Die Zwillinge aus Brannenburg hören im Sommer auf

Lars Bender über das Karriere-Ende: „Haben Raubbau an unseren Körpern betrieben“

Beenden im Sommer ihrer Karrieren: Leverkusens Lars Bender (r) und Sven Bender (l).
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Beenden im Sommer ihrer Karrieren: Leverkusens Lars Bender (r) und Sven Bender (l).

Wie beinschuss.de bereits berichtete, beenden die beiden Bundesligaprofis Sven und Lars Bender im Sommer ihre Karrieren. Die aus Brannenburg stammenden Zwillinge stehen noch bei Bayer 04 Leverkusen unter Vertrag. Nun äußerte sich Lars Bender in einem Interview zu den genauen Hintergründen des Rücktritts.

Leverkusen - Die beiden Zwillinge Sven und Lars Bender gaben kurz vor Weihnachten bekannt, dass sie ihren im Sommer auslaufenden Vertrag beim Bundesligisten Bayer 04 Leverkusen nicht verlängern und ihre Karrieren beenden werden. „Nach langer Bedenkzeit und unzähligen Gedankenspielen hinsichtlich unserer Zukunft sind wir letztlich zu dem Entschluss gekommen, dass wir unsere Reise mit Bayer 04 nicht fortführen werden“, teilten die aus Brannenburg stammenden Benders damals mit.


Lars Bender: „Heute zweifeln wir, ob es immer der beste Weg war“

Nun äußerte sich Leverkusens Kapitän Lars Bender erstmals genauer zu den Hintergründe des Rücktritts. „Wir haben totalen Raubbau an unseren Körpern betrieben, von vorne bis hinten. Wir hielten das immer als zwingend notwendig für unser Spiel, vielleicht war es das auch, um so lange ganz oben mitkicken zu können“, sagte der 32-Jährige in einem Interview mit der Sport-Bild.


Beide erlitten im Laufe ihrere Karrieren zahlreiche Verletzungen und verpassten deshalb zahlreiche Spiele und Großereignisse. „Heute zweifeln wir, ob es immer der beste Weg war, über viele Wehwehchen hinwegzusehen und sich trotz Problemen immer wieder zur Verfügung zu stellen. Nein, es war absolut nicht immer richtig und nicht gesund“, so Lars Bender weiter.

Lars Bender: „Der Entschluss war auch eine Befreiung“

Bei Lars hat sich der Entschluss die Karriere zu beenden, bereits im Sommer 2019 entwickelt, bei Sven im Laufe der Hinrunde. Die endgültige Entscheidung fiel im November. „Der Entschluss war auch wie eine Befreiung. Wir stehen mit Überzeugung hinter diesem Schritt und fühlen uns gut damit“, betont Lars Bender. „Den körperlichen Aufwand, den Sven und ich für unser Spiel brauchen, können wir leider nicht mehr jeden Tag zur Verfügung stellen. Und dann ist es nicht mehr das Richtige für uns.“

Leverkusen versuchte noch, die Verträge der beiden zu verlängern, ging aber am Ende leer aus. „Es gibt nur wenige Spieler wie Lars und Sven in der Bundesliga. Sie stehen für fußballerische Klasse, extreme Professionalität und absolute Verlässlichkeit, für Willensstärke und Einsatzbereitschaft“, lobte Völler die beiden Brannenburger.

2020 verloren die Bender-Zwillinge das DFB-Pokal-Finale

Die Karrieren der beiden Bender-Zwillinge sind beeindruckend. Lars Bender spielt bereits sei 2009 bei Bundesligisten und wechselte damals vom TSV 1860 München zu Bayer 04. Er absolvierte bislang 252 Bundesligaspiele und erzielte 21 Tore. Sein Bruder Sven wechselte 2017 von Borussia Dortmund nach Leverkusen und sammelte 255 Spiele im deutschen Oberhaus. Dabei erzielte er acht Treffer.

2009 gewannen beide die 19-Europameisterschaft und wurden zum Spieler des Turnier gewählt. 2016 gewannen sie die Olympische Silbermedaille. Lars absolvierte 19 A-Länderspiele (vier Tore) und nahm an der Europameisterschaft 2012 teil. Sven kommt auf sieben Einsätze im Nationalteam, war aber nie bei einem großen Turnier dabei. Im vergangenen Jahr verloren sie mit Leverkusen das DFB-Pokal Endspiel gegen den FC Bayern. Mit 32 Jahren soll jetzt Schluss sein.

ma

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