Schlechteste Heimleistung

Rosenheim - Für die große Fairness muss man sie loben, für die sportliche Leistung tadeln – die Rede ist vom Starbulls-Nachholspiel am Abend gegen die Gäste aus Weißwasser.

Die 1.832 Faschingsnarren im Kathrein-Stadion bekamen nämlich einen äußerst bescheidenen Auftritt der Rosenheimer Eishockeyspieler zu sehen, die dann am Ende auch völlig zurecht mit 2:5 (1:1, 0:3, 1:1) gegen die Lausitzer Füchse unterlagen. Für die Gäste war dieser Erfolg wie „ein Sechser im Lotto“, denn er kam ja nur durch die große sportliche Fairness der Starbulls zustande, die vor zwei Wochen einer kurzfristigen Spielverlegung zustimmten, obwohl sie auch kampflos drei Punkte und 15.000 Euro Schadensersatz hätten haben können. Während sich Weißwassers Trainer Dirk Rohrbach artig für diese zweite Chance bedankte („Ein herzliches Dankeschön an Rosenheim, so etwas macht nicht jeder Verein!“), verteidigte Franz Steer diese Entscheidung vehement: „Ein paar Leute werden jetzt mit Sicherheit sagen, die Rosenheimer sind schön blöd. Man muss aus meiner Sicht allerdings schon einen sportlichen Weg gehen. Da muss man eine gewisse Linie haben!“

Erstes Drittel war noch gut

Diese Linie hatten die Starbulls lediglich im ersten Drittel, das sie druckvoll begannen und auch folgerichtig in der 6. Minute in Führung gingen, als Ryan del Monte und Dominic Auger alleine auf Füchse-Keeper Jonathan Boutin zuliefen. Der Kanadier legte quer und der punktbeste Rosenheimer Verteidiger nagelte die Scheibe zur Führung in die Maschen – 1:0, sein sechstes Saisontor. Es folgten gute Möglichkeiten zu einem zweiten Treffer, ehe Weißwasser stärker wurde. Der Ausgleich war dennoch unglücklich, weil der Schuss von Christoffer Kjärgaard von der blauen Linie von einem Rosenheimer Schlittschuh unhaltbar für SBR-Keeper Pasi Häkkinen abgefälscht wurde (14.).


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Nach der ersten Pause war dann eindeutig ein Bruch im Spiel der Gastgeber zu erkennen. Weißwasser war – obwohl mit nur drei Reihen angereist – ab diesem Zeitpunkt wesentlich spritziger und laufstärker als die in Bestbesetzung angetretenen Rosenheimer und ging in der 24. Minute erstmals in Front, als Matt McKnight in halbrechter Position alle Zeit der Welt hatte und die Scheibe mit einem tollen Schlenzer im linken Eck unterbrachte. Im weiteren Verlauf kam es noch dicker für die Starbulls, die diesmal auch das nötige Aufbäumen vermissen ließen. In Überzahl gelang Johan Burlin zunächst das 1:3 (32.), dann legten die Sachsen sogar noch einen vierten Treffer durch Kevin Lavallee hinterher (36.).

Mit drei Toren Rückstand wurde der letzte Abschnitt natürlich zu einer „Herkulesaufgabe“ für die Starbulls, die an diesem Abend allerdings den nötigen Biss vermissen ließen und das Ruder auch nicht im Ansatz noch einmal herumreißen konnten. Dass es die wohl schlechteste Leistung auf eigenem Eis in dieser Saison war, zeigte sich in der 51. Minute, als Thomas Götz im Slot wieder völlig frei war und Häkkinen einen fünftes Mal überwand. Dass Micky Rohner in der Schlussminute noch der zweite Rosenheimer Treffer an diesem (verkorksten) Abend gelang, spielte am Ende lediglich noch für die Statistik eine Rolle.


Rohrbach zufrieden, Steer sauer

So war es kein Wunder, dass Rohrbach mit der Vorstellung seiner Mannschaft sehr zufrieden war: „Rosenheim hat druckvoll begonnen. Wir hatten Glück, dass wir anfangs nicht höher zurücklagen. Der Ausgleich hat uns dann Selbstvertrauen gegeben. Ab dem zweiten Drittel haben wir die Starbulls dann nicht mehr zur Entfaltung kommen lassen!“ Der Rosenheimer Chefanweiser hingegen konnte dem Auftritt natürlich nicht viele erfreuliche Aspekte abgewinnen. „Viel Positives gibt es heute nicht! Das erste Drittel war gut. Problem war heute eigentlich nicht die Offensive, sondern die Defensive. Wir sind hinten herum gefahren wie ein aufgescheuchter Hühnerhaufen. Wir waren zu weit weg, nicht aggressiv – so kenne ich meine Mannschaft gar nicht“, fand Steer deutliche Worte und fügte an: „Wenn ich nicht wüsste, dass das alles gute Jungs sind, müsste ich annehmen, die waren am Vortag alle auf einem Faschingsball!“

Mit dieser Niederlage ist das Heimrecht (Platz vier) für die erste Play Off-Runde erst einmal in weite Ferne gerückt, zumal auf die Starbulls jetzt wiederum zwei Auswärtsspiele warten. Am kommenden Freitag, 19.30 Uhr, gastieren die Grün-Weißen zunächst in Kempten beim ESV Kaufbeuren. Nach einem weiteren spielfreien Sonntag geht es dann am Dienstag, 19. Februar, 20 Uhr, zu den Dresdner Eislöwen – beides richtungsweisende Begegnungen, die den Endspurt der Punkterunde einläuten.

Das Spiel in der Statistik:

Starbulls Rosenheim - Lausitzer Füchse 2:5 (1:1, 0:3, 1:1)

Tore: 1:0 (6.) Dominic Auger (Ryan del Monte, Fabian Zick), 1:1 (14.) Christoffer Kjärgaard (Kevin Lavallee, Matt McKnight), 1:2 (24.) Matt McKnight (Markus Lehnigk, Sebastian Klenner), 1:3 (32.) Johan Burlin (Steven Tarasuk, Richard Müller – Überzahl-Tor), 1:4 (36.) Kevin Lavallee (Christoffer Kjärgaard, Matt McKnight), 1:5 (51.) Thomas Götz (Markus Lehnigk, Jörg Wartenberg), 2:5 (60.) Michael Rohner (Robert Schopf, Michael Baindl).

Schiedsrichter: Roland Kellner (Österreich).

Strafen: Rosenheim 10 plus 10 für Beppo Frank – Weißwasser 8.

Zuschauer: 1.832.

Martin Weidner

Quelle: rosenheim24.de

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