Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Könnte bereits zur neuen Saison kommen

Von „Katastrophe“ bis „sinnvoll“: Das sagen Spieler und Trainer zur möglichen Zeitstrafe

Christoph Ewertz (l.), Stefan Mauerkirchner und Rainer Elfinger (r.).
+
Christoph Ewertz (l.), Stefan Mauerkirchner und Rainer Elfinger (r.).

Bis zur Einführung der gelb-roten Karte gab es im bayerischen Amateurfußball noch eine zehnminütige Zeitstrafe. Diese könnte beim kommenden BFV-Verbandstag wieder eingeführt werden. beinschuss.de hat sich bei Spielern und Trainern aus der Region umgehört, was sie davon halten und die Stimmen zusammengetragen.

Rosenheim - Am kommenden Wochenende findet der BFV-Verbandstag im niederbayerischen Bad Gögging statt. Dann wird neben einem Nachfolger für den scheidenden Präsidenten Rainer Koch auch noch über eine umstrittene neue Regelung abgestimmt. Denn im bayerischen Amateurfußball könnte die Zehn-Minuten-Zeitstrafe wieder eingeführt werden. Diese gab es schon von 1978/79 bis zur Einführung der gelb-roten Karte 1991/92.

„Ein Werkzeug mehr für die Schiedsrichter“

„Es ist ein Werkzeug mehr, welches uns Schiedsrichtern zur Verfügung steht“, sagt Obmann Sepp Kurzmeier, der sich für die Einführung der Zeitstrafe ausspricht, auf Nachfrage von beinschuss.de. „Es gibt oft Szenen, wo man regeltechnisch Rot geben könnte, aber nicht zwingend muss. Da könnte man dann einen Spieler zum Abkühlen rausschicken.“

Doch was sagen die Trainer und Spieler aus der Region zur Zehn-Minuten-Zeitstrafe und finden sie diese überhaupt für sinnvoll? beinschuss.de hat sich umgehört und die Stimmen zusammengetragen.

Christoph Ewertz, Trainer des TuS Raubling:

„Ich bin kein Fan davon und würde die Einführung sogar als eine Katastrophe bezeichnen. Ich verstehe nicht, warum man etwas verändern muss, denn der Schiedsrichter hat mit der gelben und roten Karte bereits genug Möglichkeiten. In der Jugend halte ich eine Zeitstrafe für sinnvoll, im Herrenbereich allerdings nicht. Ich bin also kein Fan davon.“

Michael Maier, Trainer des DJK-SV Edling:

„Ich bin für die Einführung der Zeitstrafe, da ich sie sinnvoll finde und der Schiedsrichter dadurch neue Möglichkeiten hat. Spieler können nach einer hitzigen Situation auch mal abkühlen, ohne dass der Referee direkt einen Platzverweis zücken muss. Mir wird zu oft auch die große Keule rausgeholt, Spieler vom Platz gestellt und diese werden dann unnötig lange gesperrt. Deshalb bin ich für die Zeitstrafe.“

Christoph Vilsmaier, Spieler des TSV Reischach:

„Die Zeitstrafe ist nichts für mich und macht meiner Meinung nach vieles komplizierter. Vor allem könnte dies jeder Schiedsrichter anders auslegen. Aber wenn es eingeführt wird, dann hilft es leider nichts.“

Danijel Majdancevic, Trainer SB Chiemgau Traunstein: 

„Man hat mit Gelb und Gelb-Rot schon gute Möglichkeiten, einem Spieler klarzumachen, dass er bei der nächsten Verwarnung raus ist. Da weiß ich nicht, was die Zeitstrafe noch bringen soll. In der Regel passieren die meisten gelb-roten Karten erst ab der 75. oder 80. Minute und dann spielt das auch keine Rolle mehr, dann ist derjenige raus für das Spiel. Auch bei einer Rudelbildung hat sich das Problem zwischen den Spielern auch nach zehn Minuten nicht in Luft aufgelöst.“

Franz Pritzl, Trainer des SV Westerndorf:

„Ich kenne die Zeitstrafe noch aus meiner aktiven Zeit als Fußballer und diese war nicht verkehrt. Ich finde es sinnvoller, einem Spieler zehn Minuten zum Nachdenken zu geben und dadurch zur Vernunft zu bringen, als ihn direkt vom Platz zu stellen. Der Schiedsrichter bekommt ein Mittel mehr zur Verfügung gestellt. Deshalb finde ich die Wiedereinführung als eine gute Idee.“

Lukas Kunze, Abteilungsleiter des TuS Bad Aibling:

„Im Jugendbereich macht eine Zeitstrafe durchaus Sinn, im Herrenbereich meiner Meinung nach nicht. Zwar hat der Schiedsrichter ein Mittel mehr zur Verfügung, aber jeder wird es unterschiedlich auslegen. Dadurch wird es komplizierter und es könnte für mehr Unruhe von außen sorgen. Deshalb spreche ich mich nicht dafür aus. Außerdem finde ich es nicht gut, wenn andere Regeln gelten als im Profibereich.“

Stefan Mauerkirchner, Spieler des TSV Siegsdorf:

„Ich bin eher der klassische Typ und ich finde, dass sich das System mit gelben und roten Karten etabliert hat. Wenn diese richtig eingesetzt werden, dann reicht das meiner Ansicht nach. Deshalb bin ich ein klarer Gegner von der Zeitstrafe und würde das aktuelle gerne beibehalten.“

Thomas Klauser, Spieler des SC Vachendorf:

„Ich bin auf der einen Seite sehr zufrieden, wie es aktuell ist und bin nicht der Mensch, der viel verändern will. Auf der anderen Seite gibt es aber auch Situationen, in denen ich eine Zeitstrafe gar nicht so schlecht finden würde. Oft ist Gelb zu wenig und eine rote Karte zu viel. Dann wäre es sinnvoll einen Spieler kurz zu bestrafen und nicht das komplette Team. Deshalb stehe ich dem nicht negativ gegenüber und würde dem Ganzen eine Chance geben.“

Rainer Elfinger, Trainer des TSV Ampfing:

„Ich halte gar nichts davon und sehe es eher als einen Rückschritt. Ich würde gerne lieber die Regelungen wie bei den Profis haben, wo ein Spieler bei der fünften gelben Karte für ein Spiel gesperrt wird. Ich befürchte, dass die Zeitstrafe das ganze aufweicht.“

Franz-Xaver Pelz, Spieler ASV Au: 

„Ehrlich gesagt, habe ich mich damit noch nicht beschäftigt. Im ersten Moment finde ich es eher nicht gut. Wie das System jetzt ist, passt es super. Entweder ein Foul ist Gelb oder Rot, da braucht man nicht auch noch eine Zeitstrafe. Ich persönlich wäre eher nicht dafür, aber es kommt auch darauf an, wie genau die Regel ausgelegt ist. Bei Schiedsrichter- oder Gegenspielerbeleidigung ist das klar Rot. Bei einer Rudelbildung glaube ich, dass eine Zeitstrafe schon Sinn machen könnte.“

Tom Meisner, Trainer der SG Schönau:

„Ich halte nichts davon und für mich wäre das ein Rückschritt im Amateurfußball. Bei einer Zeitstrafe könnte es dann ab der achten Minute mit Reklamationen von außen losgehen, was für mehr Unruhe von der Seitenlinie sorgen würde. Und ob man einen Spieler wirklich bändigen könnte, bleibt abzuwarten. Ich bin also kein Fan davon.“

Stanley König, Trainer des TuS Engelsberg:

„Ich lasse das alles erstmal auf mich zukommen. Dem Schiedsrichter würden dadurch mehr Möglichkeiten zur Verfügung stehen. So eine Zeitstrafe sollte aber meiner Meinung nach nicht zu oft zur Anwendung. Sollte das beschlossen werden, würde ich mir das Ganze mal anschauen, wie es läuft.“

ma

Kommentare