Starbulls-Wille war unbändig

Rosenheim - An dieses Match wird man sich noch lange erinnern: 50 Minuten lief alles gegen die Starbulls, ehe sie mit riesigem Willen das Spiel doch noch drehten. *NEU: Videos*

Video: Die Tore des Spiels gegen Heilbronn

Vor 2.009 Zuschauern setzten sich die Rosenheimer Eishockeyspieler letztlich mit 4:3 (0:1, 0:1, 3:1, 1:0) nach Verlängerung gegen die Heilbronner Falken durch und sind dadurch auf den dritten Tabellenplatz vorgestoßen. Dabei lagen die Grün-Weißen nach 50 Minuten mit 0:3 zurück und eigentlich setzte zu diesem Zeitpunkt niemand auch nur noch einen Pfifferling auf die Starbulls. Doch diese straften ihre Kritiker in beeindruckender Manier Lügen: Mit einer gewaltigen Moral starteten die Steer-Schützlinge in den letzten zehn Minuten eine sensationelle Aufholjagd, die mit dem Siegtor von Greg Squires in der Overtime gekrönt wurde.

Squires kassiert "Diszi" nach 14 Sekunden

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Doch der Reihe nach: Squires war auch gleich an der allerersten Aktion der Partie beteiligt. Als er beim Bully vom Referee blockiert wurde, leistete sich der Amerikaner eine verbale Entgleisung und wurde dafür von Andreas Aumüller bereits nach 14 Sekunden für 10 Minuten in die Kühlbox verbannt. Mit dem „Loch“ in der ersten Reihe kam das Starbulls-Spiel daher anfangs nicht so recht auf Touren, was allerdings auch an den Gästen aus Baden-Württemberg lag, die konsequent verteidigten und den Hausherren kaum Spielraum ließen. Und auch nach vorne waren die Falken immer wieder gefährlich, so dass die Führung in der 15. Minute sicherlich nicht unverdient war: Mit schnellem Passspiel brachten die Gäste im Powerplay die Starbulls-Defensive in Unordnung, so dass Brent Walton im Slot letztlich völlig freistehend keine Mühe hatte, der Scheibe die entscheidende Richtungsänderung zu verpassen – 0:1. In der 18. Minute wäre beinahe der zweite Heilbronner Treffer gefallen, doch beim Schuss von Corey Mapes von der blauen Linie stand der rechte Pfosten im Weg.


Auch nach der ersten Pause konnte man den Starbulls das Bemühen in keiner Phase absprechen, allerdings fanden die Grün-Weißen nur selten den Zug zum Tor und hinten war man teilweise zu weit von den Gegenspielern weg bzw. es wurde nicht konsequent genug geklärt. So auch beim zweiten Gästetreffer in der 34. Minute, als die Starbulls die Scheibe gleich zweimal nicht aus der Zone brachten. So kam diese über Andrej Bires und Marcel Kurth zu Mapes, der Keeper Pasi Häkkinen mit einem trockenen Schlenzer unter die Querlatte überwand - 0:2.

Aufholjagd in den letzten 10 Minuten

Im letzten Abschnitt tat sich zunächst nicht allzu viel, ehe es in der Schlussphase dann richtig abging. Erst verwandelte der Ex-DEL-Spieler Hackert einen fragwürdigen Penalty in aller Seelenruhe zum vermeintlich entscheidenden 0:3 (47.), ehe die Starbulls – vielleicht mit dem Mut der Verzweiflung – noch einmal alles probierten. Die Initialzündung lieferte Fabian Zick in Minute 50, als er einen Schuss von Ryan del Monte unhaltbar für den vorher schier unbezwingbar wirkenden Gästetorwart Kevin Nastiuk zum 1:3 abfälschte. Vier Zeigerumdrehungen später setzten Michi Baindl und Andrej Strahkov energisch nach, was Kapitän Stephan Gottwald schließlich zum zweiten Treffer nützte. Nun war auch das Publikum wieder (lautstark) da und peitschte die Mannschaft nach vorne. Rosenheim riskierte nun alles und hätte beinahe das vierte Gegentor kassiert, als Luigi Calce alleine auf Häkkinen zumarschierte. Doch der Finne schmiss sich dazwischen und verhinderte so den K.O. für die Hausherren. Eine Minute später sollte sich dies auszahlen, als Michi Fröhlich 75 Sekunden vor Schluss den „Hammer“ auspackte und den Puck sehenswert unter die Latte knallte – 3:3 (59.).


Video: Die Stimmen der Trainer

Dadurch hatten die Starbulls natürlich auch in der Overtime moralisch Oberwasser und machten in der 63. Minute den „Deckel drauf“: Im Powerplay bediente Beppo Frank Squires, der die Scheibe aus halblinker Position zum vielumjubelten Siegtreffer in die Maschen drosch. „Wir hatten eigentlich die Kontrolle, haben dann aber durch eigene Fehler verloren“, meinte Heilbronns Coach Rico Rossi. Kollege Franz Steer lobte vor allem den unbändigen Willen seiner Mannschaft, die sich damit mit viel Mut im Gepäck zum Spitzenspiel nach Bremerhaven (Sonntag, 17 Uhr) aufmachen kann. Diese Reise beginnt für die Starbulls übrigens wegen der langen Fahrtstrecke bereits heute Vormittag - allerdings ohne Greg Squires, der nach seiner dritten 10-Minuten-Strafe in dieser Saison gesperrt fehlen wird. Letztlich darf man festhalten, dass dies ein Erfolg war, der nicht nur für den Geist der Mannschaft, sondern auch noch in der Endabrechnung nach der Hauptrunde ganz wichtig sein könnte.

Das Spiel in der Statistik:

Starbulls Rosenheim – Heilbronner Falken 4:3 n.V. (0:1, 0:1, 3:1, 1:0)

Tore: 0:1 (15.) Brent Walton (Michael Hackert, Michel Léveillé – Überzahl-Tor), 0:2 (34.) Corey Mapes (Andrej Bires, Marcel Kurth), 0:3 (47.) Michael Hackert (Penalty), 1:3 (50.) Fabian Zick (Ryan del Monte, Norman Hauner), 2:3 (54.) Stephan Gottwald (Michael Baindl, Andrej Strahkov), 3:3 (59.) Michael Fröhlich (Matt Caruana, Bryan Schmidt), 4:3 (63.) Gregory Squires (Beppo Frank - Überzahl-Tor).

Schiedsrichter: Andreas Aumüller (Ottobrunn).

Strafen: Rosenheim 6 plus 10 für Gregory Squires – Heilbronn 10 plus 10 für Michel Léveillé.

Zuschauer: 2.009.

Martin Weidner

Quelle: rosenheim24.de

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