"Special teams" die Sieg-Garanten

Hauptschiedsrichter Haupt versucht Franz Steer eine seiner vielen eigenartigen Entscheidungen zu erklären. Foto Ziegler
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Hauptschiedsrichter Haupt versucht Franz Steer eine seiner vielen eigenartigen Entscheidungen zu erklären.

Rosenheim - Es ist schon komisch in der Tabelle der zweiten Eishockey-Bundesliga: Ob Niederlagen oder Siege, bei den Starbulls Rosenheim tut sich nicht viel!

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Da unterlagen die Starbulls Rosenheim nacheinander bei den Spitzenteams in Bietigheim und Schwenningen deftig und verloren kaum an Boden, danach schlagen sie die Nicht-Play-off-Klubs Riessersee und Dresden (fast) ohne Gegentor (bereits das zweite Sechs-Punkte-Wochenende im noch jungen Jahr 2013) und kommen trotzdem kaum voran.


Man braucht wohl kein großer Prophet sein für die Erkenntnis, dass sich der Kampf um die Plätze drei bis sechs sehr lange, vielleicht bis zum Abschluss-Wochenende im März, hinziehen wird.

Stichwort Play-off: Schade, dass die Starbulls im Play-off definitiv nicht auf den SC Riessersee treffen werden, denn die Garmischer bringen heuer einfach überhaupt kein Bein auf die Erde (pardon, aufs Eis) gegen Franz Steers Jungs. Die "Blauen" haben heuer die Rolle von Freiburg (2010/11) und Ravensburg (2011/12) übernommen, nämlich die des punktlosen Starbulls-Prügelknaben. Beim ersten Gastspiel in Rosenheim noch knapp mit 3:4 unterlegen, konnten sie in den übrigen drei Spielen nicht ein einziges Törchen gegen Pasi Häkkinen erzielen, und selbst auf eigenem Eis fehlt ihnen (inklusive dem 0:2 in der Vorsaison) schon seit drei Spielen jeglicher Torjubel.


Ebenfalls ein gewisser Trend, wenn auch nicht so einseitig, lässt sich gegen den zweiten Gegner des Wochenendes feststellen. Elfmal spielten die Starbulls seit dem Aufstieg gegen Dresden, und in sechs dieser Spiele musste sich der Verlierer (beide dreimal) mit einem einzigen Treffer zufrieden geben. Und ohne den Dresdener Ausgleich am Sonntag (nur gut eine Minute nach der Rosenheimer Führung, was Auger & Co. derzeit aber bemerkenswert gut wegstecken) hätte es einen neuen Rekord gegeben. So aber endete die Phase ohne Gegentor bei 118:09 Spielminuten, und zur Bestleistung von 126:04 Minuten (in der laufenden Saison ebenfalls mit Riesserseer und Dresdener Beteiligung aufgestellt) fehlten noch acht Minuten. Kurios: Zuvor waren die Starbulls die Saisonrekordstrecke von 91:04 Minuten selbst erfolglos geblieben. Erst fünf Gegentore in Folge, dann sieben eigene Treffer - nicht ganz alltäglich.

Ein echter Rekord war aber das Tor von Matt Caruana zum 5:0 in Garmisch. Vierzehn Sekunden nach Wiederanpfiff - so schnell hatte in dieser Liga noch kein Rosenheimer zuvor eingenetzt. Die fünf Treffer binnen 27:05 Minuten waren immerhin Saisonrekord, die vier Tore binnen 12:13 Minuten wurden zuvor nur einmal, beim 6:3 in Landshut, übertroffen. Ebenfalls spitze waren die sechs Tore bei gleicher Spieleranzahl gegen den SCR, genau so viele übrigens wie schon beim 7:0-Sieg im ersten Gastspiel dort. Das Gegenteil dann am Sonntag: Alle drei Tore gegen Dresden schossen die "Special Teams", die diesmal den Sieg ausmachten. Das Penalty-Killing wie üblich (kein Gegentor in fast vierzehn Minuten, darunter fast zwei Minuten doppelter Unterzahl gegen das mit 90 Prozent Erfolgsquote beste Powerplay der Liga, dazu als Krönung Shorthander Nummer zehn), überraschend aber auch das Powerplay nach einer Überzahl-Durststrecke von 21 Minuten in den letzten vier Spielen mit zwei Treffern. Klassische Powerplaytore waren es sicher nicht, stattdessen sorgten Pasi Häkkinens genialer erster Pass (ein Konter im Powerplay und zweiter Assist für den Torhüter!) sowie später Norman Hauners an Greg Squires erinnernder Solo-Antritt und Abschluss für die ungewohnten Überzahl-Erfolgserlebnisse.

Überhaupt war Hauner mit drei Treffern am Wochenende die auffallendste Offensivkraft. Er ist übrigens außer den Topscorern Squires und Caruana der einzige Rosenheimer, der in dieser Saison öfter als einmal einen "Doppelpack" liefern konnte. Auch beim 6:1 gegen Bremerhaven zu Saisonbeginn hatte er zwei Treffer erzielt. Am Freitag dagegen führte Dominic Auger die Offensive an und konnte als zweiter Starbull nach Michael Fröhlich (in Landshut) einen Vorlagen-Hattrick verbuchen.

Manfred Eder (OVB-Heimatzeitungen)

Quelle: rosenheim24.de

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