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Der Rosenheimer Kult-"Käfig" - Mehr als nur ein Fußballplatz

Zuschauer und Ersatzspieler drücken sich im Käfig die Klinke in die Hand
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Zuschauer und Ersatzspieler drücken sich im Käfig die Klinke in die Hand

Zum "Spiel der Woche" war Beinschuss.de in dieser Woche an einem ganz besondren Ort. Der "Käfig" im Herzen Rosenheims beheimatet Türkspor Rosenheim und ist wohl eine der kultigsten Spielstätten, die es im bayerischen Amateurfußball zu bestaunen gibt.

Zum "Spiel der Woche" war Beinschuss in dieser Woche an einem ganz besonderen Ort. Der "Käfig" im Herzen Rosenheims beheimatet Türkspor Rosenheim und ist wohl eine der kultigsten Spielstätten, die es im bayerischen Amateurfußball zu bestaunen gibt.

"Schön spielen im Käfig? Das kannst du vergessen", sagte Türkspor-Kapitän Ümit Ari im Anschluss an den 2:0-Erfolg seines Teams über den ESV Rosenheim im Gespräch mit beinschuss.de und lag damit im Einklang mit Gästetrainer Talip Sarikaya, der seine Taktik sogar an die Spielstätte anpasste.

"Hier musst du mit langen Bällen operieren. Spielerisch starke Mannschaften tun sich im Käfig immer schwer, deswegen haben wir bewusst unsere Taktik umgestellt", verriet der sympathische ESV-Coach nach dem Spiel, das wohl sinnbildlich dafür steht, was den "Käfig" so einzigartig macht.

Wo die Balljungen noch auf den Toren sitzen

Die Grundtugenden des Fußballs muss man hier beherrschen, sonst gibt es auf dem Platz hinter der Luitpoldhalle nichts zu ernten. Grätschen, beißen, Gras fressen. Ohne diese Attribute hat man hier nicht den Hauch einer Chance.

Das kleine und enge Spielfeld ist komplett von einem Zaun umringt, weniger als einen Meter trennen Rasen und Maschendraht. Wer für die Ausführung eines Eckballs Anlauf benötigt, der muss schon einen Bolzenschneider dabei haben.

Die Spieler teilen sich die Ersatzbank mit den Zuschauern, die Balljungs hängen auf den Kleinfeldtoren neben der Anlage ab, rund um den Käfig gibt es nur im angrenzenden Park Sitzplätze.

Aggressiv auf, herzlich neben dem Platz

Es liegt ein wohlriechender Duft von gebratenem Lamm und feinstem Hühnchen in der Luft, die klassische Wurstsemmel sucht man hier vergebens. Auf der abgetretenen Fläche vor der linken Eckfahne sind Reifenspuren zu sehen, die Tore erscheinen mehr improvisiert als fest verankert. Auf dem Rasen geht es heiß her, das Temperament kocht nicht nur einmal während der 90 Minuten über.

Nach dem Spiel allerdings beruhigen sich die Gemüter schnell und Türkspor Rosenheim zeigt sich als warmherziger Gastgeber. Noch lange nach Spielende sitzt die Fußball-Familie beisammen und lässt bei Köfte und kalten Getränken das Spiel revuepassieren.

Dann ist der O-Ton immer wieder der gleiche. "Wer im Käfig gewinnen will, muss dagegenhalten". Das hat auch der ESV Rosenheim zu spüren bekommen, der trotz einer engagierten Leistung den Kürzeren zog.

An diesem Ort scheiden sich die Geister

Vereinzelt war von einer "Zumutung" die Rede, wieder andere strahlen übers ganze Gesicht, wenn es auf das Thema "Käfig" zu sprechen kommt. Es scheiden sich die Geister an diesem kultigen Ort, der mehr ist als nur ein gewöhnlicher Fußballplatz.

Hier wird der Sport in seinen Grundzügen gelebt, Fußballromantiker kommen voll auf ihre Kosten. Wer also einmal Lust auf ein Fußballerlebnis der besonderen Art hat, dem ist ein Besuch des Käfigs wärmstens zu empfehlen.

Alle fotografischen Eindrücke des Käfigs und die besten Bilder zum Spiel findet ihr rechts oben in der Bildergalerie. Zum Spielbericht geht es hier.

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