Der Starbulls-Erfolg hat viele Namen

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Die Starbulls-Raupe, von den Fans lautstark gefordert und von den Spielern perfekt umgesetzt....

Rosenheim - Die mannschaftliche Geschlossenheit der Starbulls ist das große Plus für den bisherigen Erfolg in der 2. Eishockey-Bundesliga. Aber hinter dem Erfolg stecken noch viel mehr "Köpfe".

Trainer Franz Steer hat eine homogene Einheit geformt, die nun um die Meisterschaft spielt. Star ist die Mannschaft, nicht der Einzelne, das zeichnet die Starbulls aus. Dafür wurde während der gesamten Saison hart gearbeitet, nun erntet man verdientermaßen die Früchte. Die Fans jubeln der erfolgreichen Mannschaft samt Trainer zu, doch der Erfolg hat viele Gesichter. Laut Steer trägt das ausgezeichnete Umfeld einen wesentlichen Anteil dazu bei.


Von der Vorstandschaft über Mannschaftsleiter, Betreuer, Masseur, Ärzte bis hin zu den Jugendtrainern (fast alle mit Playoff-Bärten als äußeres Zeichen der Verbundenheit) würden laut Steer alle ihre ganze Arbeitskraft für den gemeinsamen Erfolg einsetzen. Als Paradebeispiel an Fleiß und Engagement nannte Steer Co-Trainer Martin Reichel, der, von einem Auswärtsspiel in Schwenningen gegen 4 Uhr am Eisstadion angekommen, im Massageraum kurz schlief, damit er bereits um 6 Uhr wieder als Jugendtrainer gemeinsam mit Eltern einer Nachwuchsmannschaft für das bevorstehende Turnier aufbauen und vorbereiten konnte. Im Jugendbereich engagiert sich Reichel als Trainer der Klein- und Kleinstschüler und hilft Oliver Häusler als Co-Trainer bei den Knaben. Ein „Eishockeyverrückter“, wie so viele bei den Starbulls, ohne die der Erfolg nicht möglich wäre.

Während den Play-offs hat auch Mannschaftsleiter Ingo Dieckmann alle Hände voll zu tun, unter anderem muss er die aufwändigen Auswärtsfahrten organisieren. Neben der kompletten Ausrüstung werden frisches Obst und warme Speisen mit an Bord des Starbulls-Busses genommen. Wichtig sind Gerichte mit kohlenhydrathaltigen Beilagen wie Nudeln, Reis oder Kartoffeln. Sie werden vom Eisstadionwirt Helmut Faulwasser zubereitet, in Wärmeboxen mitgenommen und kommen noch in der Kabine nach dem Spiel auf die Teller, zur Stärkung auf die nächtliche Heimreise. „An Schlaf ist erstmal nicht zu denken, die Spieler stehen noch zu sehr unter Adrenalin, das dauert, bis langsam die Augen zufallen“, so Dieckmann, der zu Hause angekommen gleich noch fünf bis sechs Waschmaschinen voll mit verschmutzten Dressen füllt. Physiotherapeut Alexander Seifert von der Simssee Klinik ist seit 15 Jahren für die Starbulls als Masseur tätig. Von der DEL runter zur Bezirksliga und wieder rauf zur 2. Bundesliga hat er alle Höhen und Tiefen miterlebt und ist während der Playoff-Runde im Dauereinsatz. Bei Auswärtsspielen hat er zusätzlich zu seiner Tätigkeit als Physiotherapeut die medizinische Verantwortung. „An die 70 Wochenstunden, inklusive meiner Tätigkeit in Klinik, bringe ich der Simssee Klinik in der Playoff-Zeit zusammen ohne die Busfahrten“, sagt der engagierte Masseur, der nach strapaziöser (aus Norddeutschland werden es schon zehn bis zwölf Stunden Busheimfahrt) selbst geschlaucht ist.


Seit fast 30 Jahren verrichtet Dr. Heinrich Fichtl aus Riedering den ärztlichen Bereitschaftsdienst während den Starbulls-Heimspielen. Gemeinsam mit seinen Kollegen Dr. Richard Kölbl und Dr. Andres Tammen wechselt er sich ab. Eishockey ist wohl die schnellste Mannschaftssportart der Welt, genauso schnell wollen die Ärzte helfen. „Sollten wir einen Bluterguss oder Prellungen diagnostizieren, dann greift der Masseur ein, eine offene Wunde wird nach Möglichkeit sofort in der Kabine „geflickt“. Zeichnet sich aber eine schwerere Verletzung ab, wie kürzlich bei Stephan Gottwald und Patrick Asselin, schicken wir sie ins Krankenhaus“, so Dr. Fichtl.

Alle zusammen geben zum Wohl der Mannschaft ihr Bestes. „Weil wir alle ein wenig verrückt sind – eishockeyverrückt“, meinte einer von ihnen stellvertretend. Sollten die Starbulls die Meisterschaft wirklich gewinnen, dann wird wohl ganz Rosenheim und Umgebung verrückt – eishockeyverrückt.

Franz Ruprecht (Oberbayerisches Volksblatt)

Quelle: rosenheim24.de

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