiß nur all zu genau, mit welcher Leidenschaft wir die Geschicke der Starbulls gelenkt haben und auch weiter lenken werden."

Erstmeldung Rosenheim24.de:

Die Nachricht, dass sich die drei Starbulls-Vorstände Wilhelm Graue, Karl Aicher und Richard Diebald nicht zur Wiederwahl stellen, hat die Rosenheimer Eishockey-Szene in helle Aufregung versetzt. Graue erklärte den Schritt damit, dass man so ein klares Zeichen gegen die Ungewissheit über die Zukunft des Rosenheimer Eishockeys setzen wolle. In erster Linie geht es dabei um die langjährige Diskussion über ein neues Eishockey-Stadion.

Pressesprecher Olaf Lüeße könne die Aktion der drei Vorstands-Mitglieder nachvollziehen: "Wir brauchen eine zeitnahe Entscheidung, wie es jetzt weitergeht. Ob ein neues Stadion gebaut wird, oder nicht." Seit mehr als zweieinhalb Jahren werde die Entscheidung von der Stadt auf die lange Bank geschoben. Für Rosenheim seien die Starbulls ein Wartzeichen, wie der Dom für Köln. "Und jede Stadt hat sich um ihr Wartzeichen auch zu kümmern." Bei Rosenheim sei da aber nicht wirklich ein Wille zu erkennen. "So können wir mittelfristig nicht weitermachen."

Eine Sanierung des alten Kathrein Stadions stehe dabei nicht zur Diskussion: "Das macht aus finanzieller Sicht keinen Sinn, weil ein Neubau günstiger wäre." Doch bislang konnte sich die Stadt, allen voran Oberbürgermeisterin Gabi Bauer, noch nicht zu einer verbindlichen Aussage in Sachen Eisstadion durchringen. Ganz im Gegenteil: In der Sommerpause werden gerade einige Schönheitsreparaturen am Kathrein Stadion vorgenommen. Laut Lüeße entspreche aber das alte Stadion nicht mehr den heutigen Ansprüchen. "Die Zuschauerzahlen wurden bereits auf 4750 beschränkt und die Kapazitäts-Grenze wird in den nächsten Jahren wahrscheinlich eher noch nach unten geschraubt. Damit wird uns auch die wirtschaftliche Grundlage entzogen."

Was ein neues Stadion für den Verein bewirken könnte, sehe man am Beispiel Bietigheim. "Die erzielen mit ihrem modernen Stadion gute Umsätze. Eine Frist für den Spielbetrieb im Kathrein Stadion gebe es aber bislang nicht. "Die Genehmigung der Stadt läuft erst mal nicht aus." Ob ein positives Signal der Stadt für den Neubau eines Stadions allerdings jetzt noch die Entscheidung der drei Vorstands-Mitglieder ändern könnte, stehe in den Sternen. "Graue und Diebald sind bereits seit der Neugründung im Vorstand. Es ist ungewiss was sich personell tut, wenn sich die Stadt für den Bau eines neuen Eishockey-Stadions entscheidet."

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © ps

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