"Was hier abläuft, ist absolut amateurhaft!"

Bremerhaven - Franz Steer ist eigentlich ein besonnener Mensch. Doch nach dem Match am Sonntag gab es vom Starbulls-Coach deftige Worte bezüglich Härte und in Richtung ESBG:

Der "Wutausbruch" von Franz Steer als Video:

Direkt nach der 2:3-Niederlage seiner Mannschaft in Bremerhaven wurde Starbulls-Coach Franz Steer bei der Pressekonferenz von einem Reporter gefragt, ob das Match angesichts „der Emotionen“ schon Play Off-Charakter gehabt hätte. Doch darüber konnte der Rosenheimer Chefanweiser, früher selbst ein harter Verteidiger, nur müde lächeln: „Unter Play Off-Eishockey stelle ich mir schon was anderes vor...“

"Wer das nicht verträgt, muss Ping Pong spielen!"

Als der Reporter dann noch einmal nachhakte, holte Steer zum Rundumschlag aus. Er kritisierte die „Verweichlichung“ des Eishockeys im Allgemeinen ebenso wie die ESBG (Eishockey-Spielbetriebs-Gesellschaft): „Jeder harte Check, wenn ein Spieler liegen bleibt, wird gleich mit einer Matchstrafe geahndet. Wenn einer einen Kratzer im Gesicht hat, bekommst du sofort eine Spieldauerstrafe. Die Spieler wissen ja gar nicht mehr, wie sie hingehen sollen!“ Das Augenmaß verliert Steer dennoch dabei nicht: „Klar gehören Cross Checks und Stockschläge bestraft. Aber im Eishockey muss eine gewisse Härte erlaubt sein. Die Spieler wollen das ja auch. Und wer das nicht verträgt, muss Ping Pong spielen!“


Außerdem kritisiert der Geisenhausener, dass die Entscheidungsfindung nach großen Strafen viel zu lange dauert und außerdem falsch angelegt sei: „So etwas muss am nächsten Tag passieren! Da muss auch das Video angeschaut werden und zwei, drei Fachleute müssen anschließend sofort entscheiden, damit die Trainer und Vereine Bescheid wissen. Was da momentan abläuft, ist absolut amateurhaft.“ Momentan dauert es über eine Woche (wie im Fall zuletzt von Rosenheims Beppo Frank), bis die Vereine wissen, wie lange ein Spieler aussetzen muss. Außerdem wird meist auch nur der Bericht des Schiedsrichters für die Findung des Strafmaßes herangezogen.

"Müssten Performance bieten"

An diesen Dingen macht Steer auch fest, warum im Eishockey eigentlich allerorts ein Zuschauerrückgang festzustellen ist: „Wir reden hier immer wieder vom fehlenden Aufstieg, dass dieser am Rückgang schuld sei. Schuld ist meiner Meinung nach aber, dass wir eine Performance bieten müssten, was momentan nicht der Fall ist. Wenn halt mal ein Fight ist, dann sollen sie halt zwei plus zwei Minuten raus, aber doch nicht komplett.“ Die Referees nimmt Steer allerdings in Schutz: „Diese Kritik geht übrigens nicht gegen die Schiedsrichter. Es müsste vielmehr in solchen Dingen endlich eine klare Linie her, die wir momentan einfach nicht haben!“


Dass Steer mit seiner Meinung übrigens nicht alle dasteht, zeigte sich schon an der Reaktion von Fischtown-Coach Mike Stewart, der während Steers Ausführungen immer wieder anerkennend nickte. Ob sich nach den klaren Worten des Rosenheimer Trainers allerdings etwas ändert, darf angesichts der gegenwärtigen Situation im deutschen Eishockey mehr als bezweifelt werden.

redro24/mw

Quelle: rosenheim24.de

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