TSV 1880 Wasserburg - TuS Traunreut 1:0

Wasserburg schlägt Traunreut - und spielt um die Bezirksliga!

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Nicht entscheidend durchsetzen konnten sich die Traunreuter um Kapitän Michael Müller (grün) bei der "Mission Impossible" im Rückspiel gegen clever agierende Wasserburger Löwen.
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Wasserburg – Die Wasserburger Löwen stehen in der zweiten und über den Bezirksliga-Aufstieg entscheidenden Relegationsrunde gegen den Vertreter aus dem Spielkreis Donau/Isar. Nach dem Sieg im Hinspiel gewann der TSV 1880 Wasserburg in letzter Minute auch das Match vor heimischer Kulisse – und setzte sich letzten Endes verdient gegen den TuS Traunreut durch. Die Chiemgauer probierten es noch einmal – hatten mit dem für sie fatalen Hinspielergebnis allerdings zu viel Ballast im Gepäck.

Die Ausgangslage vor dem zweiten Aufeinandertreffen zwischen Wasserburg und Traunreut war eindeutig: Nach der 0:2 Niederlage der Traunreuter im Hinspiel auf eigenem Platz mussten die TuS-Kicker nicht nur gewinnen – auf sie wartete in Anbetracht der aus dem Europacup bekannten Auswärtstorregel eine wahre Herkulesaufgabe.

Wer gesehen hatte, wie das Hinspiel gelaufen war, konnte nicht unbedingt davon ausgehen, dass es den Grün-Weißen noch einmal gelingen würde, zurückzukommen. Andererseits hatten die Gäste absolut nichts mehr zu verlieren. Die spannende Frage war, wie sie dieses Match angehen - und ob sie gleich voll in die Offensive gehen würden, um das „Unmögliche“ doch noch möglich zu machen.

Ausgeglichene erste halbe Stunde des Rückspiels

Zunächst taten sie das nicht – zumindest nicht ohne Rücksicht auf Verluste. Die große Harakiri-Offensive der Traunreuter blieb vorerst aus - die Gäste gingen also nicht von Anfang an auf Alles oder Nichts, sondern probierten es erst einmal aus der Ordnung heraus.

Service:

In der ersten halben Stunde bekamen die 650 Zuschauer im Wasserburger Badria-Stadion dementsprechend ein recht ausgeglichenes Spiel zu sehen. Beide Teams versuchten nach vorne zu spielen. Allerdings griffen die Traunreuter erwartungsgemäß weiter vorne an, gingen früher drauf und versuchten zielstrebiger zu sein, als im Hinspiel. Die Gastgeber aus Wasserburg konnten es sich aufgrund des komfortablen Vorsprungs leisten, ruhig und etwas abwartender aufzutreten. Dennoch waren sie mit einer ausgewogenen Spielanlage jederzeit latent gefährlich.

TSV Wasserburg - TuS Traunreut

Vieles spielte sich zwischen den Strafräumen – in einem umkämpften Mittelfeld – ab. Bemerkenswert war, dass es sich für ein Duell zweier Kreisligisten um eine erstaunlich taktisch geprägte Partie handelte. Bis auf eher zaghafte Abschlussversuche aus der Distanz und einige Standardsituationen waren daher auf beiden Seiten noch keine Torszenen zu verzeichnen. Offensiv durchsetzen konnte sich hier bis dahin keines der beiden Teams. Traunreut war bemüht und kämpferisch, Wasserburg wirkte etwas ballgewandter.

Hitziges Match - erste Großchance für Traunreut

Man sah also durchaus, worum es noch ging. Das Match wurde oftmals durch Fouls unterbrochen. Dies ließ auch Bank und Zuschauer der Traunreuter emotional werden. Nach 30 absolvierten Minuten gab es aufgrund der hohen Temperaturen eine Trinkpause. Unmittelbar im Anschluss an diese folgte dann die erste Riesengelegenheit der Begegnung – und zwar für den TuS:

Nach Balleroberung im Mittelfeld stimmte bei einem Gegenstoß der Umschaltmoment, die Grün-Weißen machten blitzschnell – und schickten den technisch beschlagenen Ersel Aydinalp über halbrechts auf die Reise. Der behauptete sich geschickt im Zweikampf, zog an seinem Gegenspieler vorbei in den Strafraum - scheiterte allerdings mit seinem satten Schuss am glänzend parierenden Löwen-Keeper Georg Haas (33.)! Es war die große Chance der Traunreuter das Duell vielleicht noch einmal offen zu gestalten.

Der TuS gibt Gas - Wasserburg gerät unter Druck

Jetzt hatte der TuS Lunte gerochen. In den Folgeminuten wurden die Traunreuter trotz der Hitze eindeutig aktiver, drängten den TSV 1880 zurück, gewannen ein wenig die Oberhand im Mittelfeld – und konnten sich auch teilweise durchspielen. Wasserburg geriet unter Druck – bekam aber natürlich auch Räume zum Kontern. Das Geschehen verlagerte sich jetzt hauptsächlich in die Hälfte der Hausherren – die Wasserburger Löwen verloren durch die erste große Offensivwelle der Gäste etwas den Zugriff.

Erst in den letzten Minuten der ersten Halbzeit wurde es dann wieder ruhiger. Die Löwen bekamen wieder etwas mehr Kontrolle – einen gewinnbringenden Konter konnten sie aber nicht setzen. So blieb es zur Pause beim 0:0. Von den Spielanteilen her war es ein gerechtes Unentschieden - auch wenn die einzige Großchance den Gästen gehörte. Das Ding schien noch nicht vorbei - aber dennoch war der 2:0 Vorsprung der Wasserburger aus dem Hinspiel aus Sicht der Gastgeber nach wie vor beruhigend.

Halbzeit Zwei beginnt mit Löwen-Chance

Als beide Mannschaften zurück und das Spiel wieder angepfiffen war, hatte der TSV 1880 die erste bessere Möglichkeit: Alexander Meltl kam halbrechts im Sechzehner an den Ball, schloss schnell aus der Drehung ab - TuS-Keeper Christopher Mayer hatte jedoch keine Probleme und konnte den Ball zur Ecke lenken (48.)! Der nachfolgende Eckstoß brachte nichts ein.

Danach glich die Partie aber wieder ein wenig der letzten Viertelstunde der ersten Halbzeit. Auch wenn es Traunreut nicht mehr wirklich gelang, gegen umsichtig und sicher verteidigende Löwen ganz so viel Druck zu entfalten. Der TuS kurbelte an, versuchte zu kommen - aber das musste er ja schließlich auch. So blieb es dabei, dass die Gäste weiter anspielten und versuchten den TSV 1880 unter Stress zu halten. Dies gelang zwar über weite Strecken – ohne dass große Möglichkeiten dabei heraussprangen – aber es kostete bei der Hitze auch richtig viel Kraft. Wasserburg stand mit dem Vorsprung im Rücken massiert und spielte es relativ abgeklärt - der alles entscheidende Konter aber fehlte weiterhin.

Rote Karte besiegelt Traunreuts Schicksal endgültig

Nach 70 Minuten war auch in Halbzeit Zwei eine Trinkpause angesagt. Wie bereits im ersten Durchgang sollte auf sie eine entscheidende Szene folgen: Die Traunreuter waren, wie es in der Schlussphase nicht anders zu erwarten war, weit aufgerückt – und fraßen schließlich doch einen tödlichen Konter. Wasserburgs Dario Antunovic war an seinem Gegenspieler vorbei, hatte freie Bahn – und Traunreuts Daniel Gromotka griff als letzter Mann kurz vor dem Strafraum zur Notbremse (72.). Klare Rote Karte für Gromotka - der TuS war nur noch zu zehnt!

Auch wenn der anschließende Freistoß der Löwen am Tor vorbeiging – die Aufgabe der Traunreuter war quasi zu einem Ding der Unmöglichkeit geworden. Das eigene letzte Drittel eng und undurchdringlich zu machen, fiel den Wasserburgern jetzt natürlich leichter – Konter zu fahren ebenfalls. Bis zum Platzverweis war das Spiel in der zweiten Hälfte eine relative Einbahnstraße gewesen – jetzt lagen aber natürlich endgültig alle Vorteile auf Seiten der Wasserburger. Und den erschöpften Gästen aus dem Chiemgau gelang es nicht - obwohl sie notgedrungen weiter irgendetwas versuchten - hier noch etwas ausrichten.

Viel Platz zum Kontern - Wasserburg gewinnt auch dieses Spiel

Nach 88 Minuten ein erneuter Tempogegenstoß der Löwen: Von der rechten Seite wurde Christoph Scheitzeneder flach bedient. Der war in der Mitte vollkommen frei am Fünfmeterraum - aber vergab aus bester Einschussposition und setzte die Kugel drüber! Es blieb weiter beim Remis.

Am Ende aber gewannen die Wasserburger gegen dezimierte Traunreuter, die sich aufgearbeitet hatten, auch noch dieses zweite Spiel im Wettstreit um den Titel des besten Zweitplatzierten der Kreisligen im Spielkreis. Wie hätte es anders sein können - der Siegtreffer der Löwen fiel nach dem finalen Konter: Diesmal ging es gegen die völlig aufgerückten und entkräfteten Traunreuter schnell über die linke Seite. Wasserburgs Hamit Sengül setzte sich linksaußen durch, steuerte entschlossen in den Strafraum - und traf flach zum 1:0 ins lange Eck (94.)!

Löwen spielen gegen BSG Taufkirchen um Bezirksliga-Aufstieg 

Damit war das Match beendet. Unterm Strich zog der TSV 1880 Wasserburg, der einfach einen Tick stärker war, souverän in die zweite Runde der Relegation ein - und darf weiter vom Durchmarsch in die Bezirksliga träumen. Schon am Mittwoch geht es – erneut im heimischen Badria-Stadion – weiter: Zum Hinspiel zu Gast ist dann um 18:30 Uhr der Donau/Isar-Vertreter BSG Taufkirchen/Vils, der in den Parallelspielen den FSV Pfaffenhofen ausgeschaltet hat. Für die Traunreuter, die eine gute Saison gespielt und es auch in diesem Rückspiel nochmal versucht haben, sind die Träume ausgeträumt. Für die Chiemgauer heißt es im nächsten Spieljahr einen neuen Anlauf zu nehmen.

Quelle: rosenheim24.de

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