Finalniederlage der Starbulls: Die Analyse

Robert Schopf, Marcel Rodman
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Robert Schopf (links) gegen Bietigheims Topskorer Marcel Rodman, der das 2:0 machte.

Bietigheim - Die Bietigheim Steelers haben gestern Abend Eishockey-Geschichte geschrieben. Als erster Verein gewannen sie den DEB-Pokal zweimal hintereinander.

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Um 22.15 Uhr erhielt Kapitän Marcel Rodman die Trophäe von DEB-Vizepräsident Erich Kühnhackl und Bietigheim-Bissingens Oberbürgermeister Jürgen Kessing und präsentierte diese anschließend mit seinen Mitspielern stolz dem Publikum. Zuvor hatte der Spitzenreiter der Zweiten Eishockey-Bundesliga als bisher erster deutscher Verein den DEB-Pokal zweimal hintereinander gewonnen - dank eines 2:1-Erfolgs in der EgeTrans-Arena über die Starbulls Rosenheim, die damit ihren zweiten Pokalsieg verpasst haben.


Bietigheims Torwart Vollmer überragend

Dabei hatten die Gäste aus Rosenheim vor den 3472 Zuschauern keineswegs enttäuscht. Den Unterschied machte letztlich Steelers-Torhüter Jochen Vollmer, der einmal mehr eine überragende Leistung bot und von den Fans zu Recht stürmisch gefeiert wurde.

Die Starbulls zeigten sich in den 60 Minuten unbeeindruckt von den drei Niederlagen, die sie in der laufenden Zweitliga-Hauptrunde gegen Bietigheim schon kassiert haben. In der Anfangsphase hatten sie sogar klare Vorteile. Die Steelers kamen erst besser ins Spiel, nachdem sich die Starbulls die eine oder andere Strafzeit abgeholt hatten. Zum Pechvogel im ausgeglichenen ersten Drittel avancierte SCB-Torjäger Paul John Fenton. Der US-Amerikaner vergab gleich dreimal in aussichtsreicher Position - zweimal schoss er vorbei, einmal scheiterte er an Starbulls-Keeper Pasi Häkkinen. Die beste Chance der Gäste hatte Michael Baindl, der nach einer Verkettung von Bietigheimer Abwehrfehlern Vollmer gleich zweimal hintereinander aus kurzer Distanz prüfte (18.).


Auch im zweiten Durchgang hatte Rosenheim den besseren Start - und durch Fabian Zick die Riesenchance zur Führung. Doch auch der allein auf das SCB-Gehäuse zueilende Stürmer brachte den Puck nicht an Vollmer vorbei. Die Hausherren benötigten eine Überzahlsituation, um in Führung zu gehen: Doug Andress zog in der 24. Minute mangels Anspielstation einfach mal ab, und der Schlagschuss aus der Ferne landete im Netz - das 1:0. Norman Hauner hatte in der 32. Minute das 1:1 auf dem Schläger, aber auch er fand im überragenden Vollmer seinen Meister. Im Gegenzug legte Marcel Rodman einen größeren Killerinstinkt an den Tag und staubte zum 2:0 ab (33.). Zuvor hatte Häkkinen einen Schuss von Fenton unglücklich zur Seite abgewehrt und so den Gegentreffer unfreiwillig eingeleitet.

Im Schlussdrittel bekamen die Starbulls nach einem Powerplaytor von Gregory Squires, der wie zuvor Andress mit einem Distanzschuss zum 1:2 traf, Oberwasser (48.). Das Spiel wogte nun hin und her und wurde zu einem spannenden Pokal-Krimi. Mehrmals brannte es lichterloh vor dem Bietigheimer Kasten. Auf der Gegenseite boten sich allerdings auch dem SCB noch Chancen zur Entscheidung. Letztlich retteten die Steelers aber den knappen Vorsprung und damit den Pokalsieg über die Zeit.

Zwei Strafzeiten in der Schlussphase

Spätestens, nachdem sich in der Schlussphase Andrej Strakhov und Matthew Caruana kurz nacheinander auf die Strafbank verabschiedet hatten, war der Pott für den Gastgeber zum Greifen nah. Dass Rosenheim in der letzten Minute noch Schlussmann Häkkinen vom Eis nahm, hatte keinen Effekt mehr - abgesehen davon, dass Fenton statt ins leere Tor nur den Pfosten traf. Der Rest war ein einziges Freudenfest in Grün-Weiß-Blau - den Farben der Steelers.

Statistik

Bietigheim Steelers - Starbulls Rosenheim 2:1 (0:0, 2:0, 0:1)

Tore: 1:0 Doug Andress (24./Überzahl), 2:0 Marcel Rodman (33..), 2:1 Gregory Squires (48./Überzahl)

Strafminuten: 10 (5 Strafen) - 28 (10 Strafen)

Schiedsrichter: Marcus Brill (Zweibrücken)

Zuschauer: 3472

ae (OVB-Heimatzeitungen) 

Quelle: rosenheim24.de

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