Ministerkonferenz mit Kanzlerin Merkel

Ab Montag: Fußballspiele im Amateurbereich bundesweit abgesetzt

Fußballfans in Zeiten von Corona (Symbolbild)
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Fußballfans in Zeiten von Corona (Symbolbild)

Berlin - Am Mittwoch tagte Bundeskanzlerin Angela Merkel mit den Ministerpräsidenten der Länder. Darauf verständigten sich die Politiker auf umfangreichere Maßnahmen. Deshalb wird im November im Amateurfußball in Deutschland kein Ball rollen

Update, 19.21 Uhr:


Die Bundesregierung und die 16 Ministerpräsidenten der Länder haben am Mittwoch in einer Konferenz umfangreiche Maßnahmen getroffen, um die steigenden Corona-Infektionen wieder in den Griff zu bekommen. Darunter fällt auch der Amateursport, der bis auf Weiteres wieder komplett zurückgefahren werden wird. Bundesweit wird deshalb die Austragung sämtlicher Fußballspiele in den Amateurligen ausgesetzt. Im November findet damit kein Training und keine Spiele mehr statt. Nur noch Personen aus zwei Haushalten dürfen sich ab Montag in der Öffentlichkeit treffen. Individualsport, wie alleine Joggen gehen, bleibt dagegen weiter gestatte.

Noch hat sich der Bayerischer Fußball-Verband nicht zu der Entscheidung in der Ministerkonferenz geäußert. Ob auch die Regionalliga Bayern davon betroffen ist, ist aktuell nicht bekannt.


Update, 16.20 Uhr:

Die ersten Beschlüsse aus den Beratungen von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Ministerpräsidenten am Mittwoch sickern durch. Wie rosenheim24.de auf Berufung von Informationen der Deutschen Presse-Agentur (dpa) berichtet, wollen Bund und Länder aufgrund der steigenden Corona-Zahlen Veranstaltungen, die der Unterhaltung und der Freizeit dienen, im November deutschlandweit weitgehend untersagen. Bis Ende November sollen ab kommenden Montag, den 2. November, Theater, Opern und Konzerthäuser schließen.

Von dieser Regelung sollen auch der Freizeit- und Amateursportbetrieb betroffen sein, Individualsport dagegen soll ausgenommen werden. Zudem vermeldet die dpa, dass der Profisport im November nur noch ohne Zuschauer zugelassen werden soll. Das gilt auch für die Fußballbundesliga.

Vorbericht

Aufgrund der immer höher steigenden Corona-Infektionszahlen konferieren an diesem Mittwoch, den 28. Oktober, die Ministerpräsidenten der Länder und Bundeskanzlerin Angela Merkel. Dabei ist sehr wahrscheinlich, dass weitere coronabedingte Einschränkungen beschlossen werden. Dies könnte sich auch auf den Sport, sowohl im Profibereich als auch im Amateurbereich, auswirken.

Hörmann: „Aufgebaute Strukturen könnten erheblichen Schaden nehmen“

Eine Entscheidung mit „Fingerspitzengefühl“ wünscht sich Alfons Hörmann, Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes. Gegenüber der Deutschen Presse Agentur sagte Hörmann, dass in der „nun bevorstehenden schwierigen Phase der Sport weiterhin Teil der Lösung und nicht des Problems sein kann und wird.“ Aus Sicht des Präsidenten könnten andernfalls „über Jahrzehnte aufgebaute Strukturen für die Zukunft erheblichen Schaden nehmen oder komplett verloren gehen.“ Zahlreichen Vereinen, egal ob im Profi- oder Amateurbereich, würden durch einen erneuten Stillstand der Ligen Einnahmen fehlen und dadurch unlösbare Probleme hervorrufen.

Hörmann wies darauf hin, dass keine der bekannten Infektionsketten durch eine Sportveranstaltung ausgelöst worden sei. „Von den 90.000 Vereinen als einzigartigem sozialen Tankstellennetz in Deutschland bis zum Spitzensport haben alle Verantwortlichen bis heute höchst diszipliniert und vorbildlich bei der Bewältigung der Pandemie gewirkt», sagte er am Dienstag.

„Schwierigkeiten Sonderregelungen für den Sport zu rechtfertigen“

Ins gleiche Horn bläst auch Dagmar Freitag (SPD), Vorsitzende des Sportausschusses des Bundestages, die betont, dass Veranstaltungen im Sportbereich im Hinsicht auf Infektionszahlen bislang unauffällig waren. „Aber ich sehe auch die Schwierigkeit, Sonderregelungen für den Sport zu rechtfertigen, wenn andere Bereiche möglicherweise wieder mit starken Einschränkungen konfrontiert werden“, so die SPD-Politikerin.

Auch in den Fußball-Bundesligen wächst die Sorge, durch einen möglichen Ausschluss von Zuschauern viele Fans ganz zu verlieren. „Wenn die Bundesliga erneut unterbrochen werden würde, wenn also nicht mal mehr ohne Zuschauer gespielt werden dürfte, müssten nach und nach viele Vereine Insolvenz anmelden, und in der Folge würde dann sogar die Gefahr bestehen, dass die Bundesliga als Ganzes kollabiert“, sagte Bayern München Vorstandsvorsitzender Karl-Heinz Rummenigge auf Anfrage des Sport Informations Dienstes (SID).

„Die Lage ist angespannt“

Sollte die Politik die derzeit zulässige Zuschauerkapazität von maximal 20 Prozent verringern oder gar ein vorläufiges Verbot von Sportevents aussprechen, befürchten vor allem die Teamsport-Ligen erhebliche Auswirkungen. „Die Lage ist angespannt. Wenn wir weiter zurückgeworfen werden, sind wir ratlos. Es geht um sehr viel für uns“, sagte Frank Bohmann, Geschäftsführer der Handball-Bundesliga.

ma/dpa

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