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Starbulls-Leistungsträger waren besser

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Patrick Asselin traf trotz dicker Lippe (er wurde im Freitag-Heimspiel vom Puck getroffen) in den letzten beiden Spielen fünfmal.

Rosenheim - Wie pflegt Rosenheims Eishockey-Trainer Franz Steer immer zu sagen? Je länger eine Serie anhält, desto näher ist ihr Ende. Und was hat er? Recht hat er!

Was zu Oberliga-Zeiten fast gang und gäbe war, ein Sieg in Kaufbeuren (drei von sieben Spielen dort gewonnen), erwies sich eine Spielklasse höher bis Sonntag als, wie es so schön auf Deutsch heißt, „absolutes No go“. Sechsmal in Folge hatten die Starbulls, wenn auch oft nur knapp, an der Wertach den Kürzeren gezogen, nun war es gerade rechtzeitig so weit, um Stephens & Co. am Dienstag statt eines „Alles- oder-Nichts“-Matches einen zusätzlichen Tag zur Regeneration und zum „Fine-Tuning“ (wieder so ein herrliches deutsches Wort) zu bescheren.

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Spiel 1: Starbulls machen den ersten Schritt

Auch wenn die Serie hart umkämpft war (selbst das 6:0 am Freitag verlief bei Weitem nicht so einseitig, wie das nackte Ergebnis es suggeriert), gewannen die Starbulls letztlich verdient, auch weil sie sich in einigen wesentlichen Punkten als überlegen erwiesen. So konnten die Allgäuer lediglich drei von sechs Schlussdritteln für sich gestalten (wobei auch nur eines davon, das beim knappen 2:1-Sieg, einen Rückstand in eine Führung verwandelte), in den Anfangsund Mittelabschnitten hatten die Starbulls in jeweils vier von sechs Fällen die Nase vorn. Und beim Torverhältnis, was zugegebenermaßen im Play-off relativ wenig Wert besitzt, hatten die Rosenheimer überall die Nase vorn: 8:4 im ersten, 9:6 im zweiten und 6:5 und letzten Drittel.

Ein starker Faktor zugunsten der Starbulls waren auch die „Special Teams“. Besonders wegen der Strafzeitenfluten in den Spielen in Rosenheim, woran ein paar merkwürdige Referees einen beträchtlichen Anteil hatten, gab es Powerplay-Gelegenheiten zuhauf, und dies, trotz der wesentlich „rustikaleren“ Spielweise der Kaufbeurer, fast gleichmäßig verteilt. So waren die Starbulls (49:15 Minuten) in den sechs Begegnungen sogar drei Minuten länger in Unter- als in Überzahl als die Joker (46:15 Minuten), machten aber entschieden mehr aus den Phasen personellen Ungleichgewichts. Achtmal traf das bisher erfolgreichste Powerplay der laufenden Play-offs, doppelt so oft wie der Gegner, und Powerplay-Dreierpacks waren mit verantwortlich für zwei der drei Heimsiege. Und den vier gegnerischen Überzahltoren konnte Fabian Zick sogar noch einen Shorthander entgegensetzen.

Pressekonferenz in Kaufbeuren:

Während Franz Steers Jungs in den sechs Spielen bei 23 geschossenen und 16 kassierten Treffern 69 Scorerpunkte ansammelten (Kaufbeuren lediglich 40), konnten die Allgäuer zwar in der Breite (jeweils 13 verschiedene Scorer) halbwegs mithalten, die Bilanz der Leistungsträger fällt aber ganz klar zugunsten der Starbulls aus. Bei den Jokern kamen nur zwei Spieler auf einen Schnitt von einem Punkt pro Spiel, Verteidiger-Raubein Carl Hudson und Christian Grosch aus der dritten Sturmreihe. Die Topscorer Brady Leisenring (fünf Punkte) und Levi Nelson (drei) hatten zwar ihre Momente, diese spielten sich jedoch ebenso häufig auf der Strafbank ab wie vor Norm Maracles Tor. Nun zu ihren Kontrahenten auf Rosenheimer Seite: Auch ohne den verletzten Kapitän Stephan Gottwald (dessen einziges Tor der Serie allerdings den Umschwung zum ersten Sieg einleitete) kamen gleich fünf Spieler auf mindestens einen Punkt pro Spiel. Das begann schon an der blauen Linie: Dominic Auger (drei Tore, drei Assists) und der stark verbesserte Ryan Gaucher (zwei Tore, fünf Vorlagen) schafften zu zweit fast so viele Punkte wie die komplette Kaufbeurer Defense (15). Mitch Stephens, in den letzten Vorrundenspielen offensiv ein wenig „unterrepräsentiert“, war rechtzeitig zum Play-off wieder voll da und belegt mit vier plus vier Rang drei in der Skorerliste. Und da ist ja noch das „Deadly Duo“ (oder „Dynamic Duo“, wenn man es nicht so martialisch haben will): Corey Quirk und Patrick Asselin, in der Vorrunde mit einem (Quirk) bzw. zwei Scorerpunkten (Asselin) beileibe nicht der große Alptraum für den ESVK, schraubten ihren seit Wochen starke Performance noch einmal  ein Level höher und erreichten je elf Punkte (Quirk vier Tore, sieben Assists, Asselin sechs plus fünf). Asselin gelang dabei am Sonntag im Mitteldrittel ein Hattrick binnen 8:07 Minuten! Er übertraf damit Stephan Gottwald, der am 6. Januar gegen Rvensburg ein solches Kunststück vorgemacht hatte, dafür aber 10:33 Minuten gebraucht hatte.

Es war nicht die einzige Torlawine, die zum entscheidenden Sieg führte. Viermal in den sechs Spielen schafften es die Starbulls, in weniger als neuneinhalb Minuten drei Treffer zu erzielen (Kaufbeuren nur einmal), und die vier Tore am Freitag (von 2:0 auf 6:0) binnen 12:08 Minuten, waren sogar der schnellste „Viererpack“ der Zweitliga-Neuzeit, nur getoppt von vier Treffern in knapp fünf Minuten beim 7:1 in Hannover. Und auch wenn ein 6:0 im Play-off nicht mehr zählt als ein 1:0 (eine weitere von Steers durchaus zutreffenden Philosophien): Schön war er doch, dieser höchste Zweitliga- Heimsieg seit dem Wiederaufstieg, und vielleicht hat er ja dem einen oder anderen Kaufbeurer unbewusst klar gemacht: Da geht nichts mehr…

Manfred Eder (Oberbayerisches Volksblatt)

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