Starbulls-Vorstand droht mit Klage gegen DEB

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München/Rosenheim - Der Deutsche Eishockey Bund will im kommenden Winter keine 2. Liga austragen lassen. Starbulls-Vorstand Wilhelm Graue droht mit einer Klage.

Eine kurze Pressemitteilung des Deutschen Eishockey Bunds (DEB) vom Mittwoch droht einen Eklat im deutschen Eishockey auszulösen. Mittendrin sind auch die Starbulls Rosenheim, deren sportliche Zukunft durch die neueste Entscheidung des DEB gefährdet wird.

Nach den Plänen des DEB soll in der Saison 2013/14 keine 2. Eishockey-Bundesliga stattfindet. Zumindest dann nicht, wenn sich der Dachverband juristisch durchsetzen kann. Denn jetzt droht der aufgestaute Ärger um das Scheitern einer DEL II vor Gericht zu landen.

Die Begründung des DEB für seine Entscheidung ist einfach und passte am Mittwoch in einen einzigen Satz: "Nachdem für einen geordneten DEB 2. Bundesligaspielbetrieb nicht ausreichend Vereine fristgerecht zum 07. Juni gemeldet haben, ist in der laufenden Saison noch keine Umsetzung für eine neue 2. Liga möglich." Für den DEB ist es aber auch keine Alternative, stattdessen eine "alte" 2. Liga stattfinden zu lassen. Der Dachverband des deutschen Eishockeys hat einen ganz anderen Plan.

Oberligisten sollen Qualifikationsrunde spielen

Da es nicht genügend Clubs gibt, die sich für den Spielbetrieb gemeldet haben, soll nun eine Übergangssaison gespielt werden. Es gäbe in dieser Zeit einfach keine 2. Bundesliga. Die Oberligisten (wie auch der SC Riessersee und der ESV Kaufbeuren) sollen stattdessen eine Qualifikationsrunde ausspielen, die die Teilnehmer für eine 2. Liga in der Saison 2014/15 bestimmen soll. Von den Möglichkeiten der bisherigen Zweitligisten im kommenden Winter Eishockey zu spielen, ist in dem kurzen Statement des DEB keine Rede.

Auch wenn die Option einer Liga in Form einer DEL II bereits als gescheitert betrachtet wurde, schien eine grundsätzliche Einigung Ende Mai noch möglich. Zumindest hatte Starbulls-Vorstand Karl Aicher zu diesem Zeitpunkt noch angekündigt, man würde in der kommenden Saison auf jeden Fall Eishockey spielen - entweder unter dem DEB oder in der bisherigen Betriegsgesellschaft ESGB. Eine friedliche Einigung ist nach aktuellem Stand aber so gut wie ausgeschlossen.

Graue droht mit Klage

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Für Starbulls-Vorstand Wilhelm Graue kommt der Schritt des DEB nicht einmal überraschend: "Die DEB-Reaktion war zu erwarten und legt für alle Beobachter und Beteiligten einmal mehr ein beredtes Zeugnis dafür ab, dass der DEB weder Willens noch in der Lage ist, sich den aktuellen Themen des deutschen Eishockeys zu stellen, diese anzupacken und zu lösen", sagte er am Mittwoch im Namen der Zweitligaclubs.

Graue fügte hinzu: "Wir sind der Überzeugung, dass der Verband laut Satzung und Spielordnung einen Kooperationsvertrag mit der ESBG bzw. uns abschließen muss." Wenn der DEB sich nicht gesprächsbereit zeigt, wollen die bisherigen Zweitligisten klagen. Sie bemängeln auch, dass der DEB seine Entscheidung getroffen hat, ohne weitere Lösungsvorschläge zu unterbreiten.

Neben den Starbulls Rosenheim hatte sich auch die Mehrzahl der weiteren Zweitligaclubs einer vom DEB gesetzten Frist widersetzt, bis zu der sie sich zur 2. Bundesliga unter DEB-Führung anmelden sollten. Nachdem der DEB den Plänen für eine 2. Liga in Form einer DEL II eine Absage erteilt hatte, ließen sie die Frist am 7. Juni verstreichen. Bereits zu diesem Termin hatten die Clubs klargestellt, dass sie mit ihrem Wunsch nach einer DEL II keineswegs den DEB als Dachverband infrage stellen wollen. Auch die sonstigen Rahmenbedingungen im deutschen Eishockey werden akzeptiert. Für die Zweitligaclubs gehe es beim Wunsch nach einer DEL II um eine Professionalisierung der Liga.

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © Fölsner

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