Wenn Squires und Caruana nicht punkten, dann sieht es für Rosenheim bitter aus

Abhängig vom Spitzen-Duo

Fehlschuss: Auch dieser Versuch von Matt Caruana landete nicht im Tor.
+
Fehlschuss: Auch dieser Versuch von Matt Caruana landete nicht im Tor.

Rosenheim - Wenn Squires und Caruana nicht für Erfolge in der Offensive sorgen, wird es schwer für die Starbulls. Das zeigt auch das Spiel vom vergangenen Freitag.

Bei allem Respekt vor der sportlichen Fairness: In den Reihen der Starbulls Rosenheim wird man angesichts das Tabellenstandes und dem Fehlen möglicherweise entscheidender Zähler in der Endabrechnung um das Heimrecht im Play-off-Viertelfinale wohl doch insgeheim den großzügig aufs Spiel gesetzten Punkten gegen Weißwasser nachtrauern, die ihnen aufgrund der Spielabsage vor zwei Wochen zugestanden hätten. Außerdem wäre den "gefühlten" tausend Fans (offiziell waren es 1832) ein Karnevals-Event der eher unerfreulichen Art erspart geblieben...


Keiner weiß, woran es liegt, aber obwohl die Füchse aus der Lausitz seit der Rosenheimer Zweitliga-Zugehörigkeit, von wenigen "Momentaufnahmen" abgesehen, in der Tabelle stets hinter den Starbulls platziert waren, traten sie an der Mangfall doch meist wie ein Spitzenteam auf. Und so war der Rosenheimer 5:3-Sieg in der Vorrunde auch der einzige in sechs Gastspielen der Füchse. So gesehen, war der Triumph der eigentlich zweitschwächsten Auswärtsmannschaft beim statistisch zweitbesten Heimteam eigentlich "business as usual", also nichts Besonderes. Umgekehrt konnten Franz Steers Mannen ihrerseits drei von fünf Begegnungen im fernen Osten Deutschlands für sich entscheiden, darunter auch mit 5:2 das erste Gastspiel der laufenden Saison.

Ein wenig befremdlich ist es aber, wie das Team mit den drittwenigsten Gegentoren der Liga nun bereits zum vierten Mal in dieser Spielzeit auf eigenem Eis regelrecht auseinander gefallen ist. 2:5 und 2:6 gegen Schwenningen, 1:5 gegen Crimmitschau und nun 2:5 gegen Weißwasser - was für ein Unterschied zur ersten Saison 2010/11, als die Starbulls als Liga-Neuling während der Punktrunde zu Hause kein einziges Mal höher als mit zwei Toren Abstand verloren (allerdings zum Play-off-Abschluss dann zweimal nacheinander 1:4 gegen Ravensburg). Im vergangenen Jahr gab es fünf Heimschlappen mit drei oder mehr Treffern Differenz.


Dabei hatte es am Freitag recht gut angefangen. Ein klassisch und souverän abgeschlossener Konter brachte schon in der sechsten Spielminute die Führung. Statistisch gesehen kein Zufall, denn gerade diese Minute ist für die Starbulls heuer eine absolute Plus-Minute. Viermal trafen Norman Hauner, Greg Squires, Fabian Zick und nun Dominic Auger in dieser Minute im bisherigen Saisonverlauf, ein Gegentreffer ist zu diesem Zeitpunkt noch nicht gefallen. Negative Gegenstücke zur "Parade-Minute" sind übrigens die 20. und die 34. Minute, in denen die Starbulls überhaupt nicht trafen, aber je vier Gegentreffer kassierten. Nach dem gelungenen Auftakt konnte niemand ahnen, dass es bis zur letzten Spielminute bis zum nächsten Rosenheimer Tor dauern würde und fünf gegnerische dazwischen liegen würden (übrigens auch schon zum sechsten Mal in 2012/13). Auch mit Micky Rohners 2:5 hat es eine statistische Bewandtnis: Es war der erste Treffer in der Schlussminute eines Spieles, der nicht ins leere Tor erzielt wurde. Zuvor hatten die Starbulls in der 60. Minute vier Empty-Net-Goals geschossen und deren drei hinnehmen müssen.

Nicht von ungefähr waren Dominic Auger als Torschütze und Ryan Del Monte als Vorbereiter am Führungstor beteiligt, sind diese beiden doch die erfolgreichsten Scorer der letzten fünf Spiele (Auger zwei Tore, vier Assists, Del Monte ein Tor, drei Vorlagen). Keinem anderen Rosenheimer gelangen in diesem Zeitraum mehr als drei Scorerpunkte, auch nicht dem Duo Squires/Caruana, von dem nach wie vor der Offensiverfolg abhängt. Von neun Matches, in denen beide zugleich punktlos blieben, konnten die Starbulls nur ein einziges gewinnen (2:1 in Heilbronn durch Treffer von Stephan Gottwald und Del Monte).

Völlig in die falsche Richtung (0:3) lief das Spiel im Mittelabschnitt, und dieser ist oftmals der einseitigste. Bereits siebenmal in der laufenden Saison betrug die Tordifferenz in diesem Drittel mehr als zwei, viermal für, dreimal gegen die Starbulls. Die anderen Spielabschnitte sind da wesentlich ausgeglichener: Das Anfangsdrittel endete nur zweimal so deutlich zugunsten eines der Teams, das Schlussdrittel viermal.

em/Oberbayerisches Volksblatt

Quelle: rosenheim24.de

Kommentare