Starbulls hatten zahlreiche Chancen zum Sieg

Bremerhaven - Ein Punkt an der Nordsee klingt nicht schlecht! Doch wenn man den emotionalen Spielverlauf betrachtet, war für die Starbulls in Bremerhaven mehr drin. *NEU: PK-Video*

Video: Die Stimmen der Trainer

Vor über 3.000 Zuschauern am Wilhelm-Kaisen-Platz unterlagen die Rosenheimer Eishockeyspieler am Sonntagabend mit 2:3 (1:0, 0:1, 1:1, 0:1) nach Penaltyschießen bei den Fischtown Pinguins und sind dadurch auf den fünften Tabellenplatz zurückgefallen. Die Chance auf Platz drei oder vier nach der Hauptrunde (und damit auf das Heimrecht in der ersten Play Off-Runde) lebt aber mehr denn je, vor allem wenn man bedenkt, dass die Grün-Weißen im hohen Norden – auch ohne den gesperrten Top-Scorer Greg Squires – eine sehr couragierte Leistung ablieferten. Das Einzige, was man der Truppe von Franz Steer, der vor der Partie von einem „Sechs-Punkte-Spiel gegen einen direkten Konkurrenten“ gesprochen hatte, vorwerfen konnte, war die mangelhafte Chancenauswertung.

Druckvoller Beginn der Starbulls

Die Starbulls begannen enorm druckvoll. Ehe die Gastgeber auch nur einmal aufs Tor geschossen hatten, hatten die Grün-Weißen bereits drei gute Chancen – die erste davon durch Matt Caruana nach bereits acht Sekunden. Dann scheiterte Norman Hauner mit einem Solo an Pinguins-Keeper Brett Jäger, ehe es auch Robert Schopf noch vergeblich probierte. Daher war die Führung für Rosenheim nach 14 Minuten mehr als verdient, als Michi Fröhlich die Scheibe nach einem tollen Powerplay klasse im Netz versenkte – 0:1. Bremerhaven hatte hingegen in Abschnitt eins durch Top-Scorer Brendan Cook nur einzige Möglichkeit und auch noch Glück, dass Referee Ramin Yazdi einige unsaubere Attacken der Gastgeber geflissentlich übersah.


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Der Mittelabschnitt verlief dann sicherlich nicht ganz nach Wunsch der Starbulls. Denn als Marian Dejdar in der 39. Minute nach einem schönen Spielzug über Andrew McPherson und Stanislav Fatyka der Ausgleich für die bis dato eher harmlosen Nordlichter – von einem Schuss von Patrik Beck an den Außenpfosten einmal abgesehen – gelang, hätten die Rosenheimer eigentlich schon längst höher führen müssen. Fröhlich, Caruana, Andrej Strahkov und vor allem Marcus Marsall hatten große Chancen auf ein zweites, ja sogar drittes oder viertes Gästetor. Da dieses jedoch nicht fiel, blieb die Partie offen. Außerdem hatten Provokationen und Hektik zugenommen, die vor allem von Seiten der Gastgeber ins Spiel gebracht wurden. Negativer Höhepunkt war dabei die völlig berechtigte Matchstrafe für Ryan Martinelli nach einem fiesen Stockstich gegen Dominic Auger (33.), ehe gegen Ende des Drittels mehr und mehr Rosenheimer unter dem „Druck“ des Publikums auf die Strafbank wanderten.

Bremerhaven im letzten Drittel tonangebend

Fazit von Charivari-Reporter Matthias Berlinke:

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In den letzten 20 Minuten wendete sich das Blatt ein wenig: Zwar hatte Rosenheim zu Beginn noch zwei gute Gelegenheiten durch Micky Rohner und Caruana (in Unterzahl), ehe die Gastgeber aber intensiver nach der Führung „suchten“. Vor allem im Powerplay brannte es nun mehrmals lichterloh vor dem Kasten von Pasi Häkkinen. In der 49. Minute hatten die Pinguine dann für 18 Sekunden zwei Mann mehr auf dem Eis – und schlugen sofort zu: Nach einem gewonnenen Bully nagelte Björn Bombis die Scheibe aus kurzer Distanz ins Tor. Jetzt wurde es kurzzeitig eng aus Gästesicht, die weiter in Unterzahl agieren mussten. Beinahe wäre das dritte Tor für Bremerhaven gefallen, ehe der Ausgleich durch Fabian Zick wieder für etwas mehr Luft sorgte. Nach einem schnellen Angriff über Ryan del Monte und Hauner hatten die beiden den jungen Angreifer in Schussposition gebracht – keine Chance für Jäger, 2:2 (53.).


Im Finish passierte nicht mehr allzu viel, wobei Bombis kurz vor der Sirene noch eine gute Starbulls-Möglichkeit mit einem Foul unterband. Deswegen begannen die Grün-Weißen die Verlängerung in Überzahl und hatten neben Chancen von Caruana und del Monte auch einen Pfostenschuss von Hauner zu verzeichnen. Auf der Gegenseite traf aber auch Jan Kopecky das Gebälk, ehe das Penaltyschießen entscheiden musste. Dort trafen für die Norddeutschen Cook und Kopecky, während auf Starbulls-Seite nur Hauner erfolgreich war. Damit ging der Zusatzpunkt an die Pinguine, wobei sich die Starbulls aber nicht grämen müssen, sondern erhobenen Hauptes die lange Heimreise antreten konnten.

Jetzt wartet Pokalfinale in Bietigheim

Lange ausruhen können sich unsere Cracks aber nicht: Denn bereits am Mittwoch, 20 Uhr, wartet ein absolutes Highlight - das Pokalfinale in Bietigheim! Dabei werden die Grün-Weißen sicherlich alles versuchen, den Pott ein zweites Mal an die Mangfall zu holen. Wer als Fan die Starbulls dabei unterstützen möchte, hat zudem noch die Gelegenheit, sich für den Fanbus anzumelden (Abfahrt: 14 Uhr). In der Liga geht es für Rosenheim dann am Freitag mit einem Heimspiel gegen Ravensburg weiter.

Das Spiel in der Statistik:

Fischtown Pinguins - Starbulls Rosenheim 3:2 n.P. (0:1, 1:0, 1:1, 1:0)

Tore: 0:1 (14.) Michael Fröhlich (Beppo Frank, Norman Hauner – Überzahl-Tor), 1:1 (39.) Marian Dejdar (Andrew McPherson, Stanislav Fatyka), 2:1 (49.) Björn Bombis (Marian Dejdar, Jan Kopecky – Überzahl-Tor 2), 2:2 (53.) Fabian Zick (Norman Hauner, Ryan del Monte), 3:2 Jan Kopecky (GWG).

Schiedsrichter: Ramin Yazdi (Neuss).

Strafen: Bremerhaven 8 plus Matchstrafe für Ryan Martinelli – Rosenheim 16.

Zuschauer: 3.098.

redro24/mw

Quelle: rosenheim24.de

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