1:5-Pleite im dritten Viertelfinale

Ohne „Kampfmaschine“ nichts zu holen für Starbulls

Bietigheim - Eigene Chancen vergeben, einfache Gegentore bekommen und das Match zur „Halbzeit“ quasi entschieden - im dritten Playoff-Viertelfinale lief es für die Starbulls alles andere als nach Wunsch.

Vor 2.451 Besuchern in der EgeTrans-Arena unterlagen die Rosenheimer Eishockeyspieler am Dienstagabend mit 1:5 (0:2, 0:3, 1:0) bei den Bietigheim Steelers und sind damit in der Best of Seven-Serie mit 1:2 nach Spielen ins Hintertreffen geraten. Bei der teilweise giftigen Auseinandersetzung im Schwabenland fehlte den Innstädtern nicht nur Präzision im Abschluss, sondern vor allem auch Tyler McNeely, der nach dem Check gegen den Kopf nicht rechtzeitig fit geworden war. Deswegen musste Trainer Franz Steer viele Umstellungen vornehmen, was auch dem Überzahl- und Unterzahlspiel nicht gut tat. „Tyler ist eine Kampfmaschine. Natürlich hat er uns gefehlt“, räumte der Coach hinterher ein.

Bereits das erste Drittel lief nicht nach dem Geschmack der Rosenheimer. Bietigheim, das auf den verletzten David Wrigley und den gesperrten Shawn Weller verzichten musste, wollte die Scharte vom Sonntag unbedingt auswetzen und machte von Beginn an Druck. Das wurde nach einer frühen Chance von Rene Schoofs (4.) bereits in der 5. Minute belohnt, als Adam Borzecki freigespielt wurde und dann ansatzlos aus dem Handgelenk ins Eck traf. Das geplante Forechecking konnten die Rosenheimer nicht umsetzen.

Und die Gastgeber blieben am Drücker: Frederik Cabana (7.) und Justin Kelly (9.) mit einem Pfostentreffer hatte weitere Gelegenheiten, ehe ein Abspielfehler von Peter Lindlbauer das 2:0, erneut durch Borzecki, einleitete (9.). Starbulls-Goalie Timo Herden legte sich diesen Gegentreffer fast selbst ins Netz. Danach kam Härte ins Spiel, Bietigheim blieb jedoch clever und abgezockt. Rosenheim tat sich auch in Überzahl schwer, obwohl durch CJ Stretch (16.) und einen gefährlichen Schlagschuss von Wade MacLeod (19.) immerhin zwei ansehnliche Gelegenheiten heraussprangen.

Die Tore: 

Zu Beginn des Mittelabschnitts hätte Rosenheim im Powerplay bei einem Lattenschuss von Peter Lindlbauer verkürzen können (23.), danach nahmen die Steelers aber wieder Fahrt auf und die Rosenheimer regelrecht auseinander: Nach einem Abpraller von Herden war das ganze Tor offen und PJ Fenton hatte keine Mühe, zum 3:0 zu vollenden (27.). Knapp zwei Minuten später war Rene Schoofs in Überzahl durch die Beine von Herden erfolgreich (29.) und nur 17 Sekunden später pennte die gesamte Starbulls-Abwehr wieder und Fenton durfte mit der Rückhand unbedrängt zum 5:0 einschießen.

Eine Auszeit und der Torwartwechsel von Herden zu Lukas Steinhauer halfen den Starbulls in der Folge nur bedingt - weil es an offensiver Durchschlagskraft massiv mangelte! Insgesamt gaben die Starbulls im Mittelabschnitt zwar mehr Torschüsse als der Gegner ab, aber den Versuchen von David Vallorani oder Stefan Loibl mangelte es einfach an der Präzision. Auf der Gegenseite hätte Robin Just zweimal den sechsten Treffer für die Gastgeber erzielen können.

Dominik Daxlberger hatte zu Beginn des Schlussdrittels im Powerplay zweimal den Ehrentreffer für die Oberbayern auf dem Schläger. Später trafen Max Vollmayer und Fabian Zick nach dem einzigen Patzer von Martinovic das quasi leere Tor nicht, ehe David Vallorani knapp zwei Minuten vor Schluss bei angezeigter Strafe gegen die Steelers den 1:5-Endstand herstellte. Die Hausherren hatten da längst zwei Gänge zurückgeschalten und bis auf einen Lattenschuss von Schoofs eigentlich keine nennenswerten Offensivaktionen mehr.

Dass der Bietigheimer Sieg unter dem Strich absolut gerecht war, daran bestand für beide Trainer kein Zweifel. „Wir haben schlecht eingefangen und zwei einfache Tore bekommen. Das Momentum haben wir nicht auf unsere Seite bringen können. Bietigheim hat vier Tore mehr als wir geschossen und deshalb verdient gewonnen“, so Steer. Kollege Kevin Gaudet sprach von einer soliden Leistung seines Teams, warnte aber vor Übermut: „Wir können das Ergebnis jetzt für ein paar Stunden genießen. Dann müssen wir das abhaken und bereit für Freitag sein! In Rosenheim wird es wieder sehr schwer!“ Spiel vier beginnt am Freitag um 19.30 Uhr im Emilo-Eisstadion.

Das Spiel in der Statistik: 

Bietigheim Steelers - Starbulls Rosenheim 5:1 (2:0, 3:0, 0:1) 

Tore: 1:0 (5.) Adam Borzecki (Dominic Auger, Jason Pinizzotto), 2:0 (9.) Adam Borzecki (Justin Kelly, Marcus Sommerfeld), 3:0 (27.) PJ Fenton (Matt McKnight, Rene Schoofs), 4:0 (29.) Rene Schoofs (Matt McKnight, PJ Fenton - Überzahl-Tor), 5:0 (29.) PJ Fenton (Matt McKnight, Bastian Steingroß), 5:1 (59.) David Vallorani (Dominik Daxlberger, Beppo Frank - sechster Feldspieler)

Schiedsrichter: Steffen Klau und Marc-Andre Naust (beide Iserlohn)

Strafen: Bietigheim 24 - Rosenheim 24

Zuschauer: 2.451

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © Ludwig Schirmer/Starbulls Rosenheim

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