Showdown endet mit Saisonaus

Michael Rohner
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Nach seinem Tor wurde es im Finish nochmal spannend: Micky Rohner.

Bietigheim - Schluss, aus, vorbei: Auch im vierten Play Off-Anlauf haben die Starbulls im Ellental kein Break geschafft. Damit ist die Saison für die Grün-Weißen beendet.

Vor sehr spärlichen 2.621 Zuschauern verloren die Rosenheimer Eishockeyspieler am Abend das siebte und alles entscheidende Halbfinale bei den Bietigheim Steelers mit 2:3 (0:1, 1:1, 1:1) und müssen damit alle Hoffnungen auf den Einzug ins Zweitliga-Finale begraben – und das, nachdem sie vorher dreimal zu Hause die Serie jeweils wieder ausgeglichen hatten. „Heute haben wieder Kleinigkeiten das Spiel entschieden“, meinte der bitterlich enttäuschte Rosenheimer Trainer Franz Steer direkt nach dem Spiel. Nüchtern betrachtet muss man aber sagen, dass die Oberbayern beim insgesamt vierten Play Off-Auftritt im Landkreis Ludwigsburg diesmal wohl am weitesten davon entfernt waren, etwas Zählbares – sprich einen Sieg – mitzunehmen.


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Das Spiel in der Statistik

Bericht der Steelers

Beide Teams hatten die Begegnung vorsichtig begonnen und waren zunächst darauf bedacht, in der Defensive gut zu stehen. Im weiteren Verlauf konnte sich Rosenheim, das ohne Andrej Strahkov und den gesperrten Beppo Frank antreten musste, aber dann sogar leichte Vorteile erarbeiten und hatte durch Norman Hauner und Stephan Gottwald erste (kleinere) Möglichkeiten. In der Schlussphase steigerte sich dann auch die Mannschaft von Kevin Gaudet – und nützte ihre dritte Powerplay-Situation durch Mark Heatley zur Führung (18.). Die vorherige Strafe gegen Dominic Auger hätte man aber nicht unbedingt geben müssen. Kurz vor der Pause kamen aber auch die Gäste nochmals groß auf: Robert Schopf und Michi Baindl vergeigten eine dicke Doppelchance und unmittelbar bei Einsetzen der Sirene traf Bryan Schmidt nur den linken Pfosten.

"Hatte vor solchen Szenen gewarnt!"

Das Mitteldrittel verlief weitestgehend ausgeglichen. Doch zunächst belohnten sich die Starbulls nachträglich für ihre engagierte Arbeit im Auftaktdrittel. Es war Greg Squires, der nach Vorlage von Michi Fröhlich einfach mal abzog und Steelers-Torhüter Joey Vollmer mit einem gar nicht so scharfen Schuss ins lange Eck kalt erwischte – 1:1 (25.). Bitter aus Rosenheimer Sicht war die Entstehung des zweiten Steelers-Treffers in Minute 31: Der durch „Wunderheilung“ wiedergenesene Marcel Rodman bediente von hinter dem Tor den im Slot lauernden Marcel Neumann. Der zog sofort ab und über die Stockhand von Pasi Häkkinen, der ansonsten tadellos hielt, trudelte der Puck ins Tor. „Wie oft habe ich den Burschen vor dem Spiel solche Szenen auf Video gezeigt und darauf hingewiesen, dass Bietigheim genau so seine Tore erzielt“, ärgerte sich Steer.


Sauer waren die Rosenheimer auch auf die Schiedsrichter, die Auger in der 39. Minute mit einer Spieldauerdisziplinarstrafe in die Kabine schickten. Dies war völlig falsch, da Auger einerseits an der fraglichen Szene (Stockschlag gegen Bastian Steingroß) gar nicht beteiligt war (es war Norman Hauner) und andererseits eine Verletzungsfolge beim Steelers-Verteidiger beim besten Willen nicht zu erkennen war. Denn dieser stand im nächsten Wechsel putzmunter wieder auf dem Eis.

Nochmal Spannung nach Rohner-Tor

In den letzten 20 Minuten zeigten die Rosenheimer dann nochmal eine richtig couragierte Leistung – auch wenn sie zunächst mit 1:3 in Rückstand gerieten. Mike Bishai fing einen Befreiungsversuch mit der Hand ab und zog sofort ab. Marcus Sommerfeld fälschte die Scheibe unhaltbar für Häkkinen ab (46.). In dieser Szene zeigte sich wieder der Tick mehr Cleverness und die Schippe mehr Zielstrebigkeit im Spiel der Württemberger - zwei Faktoren, die die Serie letztlich mitentschieden.

In der Schlussphase, als die Grün-Weißen mit der Herausnahme von Häkkinen alles auf eine Karte setzten, wurde es nochmal spannend, als Micky Rohner 123 Sekunden vor Schluss mit einem verdeckten Schuss in den Winkel zum 3:2 erfolgreich war. Zu mehr sollte es aber nicht mehr reichen, weil die Steelers in den letzten Sequenzen gut verteidigten und sich damit die Finalserie gegen Schwenningen (Beginn ist am Freitag, 20 Uhr, in der EgeTrans-Arena) sicherten.

Das Spiel in der Statistik:

Bietigheim Steelers - Starbulls Rosenheim 3:2 (1:0, 1:1, 1:1)

Tore: 1:0 (18.) Mark Heatley (Marcus Sommerfeld, Chris St. Jaques - Überzahl-Tor), 1:1 (25.) Gregory Squires (Michael Rohner, Michael Fröhlich), 2:1 (31.) Marcel Neumann (Marcel Rodman, Chris St. Jaques), 3:1 (46.) Marcus Sommerfeld (Mike Bishai, Bastian Steingroß), 3:2 (58.) Michael Rohner (Bryan Schmidt - sechster Feldspieler).

Schiedsrichter: Stefan Vogl (München) und Christian Oswald (Kaufbeuren).

Strafen: Bietigheim 6 - Rosenheim 13 plus Spieldauerstrafe gegen Dominic Auger.

Zuschauer: 2.621.

redro24/mw

Quelle: rosenheim24.de

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