Regionalliga-Rekordspieler im Homeoffice

Buchbachs Petrovic: "Leben ist auf den Kopf gestellt"

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Buchbachs Rekordspieler Aleks Petrovic vermisst den Wettkampf und das gemeinsame Training mit den Freunden.

Buchbach - Aleksandro Petrovic vom TSV Buchbach arbeitet derzeit im Homeoffice und trainiert für sich alleine. Der Regionalliga-Rekordspieler erzählt, wie er die Corona-Krise erlebt und warum ein Abbruch der Saison keine Option wäre.

Wie bei so vielen Menschen hat die Corona-Krise auch das Leben von Aleksandro Petrovic vom TSV Buchbach total auf den Kopf gestellt. Der Rekordspieler der Fußball-Regionalliga Bayern befindet sich im Homeoffice und trainiert täglich individuell. „Mein Leben hat sich komplett verändert, die Situation ist schon schwierig und wie wir alle hoffe ich, dass sich alles bald wieder normalisiert.“


Normalerweise geht der 32-jährige Münchner täglich in die Online-Redaktion des Kreisverwaltungsreferats München, trainiert drei bis vier Mal in der Woche in Buchbach mit seinen Mannschaftskollegen und bestreitet am Wochenende für die Rot-Weißen Punktspiele in der höchsten Amateurklasse Bayerns. Jetzt beschränkt sich sein Leben überwiegend auf die eigenen vier Wände und auf die täglichen Trainingseinheiten, die etwa eine Stunde dauern, wobei die Lauf- und Krafteinheiten abwechseln. „Das Programm mit den Intervallläufen ziehe ich meist so in 50 Minuten durch, das Krafttraining dauert mit kleinen Pausen etwa eineinviertel Stunden. Wenn mir die Decke richtig auf den Kopf fällt, trainiere ich sogar zwei Mal am Tag.“

Arbeit, Training und was sonst noch? „Man schaut halt Filme und Serien, telefoniert und schreibt mit Freunden oder den Mannschaftskollegen. Wir haben natürlich auch eine WhatsApp-Mannschaftsgruppe und da schreibt man halt so Sachen, dass jetzt das Derby in Burghausen gewesen wäre oder letztes Wochenende das Heimspiel gegen Rain. Ich bin ja schon etwas Handy süchtig, aber mittlerweile regt mich das Teil ganz schön auf. Deswegen mache ich jetzt am liebsten Facetime, da muss ich das Ding wenigstens nicht in der Hand halten.“


Petrovic: „Ein Abbruch wäre das schlimmste Szenario"

Dass der virtuelle Kontakt das wirkliche Leben nicht ersetzen kann, ist klar. Petrovic: „Für uns Sportler ist schon besonders schwierig. Es fehlt der Wettkampf, es fehlt das gemeinsame Training. Es fehlt alles. Wir in Buchbach haben ja eine charakterlich gut aufgestellte Truppe, wir sind Freunde, das ist ja sonst auch unsere Stärke, aber das macht es umgekehrt jetzt besonders hart.“ Hinzu kommt, dass jetzt im Frühjahr die schönste Zeit zum Kicken ist, weil sich die Plätze erholt haben und die Temperaturen angenehm sind, im Hochsommer bei extremer Hitze werden ja dann die Spiele oft zur Qual. „Bei uns wären gerade jetzt auch noch viele richtig geile Spiele auf dem Programm gestanden. Überhaupt gewinnt das Leben sonst um die Jahreszeit nach dem langen Winter viel an Qualität. Man kann wieder im T-Shirt in die Stadt gehen, draußen im Café sitzen, das fällt alles gerade weg.“ Zumindest finanzielle Sorgen muss sich Petrovic keine machen: „Ich bin dankbar, dass ich mit der Stadt München einen sicheren Arbeitgeber habe.“

Wie es mit der Fußballsaison weitergeht, kann der ehemalige Profi, der seit über zehn Jahren bei seinem Herzensverein in Buchbach spielt, natürlich auch nicht vorhersagen, aber für den Mittelfeldregisseur, der in dieser Saison schon neun Mal getroffen hat, ist klar: „Ein Abbruch wäre das schlimmste Szenario. Das wäre nicht fair, es muss schon Auf- und Absteiger geben. Ich hoffe, dass die Saison spätestens Anfang Juni weitergeht.“ Geisterspiele in der 3. Liga und in der Regionalliga erteilt Petrovic eine klare Absage: „Die Vereine leben ja von den Zuschauern. Mit einer Entscheidung für Geisterspiele in diesen Ligen täten sich der DFB und der BFV keinen Gefallen.“ Nicht vorstellbar ist für Petrovic auch, dass nach Wiederaufnahme des Spielbetriebs eine englische Woche die nächst jagt: „Da wäre aus meiner Sicht die Verletzungsgefahr zu groß. Dann lieber bis in den Sommer reinspielen, zehn Tage Pause machen und dann die neue Saison starten. Viel Vorbereitung braucht es da ja nicht, weil die Spieler nicht viel verlieren. Eine Möglichkeit, die man auch grundsätzlich in Erwägung ziehen sollte, wären dann noch einige Spiele im Dezember. Das wäre in den letzten Jahren immer möglich gewesen.“

MB

Quelle: rosenheim24.de



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