Der Wacker-Trainer zieht im Interview Zwischenbilanz

Patrick Mölzl: „Wir müssen effizienter werden!“

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Wacker-Trainer Patrick Mölz fordert von seinen Akteuren mehr Effizienz und weniger Leistungsschwankungen - verteilt aber auch Lob.

Burghausen - Die Regionalliga-Fußballer des SV Wacker Burghausen gehen nach 22 absolvierten Spielen mit 29 Punkten in die verdiente Winterpause. In der Tabelle der Vierten Liga bedeutet das einen Platz im unteren Mittelfeld, der durchaus noch Vorsicht und den Blick auf den Abstand zum Tabellenende gebietet. Ein nicht immer den traditionell hohen Ansprüchen der Fans an der Salzach genügender Saisonverlauf. Jedoch wurden beim SV Wacker in der aktuellen Saison auch jede Menge Dinge umgestellt. Wie beurteilt der viel kritisierte neue Trainer der Schwarz-Weißen die bisherige Spielzeit? Gegenüber Wacker1930.de äußerte sich der Wolf-Nachfolger dazu im Interview - und zog ein Zwischenfazit.

Wacker1930.de: Herr Mölzl, Sie gehen mit Ihrer jungen Mannschaft als Tabellenelfter in die Winterpause. War mehr drin?

Patrick Mölzl: „Wir liegen im Mittelfeld der Tabelle, auf Platz Sechs sind es sieben Punkte Rückstand, auf den ersten Relegationsplatz 15 sind es sieben Zähler Vorsprung. Angesichts des großen Kaderumbruchs im Sommer ist die Bilanz in Ordnung, wenngleich wir in einigen Spielen relativ fahrlässig einige Punkte liegen gelassen haben. Insofern wären eine bessere Platzierung möglich gewesen.“

Mit der Punktausbeute können Sie demnach insgesamt nicht zufrieden sein, oder?

"Nur bedingt. Wir haben zu Hause in der Wacker-Arena 20 Punkte in zwölf Spielen geholt. Das macht einen Punkteschnitt von 1,66 - das ist okay! Auswärts haben wir zwar in zehn Spielen nur dreizehn Gegentore kassiert, allerdings nur neun Punkte eingefahren - hier sehe ich natürlich Verbesserungsbedarf. Auswärts müssen wir gerade beim Verwerten der Chancen effektiver werden.“

Ihre Mannschaft hat vor allem gegen sehr starke Gegner wie 1860 München, Bayern München oder den 1. FC Schweinfurt ausgezeichnete Spiele abgeliefert, gegen „kleinere“ Klubs jedoch geschwächelt. Worauf führen Sie diese Leistungsschwankungen zurück?

„Die Jungs haben in den sogenannten großen Spielen gezeigt, welch Potenzial in ihnen steckt. Gegen die vermeintlich Kleineren haben wir aber auch oft sehr gute Spiele abgeliefert, uns nur nicht für die gezeigte Leistung belohnt, sei es durch individuelle Fehler oder Unkonzentriertheiten. Hier nehme ich allerdings schon alle Mannschaftsteile in die Pflicht. Spiele werden nicht nur in der Abwehr verloren oder nicht gewonnen.“

Welche Spieler haben Sie bisher am meisten positiv überrascht?

„Jeder wird jetzt erwarten, dass ich Sascha Marinkovic nenne. Klar, er hat 14 Tore in 22 Spielen erzielt, teilweise überragende Leistungen gezeigt. Aber darüber bin ich nicht sonderlich überrascht, weil wir von Sascha überzeugt sind und ihm diese Leistungen auch zugetraut haben - deswegen haben wir ihn ja auch geholt! Ein sehr gutes Beispiel wäre vielleicht Stefan Wächter. Er ist erst 20 und schon Stammspieler. Er war einmal mit der fünften gelben Karte gesperrt und in den beiden letzten Spielen fehlte er verletzt. Alle anderen 20 Spiele stand er in der Startelf, mal als Sechser oder Achter, mal als linker Außenverteidiger. Und er hat immer konstant gut gespielt. Stefan hat eine tolle Entwicklung genommen."

Wer noch? Gibt es noch mehr positive Überraschungen?

"Ein zweites Beispiel wäre Marius Duhnke. Er spielt nicht spektakulär, sein Traumtor gegen Seligenporten mal ausgenommen. Er stand bei allen Spielen in der Startelf, weil ich auf ihn nicht verzichten kann! In den Bewertungen kommt er bei vielen ‚Experten‘ viel zu schlecht weg. Er spielt unheimlich mannschaftsdienlich, ist auf zig Positionen einsetzbar, er könnte auch problemlos Außenverteidiger spielen, weil er taktisch auf einem sehr hohen Niveau spielt. Dazu kann er Tore vorbereiten und auch selbst schießen. Sein einziges Manko ist die Chancenverwertung. Wenn er da noch effizienter wäre, würde er aber vermutlich nicht mehr bei uns spielen (lacht). Oder Tobi Janietz und Manuel Omelanowsky. Beide haben sich mittlerweile in der Regionalliga etabliert, obwohl es ihnen wenige zugetraut haben. Klar, sie können noch besser spielen, aber das braucht auch Zeit.“

Wie haben sich die jungen Spieler entwickelt? Immerhin stehen gleich sechs aus der U19 im Kader?

Patrick Mölzl: „Hier kann ich exemplarisch Julien Richter hervorheben. Er hatte bereits 19 Einsätze als U19-Spieler. Die Jungs trainieren regelmäßig bei uns, können aber weiterhin in der U19-Bayernliga Spielpraxis sammeln. Diesen Weg werden wir konsequent weiter gehen. In der Wintervorbereitung werden weitere Talente aus dem Wacker-Nachwuchs immer mal wieder am Training teilnehmen, um sich frühzeitig an das schnellere und robustere Spiel im Herrenfußball zu gewöhnen.“

Einige Spieler im Kader waren in der vergangenen Saison Profifußballer, jetzt arbeiten sie oder absolvieren eine Ausbildung. Wie haben sie die Umstellung verkraftet?

„Der eine besser, der andere etwas schlechter. Einige hatten schon damit zu kämpfen, denn der Tagesablauf hat sich bei ihnen grundlegend geändert. Das braucht etwas Zeit. Vereine wie Buchbach, Rosenheim oder Schalding sind uns da etwas voraus, die Spieler sind es gewohnt, tagsüber acht, neun Stunden zu arbeiten und dann abends noch zu trainieren. Da waren Leistungsschwankungen vorprogrammiert, das wussten wir aber. Irgendwann wird sich das einspielen und die Spieler werden den Rhythmus mit der höheren Belastung besser verarbeiten.“

Welche Ziele haben Sie sich mit Ihrer Mannschaft für die verbleibenden 15 Saisonspiele gesetzt?

 „Dass wir so schnell wie möglich die nötigen Punkte holen, um mit der unteren Tabellenregion im weiteren Saisonverlauf nicht zu tun zu haben. Und dass wir uns weiter stabilisieren und in der Tabelle noch einige Plätze nach oben klettern. Daran werden wir ab 15. Januar in der Wintervorbereitung arbeiten.“

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Das Interview führte die vereinseigene Webseite der Fußballer des SV Wacker Burghausen "Wacker1930.de"

Quelle: rosenheim24.de

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