TSV 1880 Wasserburg - BSG Taufkirchen/Vils 1:0

Wasserburger Löwen erkämpfen sich Heimsieg ohne Gegentor!

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Ein weitere Schritt Richtung Bezirksliga: Alexander Meltl(l.) und Torschütze Jean-Philippe Stephan bejubeln den Führungstreffer der Wasserburger Löwen gegen Taufkirchen.
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Wasserburg – In der letzten Runde der Relegation zur Bezirksliga gelang dem TSV 1880 Wasserburg vor 800 Zuschauern nach Erledigung eines harten Stücks Arbeit ein Heimerfolg im ersten Spiel gegen die BSG Taufkirchen/Vils. Aufgrund höherer Effizienz, größerer Torgefahr und eines Plus an Zielstrebigkeit war dieser nicht unverdient. Am Ende aber wurde es richtig knapp – denn in der letzten halben Stunde drehten die Gäste richtig auf und dominierten das Geschehen. Ein ganz wichtiger Schritt für die Löwen ist, dass sie auf eigenem Platz ohne Gegentor bleiben. Dennoch wird das Rückspiel in Taufkirchen wohl eine ganz heiße Kiste!

Das Hinspiel in der alles entscheidenden zweiten Runde der Bezirksliga-Relegation ging gleich flott los. Beide Teams legten ein gutes Tempo vor - und schienen es wissen zu wollen. Auch die Gäste aus Taufkirchen spielten nach vorne. Gleich nach vier Minuten der erste Aufreger in Form einer Riesenchance für die BSG: Nach einer Flanke von der linken Außenbahn, kam Thomas Bachmaier knapp innerhalb des Strafraums der Heimelf zum Kopfball, produzierte eine lange Bogenlampe - und TSV-Keeper Georg Haas sah unglücklich aus. Der Ball klatschte von oben auf die Latte!

Dicke Chancen auf beiden Seiten- gute Partie auf BZL-Niveau

Doch die Wasserburger schlugen sofort zurück - und zeigten sich ebenfalls: Auch bei ihnen kam die Flanke von links außen. Im halbrechten Sechzehner gewann Stephan Kronast das Kopfballduell - und köpfte nur ganz knapp am rechten Pfosten vorbei (6.)!

Service:

Auch danach blieb das Tempo ansprechend und das Match auf hohem Niveau ausgeglichen. Es war absolut eine Auseinandersetzung auf Augenhöhe. Beide agierten, spielten einen guten Ball - und hatten Zug nach vorne. Vorteile hatte dabei zunächst keiner der beiden Kontrahenten, aber beide Teams gefielen im Ballbesitz durchaus - und arbeiteten auch gegen den Ball konzentriert. Auch technisch hatten beide Equipen Einiges zu bieten – es war definitiv eine Partie auf Bezirksliga-Niveau, welche im Badria-Stadion geboten wurde.

Freistoß Matze Haas, Stephan ist da - 1:0 für die Löwen!

Nach 28 Minuten fiel der Führungstreffer für die Gastgeber – wie so oft in engen, ausgeglichenen Spielen durch eine Standardsituation: Aus etwa 25 Metern Torentfernung brachte Matthias Haas einen Freistoß für die Löwen von der linken Außenlinie mit Schnitt in den Sechzehner, Taufkirchens Abwehr war nicht aufmerksam genug, am langen Pfosten war Jean-Philippe Stephan völlig blank, rutschte in den Ball - und bugsierte ihn zum 1:0 über die Linie! Vorteil Wasserburg!

TSV Wasserburg - BSG Taufkirchen

Und die Löwen schienen gleich nachlegen zu wollen: Bei einem schnellen Gegenstoß wurde Christoph Scheitzeneder fein von Hamit Sengül auf halbrechts freigespielt, die Fahne des Linienrichters blieb trotz hauchdünner Abseitsstellung unten, der schnelle Scheitzeneder war durch und zog von knapp innerhalb des Strafraums flach ab – sein Schuss ging knapp am linken Pfosten vorbei (31.)!

Wasserburg setzt nach - verpasst aber den zweiten Punch

Das Führungstor tat den Wasserburgern gut. Die Gäste zeigten sich erst einmal beeindruckt. Die Löwen – die auf eine solche Chance nur gewartet hatten – nutzten den Fakt, dass der Gegner vorübergehend angeschlagen war, um weiter vorne zu attackieren und Druck auszuüben. Bei Taufkirchen schlichen sich teilweise leichtsinnige Fehler im Aufbauspiel ein. Dadurch erspielten sich die Hausherren leichte Vorteile. Einen weiteren Treffer konnten sie allerdings nicht erzielen.

Nach etwas mehr als zehn Minuten gelang es den Taufkirchenern sich wieder zu stabilisieren. In den letzten Minuten der ersten Hälfte setzten auch sie wieder gelegentliche Akzente. Die Wasserburger wirkten aber hinten weiter sicher und umsichtig - und waren vor allem in den defensiven Zweikämpfen präsent.

Meltl-Schuss vor der Linie geklärt - Löwen fordern Elfmeter

Als sich alle schon auf den 1:0 Zwischenstand zur Pause eingerichtet hatten, gab es in der Nachspielzeit des ersten Durchgangs noch einmal riesen Aufregung: Wasserburgs Sengül wurde auf den rechten Flügel geschickt, zog kurz vor der Grundlinie herrlich den Ball nach innen, in der Mitte verpassten zunächst zwei Wasserburger – doch dann kam kurz vor dem langen Fünfereck Alexander Meltl an die Kugel. Der zog sofort aus der Drehung heraus ab - BSG-Torwart Bernhard Kammerer wäre geschlagen gewesen, doch die Taufkirchener konnten wenige Meter vor der Linie noch klären (45.+1)! Ganz Wasserburg reklamierte Handspiel - doch Schiedsrichter Pantelis Gitopoulos hatte es anders gesehen. Seine Pfeife blieb stumm!

In dieser Szene hatte Taufkirchen sicherlich etwas Glück. Das hätte auch anders ausgehen können. Kurz darauf erfolgte der Halbzeitpfiff. Mit 1:0 für die Gastgeber ging es zur Abkühlung in die Kabinen. Unverdient war das nicht. Es war zwar bis dahin ein weitestgehend ausgeglichenes Match gewesen, aber Wasserburg war gut im Spiel, gefährlicher - und effizient.

Beide können Tempo nicht halten - Meltl muss verletzt vom Feld

Auch der Beginn des zweiten Durchgangs kam ausgeglichen daher - wenn auch nicht mehr so forsch wie zu Spielbeginn. Klar - die ersten 45 Minuten hatten bei diesen Temperaturen bei beiden gehörig „Körner“ gekostet.

Nach einer Stunde ein Wermutstropfen für die Wasserburger Löwen: Angreifer und Aktivposten Meltl musste verletzungsbedingt ausgewechselt werden. Er hatte bei einem Zusammenprall einige Minuten zuvor etwas abbekommen – und bekam nicht mehr genug Luft. Für ihn kam Dario Antunovic in die Partie.

Taufkirchen gibt Gas und übernimmt das Ruder!

Im Anschluss dran, veränderte sich dann in den letzten 30 Minuten das Bild nahezu komplett: Vorbei war es mit der Balance der Kräfte zwischen beiden Teams in diesem Relegationsfight. Wasserburg war jetzt deutlich reservierter, vorsichtiger, spielte es mehr aus der Defensive heraus. Taufkirchen dagegen wurde aktiver – und drückte ungeachtet der hohen Temperaturen aufs Tempo. Das führte natürlich zu Feldvorteilen und mehr Ballbesitz für die BSG, die von nun an das Geschehen dominierte.

Die bereits absolvierte Spielzeit war deutlich sichtbar an die Substanz gegangen - auf beiden Seiten. An die flotte Spielweise beider Teams in der ersten Halbzeit war nicht mehr zu denken. Die Gäste wirkten jedoch frischer – sie mussten ja aber auch anspielen, wollten sie noch ein wichtiges Auswärtstor erzielen. Wasserburg versuchte seine Führung kräfteschonender zu verwalten und konzentrierte sich notgedrungen fast vollständig aufs Verteidigen. Obwohl Taufkirchen aufmachen musste, gelangen den Hausherren keinerlei Konter. Die finalen offensiven Lösungen fanden beide nicht.

BSG drückt immer mehr - platte Löwen wehren sich mit allem was geht

In der Schlussviertelstunde wurde die BSG Taufkirchen immer überlegener – das Match spielte sich fast ausschließlich in der Hälfte der Wasserburger ab. Eine bedrohliche Situation – zeitweise wirkte es so, als hätte der TSV 1880 hier Probleme bekommen können, über die Runden zu kommen. Obwohl die Gäste mehr investieren, wirkten die Löwen geschlauchter.

Zu mehr als einigen Distanzschüssen und bestenfalls Halbchancen der BSG führte das allerdings nicht. Taufkirchen schaffte es nicht, seine Überlegenheit in Großchancen umzumünzen. Das Löwen-Bollwerk um Jean-Philippe Stephan, Matthias Haas und Hannes Lindner war letztlich doch zu sattelfest.

Mittlerweile ware die Rollen doch mehr als klar verteilt – und das Geschehen auf dem Rasen eine eindeutige Angelegenheit. Es war fast eine Abwehrschlacht der Löwen, die mit aller Macht und letzten Kräften versuchten, dieses hervorragende Heimergebnis mit ins Rückspiel zu nehmen. So richtig in Gefahr gerieten die Gastgeber aber auch nicht mehr. Denn Taufkirchen blieb im letzten Drittel weiter zu ungefährlich – auch den Gästen fehlte letztlich die Energie auch auf engem Raum die finalen Pässe noch zielsicher an den Mann zu bringen.

In der Nachspielzeit: Haas-Freistoß ans Lattenkreuz!

Nach und nach lief den Taufkirchenern die Zeit davon - zumindest in diesem ersten Aufeinandertreffen. Die Wasserburger kamen zwar wirklich auf der allerletzten Rille daher – überstanden aber auch die letzten paar Minuten unbeschadet. Und hätten fast noch das so unwahrscheinlich Erscheinende möglich gemacht:

Bei einem Konter der Wasserburger und einer drei gegen zwei Überzahlsituation wurde der kurz zuvor eingewechselte Alexander Huber Zentimeter vor der halbrechten Strafraumgrenze gefällt – und damit an einem aussichtsreichen Abschluss gehindert. Der Ball lag fast auf der Linie – es gab trotzdem nur Freistoß. Aber natürlich aus mega-gefährlicher Position. Wie gut, dass die Löwen für genau solche Fälle einen Spezialisten haben: Matthias Haas nahm sich wie gewohnt der Aufgabe an, zirkelte den Ball wunderschön über die Mauer, aber zielte minimal zu genau - das Leder touchierte das Lattenkreuz und ging von dort drüber (94.)!

Was für eine unfassbare Szene nochmal: Das wäre es jetzt tatsächlich noch gewesen! Der 2:0 Erfolg - nachdem sich der TSV 1880 hier eine gute halbe Stunde nur noch mit letzter Kraft durchgekämpft hatte, ohne selbst offensiv aktiv werden zu können.

TSV 1880 bringt knappen Erfolg ins Ziel - Entscheidung erst im Rückspiel

Das war das Hinspiel aus - es blieb beim knappen 1:0 Erfolg der Hausherren. In Anbetracht der zweiten Halbzeit, der Energieleistung der Taufkirchner und der Verteilung der Spielanteile über die kompletten 90 Minuten wäre vielleicht auch ein Unentschieden ein gerechtes Ergebnis gewesen. So aber nehmen die effizienteren Wasserburger einen wichtigen und nicht ganz ohne Fortune errungenen Heimsieg - bei dem die Null steht - mit an die Vils! Wer die BSG und vor allem ihre Moral heute gesehen hatte, weiß aber, dass dies noch einmal ein ganz heißer Tanz werde dürfte. Entschieden ist hier noch gar nichts - noch lange nicht!

Quelle: rosenheim24.de

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