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Die "Fußtruppen" waren entscheidend

OVB
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In den ersten drei Spielen ging es hart zur Sache. Das Bild zeigt den "eingesprungenen Senger" gegen Kaufbeurens Christoph Fröhlich.

Rosenheim - Bisher erfüllt die Viertelfinalserie zwischen den Starbulls Rosenheim und den Kaufbeurer Jokern alle Erwartungen. Was bisher alles passiert ist:

Hat doch im Vorfeld nicht nur das Fachblatt "Eishockey-News" einen Kampf über die volle Distanz von sieben Spielen prognostiziert. Und in allen drei bisherigen Spielen war das Geschehen wesentlich umkämpfter, als es die Ergebnisse (zweimal drei Tore Differenz, einmal zwei) suggerieren.

In allen drei Fällen war ein kurzer Höhenflug eines Teams letztlich für den Sieg maßgebend, und vereinfacht könnte man feststellen: Wer das Mitteldrittel für sich entscheidet, gewinnt das Spiel. Kurz die Zahlen: Die Joker verwandelten auf eigenem Eis einen 1:2-Rückstand binnen 11:03 Minuten in eine 4:2-Führung (zwischen der 22. und der 33. Minute); das gleiche war den Starbulls in der ersten Begegnung gelungen, als sie sogar binnen 6:19 Minuten (von der 29. bis zur 36. Minute) ebenfalls ein 1:2 zum Endstand von 4:2 korrigierten. Und am Sonntag schafften sie den Dreierpack binnen 9:24 Minuten, hier allerdings im Schlussabschnitt (45. bis 54. Minute), aber auch in diesem Spiel hatten sie das Mitteldrittel mit 1:0 für sich entschieden. Die beiden positiven "Dreierpacks" waren übrigens die fünft- und siebtschnellsten der Saison, der negative rangiert ebenfalls in den Top Ten, auf Platz Sieben.

Im bisherigen Verlauf konnte man feststellen, dass die Starbulls die "Kanonen" des Gegners ganz gut im Griff hatten. Die drei Topstürmer Brady Leisenring, Levi Nelson und Rob McFeeters (schon zu Oberligazeiten neunfacher Torschütze gegen Rosenheim) trafen bisher nur je einmal, und darüber hinaus trug Nelson im ersten Spiel durch zwei dumme Fouls zur Unzeit mit zum Rosenheimer Sieg bei. Daniel Menge und Mark Soares, mit je drei Toren hinter McFeeters Vorrunden-Schreckgespenster für Norm Maracle, gingen bisher ganz leer aus. Für den einzigen Sieg waren dafür die "Secondary Scorer" oder die "Fußtruppen" verantwortlich: Dominic Krabbat (drei Tore) und Christian Grosch (zwei), Achter und Siebter der internen Torcharts, schossen die Starbulls fast im Alleingang ab. Krabbat ist dabei kein Unbekannter: Im Play-off 2009 trug er mit vier Treffern zum frühen Ausscheiden der Starbulls bei.

Da ist es natürlich gut, wenn man dem etwas entgegenzusetzen hat. Zwar knüpft Corey Quirk als "Speerspitze" nahtlos an seine Vorrunden-Leistungen an, aber auch er erhält zunehmend Entlastung durch seine "Fußtruppen". Denn in der Breite sind die Starbulls in den bisherigen drei Matches mit zwölf verschiedenen Scorern (davon acht als Torschützen) noch besser besetzt als die Joker (elf verschiedene Scorer, davon sechs Torschützen). Als Beispiele seien nur genannt: Michael Baindl, der gegen Ende der Punktrunde etwas schwächelte, aber nun mit drei Scorerpunkten, darunter dem vorentscheidenden Treffer am Sonntag, wieder auftrumpft, oder auch Fabian Zick, der seine gesamte Vorrundenausbeute aus 41 Spielen (zwei Tore, ein Assist) in den letzten beiden Spielen fast schon egalisiert hat und mit seinem Unterzahltor in Kaufbeuren beinahe noch die Wende herbeigeführt hätte. Interessant ist auch, dass im bisherigen Play-off sechs Starbulls getroffen haben, die in der Vorrunde Stefan Vajs im Tor kein einziges Mal überwinden konnten: Neben Baindl und Zick sind dies Dominic Auger, Ryan Gaucher (stark verbessert gegenüber der Vorrunde), Mitch Stephens und überraschenderweise Corey Quirk, dessen Offensivausbeute gegen Kaufbeuren sich in der Vorrunde auf ein Assist beschränkte.

Aufgrund der eher merkwürdigen Regelauslegung von Referee Höhenleitner (nicht zum ersten Mal in Rosenheim) spielten sich sage und schreibe 24:31 Minuten des Spieles bei personellem Ungleichgewicht ab. Das ist nicht ganz Rekord für ein Starbulls-Spiel, denn am 4. Dezember 2011 agierten Rosenheim und Schwenningen insgesamt 26:26 Minuten abwechselnd in Über- oder Unterzahl, was aber nur die Wild Wings zu zwei Treffern nutzen konnten.

Das kurioseste Detail werden viele vielleicht gar nicht bemerkt haben. Während der fünfminütigen Überzahl im Mittelabschnitt fehlte Corey Quirk schmerzlich. Erst hatte er wie ein weiterer Kaufbeurer zwei Minuten abzusitzen, die restlichen drei Minuten kam er nicht mehr aufs Eis, weil es keine einzige Spielunterbrechung gab! Ob das Powerplay mit ihm besser gelaufen wäre, kann man nicht sagen, Tatsache ist aber, dass Rosenheim im Play-off wegen der drei Tore im ersten Spiel die drittbeste Quote hat; in Unterzahl rangieren Franz Steers Jungs sogar auf Rang zwei.

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