Zahlen für die Ewigkeit

Fabian Zick ist zusammen mit Andrej Strakhov erfolgreichster Starbulls-Torschütze im Spiel fünf gegen fünf. Foto Eibner
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Fabian Zick ist zusammen mit Andrej Strakhov erfolgreichster Starbulls-Torschütze im Spiel fünf gegen fünf.

Rosenheim - Wären da nicht die 13 Schlussminuten am Freitag gewesen, könnte man sagen: Vielleicht werden die Starbulls besser Fünfter, damit sie im Play-off überwiegend auswärts antreten können.

Denn zu unterschiedlich waren in den vergangenen zwei Wochen die Leistungen: auf eigenem Eis die Niederlage gegen Weißwasser und die Beinahe-Schlappe gegen Heilbronn, in fremder Halle zeigte man sich dagegen in der Abwehr unüberwindlich und vorübergehend unbesiegbar.


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Dabei sind es nicht nur die drei Auswärtssiege in Folge (hier fehlte einer zum bisherigen Rekord aus dem Play-off 2011) oder die inzwischen vier Spiele ohne Niederlage in regulärer Spielzeit (da schafften die Starbulls vor fast genau einem Jahr schon sieben am Stück). Nein, es war ein absoluter Rosenheimer Rekord (das ist sicher) und möglicherweise Ligarekord (war leider trotz Internet nicht "wasserdicht" feststellbar), was Pasi Häkkinen und seinen Teamkollegen da im Februar gelang. Mit drei Shutouts hintereinander plus Restspielzeit in Schwenningen plus Zeit bis zum ersten Bremerhavener Treffer vergingen sage und schreibe 243 Minuten und neun Sekunden reiner Spielzeit zwischen zwei Auswärts-Gegentoren, das sind gut vier Spiele (!) am Stück, in denen man selbst ein glattes Dutzend Tore erzielen konnte! Man braucht kein Prophet sein, um vorauszusagen: Dies sind Zahlen (fast) für die Ewigkeit.

Weniger nachhaltig, aber um so spektakulärer war es, was Fabian Zick und Co. am Freitag gegen Heilbronn boten, nämlich ein eigentlich verlorenes Spiel in den letzten gut zehn Minuten regulärer Spielzeit noch aus dem Feuer zu reißen. Seit dem Aufstieg lagen die Starbulls in 36 Begegnungen zu irgendeinem Zeitpunkt (meist allerdings wenige Minuten vor Ende ohne Zeit für eine Aufholjagd) mit drei Toren Differenz zurück, und erst zum dritten Mal gelang es, das Spiel noch zu drehen und einen Sieg einzufahren. Vor letztem Freitag schafften sie es am 14. Januar 2011, als sie ein 0:3 gegen Bremerhaven (da begann die Aufholjagd schon in der 28. Minute) in einen 4:3-Overtime-Sieg verwandelten, und noch besser lief es am 15. März 2011 im Play-off-Viertelfinale (wo? Natürlich in Heilbronn!), als die Falken bis zur 33. Minute ein komfortables 3:0 herausgeschossen hatten, um dann noch 3:6 zu verlieren und in der Folge ohne einen einzigen Sieg aus dem Playoff "gesweept" zu werden. Dies scheint überhaupt ein spezielles Falken-Problem zu sein, denn bereits vor ein paar Wochen beklagte deren Trainer Rico Rossi, dass sein Team bereits dreimal einen Drei-Tore-Vorsprung vergeigt habe. Und nun also: Heilbronn, die vierte...


Zicks Torriecher

Dass ausgerechnet Fabian Zick die Aufholjagd einleitete, ist sicher kein Zufall, besticht er doch seit Wochen nicht nur durch bei ihm zuvor unentdeckten Torriecher, sondern auch durch unglaublichen Kampfgeist. Da er kaum oder gar keine Möglichkeit erhält, in Überzahl zu scoren, schießt er seine Tore halt bei fünf gegen fünf. Mit neun Treffern ist er (gleichauf mit Andrej Strakhov) der erfolgreichste Rosenheimer Torjäger bei personellem Gleichstand (Squires, Caruana und Del Monte haben einen weniger), und auch bei den Scorerpunkten "even up" übertreffen nur Squires (19) und Strakhov (17) Zicks 16 Punkte. Greg Squires verlässt sich da bekanntlich mehr auf die Unterzahl. Sein Shorthander am Dienstag in Dresden war bereits sein siebter, alles "juristisch unanfechtbare" Unterzahltore. Wieso das? Auch Corey Quirk erzielte vergangene Saison sieben Tore in Unterzahlphasen, aber da zwei aus verwandelten Penaltys resultierten, welche (oh wundersame Logik) nicht als Shorthander zählen, hat Quirk offiziell nur fünf.

In Dresden schoss Micky Rohner sein Team mit zwei Treffern auf die Siegerstraße, und auch hierzu gibt es ein interessantes statistisches Kuriosum. Zum dritten Mal war Rohner seit dem Aufstieg Doppeltorschütze, und jedesmal waren es die ersten beiden Tore. Am 2. Januar 2011 endete es mit einem 6:2 gegen Bietigheim (heuer eher unwahrscheinlich), am 8. Januar 2012 gelang es den Heilbronner Falken, ein 0:2 in eigener Halle in einen 3:2-Sieg zu verwandeln. Man sieht, in Spielen gegen Heilbronn ist nichts unmöglich.

Zweimal Überstunden

Sehr ungewöhnlich für Rosenheim: zweimal "Überstunden" an einem Wochenende. Außer Kaufbeuren spielten in der laufenden Saison alle anderen Teams mehr Overtime als die Starbulls, und das ist ganz gut so, denn eine ausgesprochene Rosenheimer Stärke ist dies nicht. Siegen in Schwenningen und Landshut und zu Hause gegen Heilbronn stehen Niederlagen gegen Ravensburg, in Heilbronn sowie beide Male in Bremerhaven gegenüber. Fischtowns Brendan Cook übrigens, lange Zeit Topscorer der Liga, verwandelte zwar einen der Penaltys am Sonntag (nicht den "Game Winning Shot"), blieb aber in allen vier Spielen gegen die Starbulls ohne jeden Scorerpunkt.

Manfred Eder (OVB-Heimatzeitungen)

Quelle: rosenheim24.de

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