Rosenheim

Kanadischer Torjäger willkommen

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Starbulls-Coach Franz Steer könnte sich gut vorstellen, dass er nächste Saison wieder mit Dylan Stanley (links) und Ron Newhook (rechts) zusammenarbeitet.

Zwei Wochen sind seit dem Play-off-Aus der Starbulls Rosenheim inzwischen vergangen, doch zumindest die Verantwortlichen arbeiten ohne Pause weiter und basteln an einer neuen Mannschaft.

Nach der Saison ist vor der Saison heißt es da für Trainer Franz Steer, der täglich mehrere Stunden telefoniert, am Computer recherchiert, dabei die alte Saison aufarbeitet und die neue Spielzeit vorbereitet. Allerdings steht Steer dabei vor einer schweren Aufgabe, denn er weiß weder wann die neue Eishockey-Oberliga-Saison beginnt, wie viele Spiele zu bestreiten sind, welcher Modus gespielt wird (jedes Jahr das Gleiche), welchen Etat er für seine Mannschaftszusammenstellung beziehungsweise welche Spieler aus dem alten Kader er zur Verfügung hat.


"Nach dem freiwilligen Rückzug von Miesbach in die Bayernliga haben wir aktuell sieben Süd-Vereine. Ich weiß nicht wann die Punktspiele beginnen und deshalb auch nicht wann wir mit dem Sommertraining starten", steht Steer vor vielen Unbekannten.

Ob Bad Tölz es schafft als aktuell achtes Süd-Team in die Oberliga aufgenommen zu werden ist weiter fraglich, weil auch der zweite Rettungsversuch der Tölzer Eissport GmbH (TEG) gescheitert ist. Von den erforderlichen 150 000 Euro, die zur Sanierung der TEG benötigt werden, sind gerade einmal 36 500 zusammengekratzt worden. Allerdings hat sich, laut einer Presseerklärung vom vergangenen Freitag auf der Tölzer Homepage, ein Kreis von weiteren Förderern gefunden, der 60 000 Euro zur Verfügung stellen würde. Zumindest die Bad Tölzer Fans glauben an eine Aufnahme ihrer "Löwen" in die Oberliga, denn es wurden bereits 429 Dauerkarten für die neue Saison verkauft.


Mit Bad Tölz wäre dann zumindest ein attraktiver Starbulls-Gegner garantiert.Probleme ausgeräumt Die Rosenheimer Mannschaft fuhr am vergangenen Wochenende zu einem gemeinsamen Skiausflug, und wenn wieder alle Akteure in Rosenheim sind, beginnen die Vertragsgespräche. "Natürlich habe ich schon mit einigen Spielern gesprochen und bislang hat noch keiner erklärt, dass er nächste Saison nicht mehr in Rosenheim spielen wolle", verrät Steer, der es durchaus für möglich hält, dass in der nächsten Spielzeit auch die drei Kanadier Dylan Stanley, Ryan Fairbarn und Ron Newhook wieder für die Starbulls am Puck sind. "Ich würde sie alle drei behalten", erklärte Steer, der betont, dass die Unstimmigkeiten mit Dylan Stanley (wir berichteten) "ausgeräumt und vom Tisch sind".

Steer hat aber seine Fühler auch schon nach anderen Ausländern ausgestreckt und könnte einen starken Zweitliga-Kanadier mit Oberliga-Erfahrung und Torjäger-Qualitäten (61 Spiele/50 Tore) "für ein angemessenes, aber nicht zu hohes Gehalt nach Rosenheim holen. Er würde sofort unterschreiben", verrät Steer.

Nachwuchsmann Simon Wenzel

Natürlich haben einige Rosenheimer Spieler, auch Deutsche, wie zum Beispiel Simon Wenzel, Angebote aus der 2. Liga vorliegen. "Gerade bei Wenzel war das klar, aber er macht nächstes Jahr sein Abitur und ich glaube, dass es für ihn gut wäre noch ein weiteres Jahr bei uns zu spielen", rät Steer dem Rosenheimer Eigengewächs. Geplant sei für nächste Saison auf alle Fälle eine Sturmreihe mit Spielern aus dem eigenen DNL-Team. "Hier haben auch schon positiv verlaufene Vorgespräche stattgefunden", erklärte Steer.

Zu Beiträgen im Starbulls-Forum wollte Steer auch Stellung nehmen: "Es stimmt einfach nicht, dass ich mit vielen Spielern Probleme habe. Die Sache mit Stanley passierte sicher zu einem sehr ungünstigen Zeitpunkt. Da hätte ich schon im Januar härter durchgreifen müssen. Ansonsten wird es in jeder Mannschaft der Welt Spieler geben, die unzufrieden sind. Sei es, weil sie gar nicht oder zu wenig spielen, weil sie ihrer Meinung nach auf der falschen Position eingesetzt werden, oder weil sie eben nicht kritikfähig sind."

Zu der Kategorie "nicht kritikfähig" zählt Steer allerdings nicht Martin Reichel: "Ich lasse es nicht zu, den Martin als alleinigen Sündenbock für das frühzeitige Ausscheiden hinzustellen. Sicher hat er nicht die Leistung abgerufen, die wir uns alle von ihm erwartet haben, aber das beschäftigt ihn selbst am meisten. Auch unsere Top-Reihe hat in der Plus/Minus-Statistik ab Weihnachten stark nachgelassen", erklärte Steer, der die Saison nicht so schlecht sieht, wie sie in der Öffentlichkeit nach dem Aus in der Play-off-Runde gemacht wird: "Hätten wir den Einzug ins Finale geschafft, hätte jeder von einer Super-Saison gesprochen."

Durchaus möglich, doch in der entscheidenden Saisonphase waren andere Teams wieder einmal besser. Und damit das nächste Saison nicht wieder so ist, wird Steer auch in den nächsten Wochen täglich stundenlang telefonieren, um eine vernünftige Mannschaft zusammenzustellen. bz

Quelle: rosenheim24.de

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